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Energiewende kontra Optik

Der Wunsch, möglichst unabhängig zu werden von den Stromversorgern und die Energie dezentral und regenerativ zu produzieren, nimmt zu, umso mehr bei den aktuell explodierenden Energiepreisen.

Für den Oberbauernhof in Gutach wurde ein Bauantrag gestellt für eine frei stehende Photovoltaikanlage der Firma Deger in Ofterdingen. Nach deren Patent richten sich die Module immer zum energiereichsten Punkt aus und erzielen so nach eigenen Angaben 42,9 Prozent mehr Ertrag als starr installierte Systeme.
Solche Tracker waren im Baurecht bisher noch Neuland. Der Gutacher Gemeinderat hatte im April noch einen Antrag auf zwei Photovoltaiktracker mehrheitlich abgelehnt mit der Begründung, dass noch gar nicht klar sei, wie das Baurechtsamt solche Anträge bescheiden wird.

Inzwischen ist das klar und mit dem Land auch abgesprochen: Sie gelten als Nebenanlagen, die im Innenbereich genehmigungsfähig sind.
Rund die Hälfte der Gemeinderäte hatte dennoch ein Problem vor allem mit der Optik. Hier im Fall Oberbauernhof im Sulzbach geht es um zwei Tracker mit einer Höhe von 6,20 Meter vom Sockel bis zur obersten Modulfläche. Die Modulfläche selbst ist 8,49 Meter breit und 5,29 Meter hoch. Auf der Fläche finden 18 Module Platz, die Mastlänge beträgt vier Meter.

Für den Antrag stimmten Bürgermeister Siegfried Eckert, Mike Lauble, Karla Wöhrle, Werner Heidig (alle CDU) und Jürgen Wälde (FW). Ein Nein kam von Stefan Herr, Thomas Albrecht (beide FW), Florian Oßwald, Gerhard Wöhrle (beide SPD) und Kathrin Ecker (FDP). Karl-Heinz Wöhrle (FDP) enthielt sich.

Den ganzen Artikel mit den Stellungnahmen der Gemeinderäte, des Antragstellers und des Leiters des Baurechtsamts im Ortenaukreis Thomas Schaub lesen Sie im Offenburger Tageblatt vom 20. Mai oder auf www.bo.de.
Unter anderem auch, warum der Gemeinderat gar nicht anders konnte und durfte, als dem Antrag sein Einvernehmen zu erteilen.

Text und Bild: Claudia Ramsteiner, Offenburger Tageblatt

Die beiden beantragten Photovoltaik-Tracker sollen hinter dem Oberbauernhof auf der rückwärtigen Seite des Schopfs montiert werden.