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Festgäste bei der Ordination stärken Pfarrer Dominik Wille

Eine große Festgottesdienstgemeinde in der evangelischen Peterskirche in Gutach durfte miterleben, wie Pfarrer Dominik Wille ordiniert, das heißt in sein geistliches Amt zur öffentlichen Verkündigung berufen, wurde. Den Segen sprach Dagmar Zobel, Prälatin des Kirchenkreises Südbaden.

»An Tagen wie diesen« von den »Toten Hosen« tönte die Orgel aus der evangelischen Peterskirche beim Auszug von Dominik Wille nach einem rund zweistündigen Festgottesdienst am Sonntagnachmittag, 15.09.2019. Er war kurz zuvor in sein geistliches Amt berufen und gesegnet worden. »Dass so viele meiner Wegbegleiter und Gemeindemitglieder aus beiden Kirchengemeinden im Gottesdienst waren, ist gleichzeitig eine Stärkung und ein Anspruch«, so Wille.

Dekan Frank Wellhöner verlas zu Beginn des Festgottesdienstes die Ordinationsurkunde und Prälatin Dagmar Zobel rief Wille in seinen Verkündigungsdienst und segnete ihn. »Nur Einzelne werden vom Herrn in den Verkündigungsdienst der Kirche berufen. Die brauchen euch und ihr braucht sie«, richtete Zobel das Wort an die Gemeinde, bevor sie Wille in seinem Amt segnete.

Der frisch Berufene hielt danach die Predigt: »Adrenalin, rasender Puls, Angst und ich bin allein – ihr alle kennt das« begann er und berichtete, von seinem Einsatz als Feuerwehrmann, als er mit Blick auf ein brennendes Haus eine lebensrettende Entscheidung treffen musste. Er wisse genau, wie Moses sich vor dem brennenden Dornbusch gefühlt habe, sagte er. Gott habe ihn gerufen und er sei dennoch nicht bereit gewesen. »Kennt ihr das, so eine Aufgabe, die mir auf einmal zukommt, die mich herausfordert, mich vielleicht auch überfordert? Wieder einmal.«

Keine Ausrede vor Gott

Dann suchten wir Entschuldigungen und Ausreden, wie der Feuerwehrmann oder Moses. »Doch das geht vor Gottes Angesicht nicht«, so der Pfarrer. Und Gott sprach: »Und nun geh hin: Ich will mit deinem Munde sein und dich lehren, was du sagen sollst«, so auch der Ordinationsspruch (Ex. 4,12). Immer wieder treffe ihn dieser Satz in vermeintlich ausweglosen Situationen mit »Adrenalin, Angst, rasendem Puls und allein«. Diesen Geist Gottes habe Wille in vielen Situationen wie Examen, Bungee-Jumping oder jetzt in der Kanzel, als Rückenwind gespürt. »Spürt ihr das auch?«, fragte Wille die Gemeinde.

Herausfordernder Weg

»Der Weg, der uns als Kirche, Gemeinde und Pfarrer bevorsteht, immer weniger Gläubige und Geld und zwei Gemeinden, wird herausfordernd. Langweilen werde ich mich gewiss nicht.« Das anschließende Abendmahl, das Wellhöner, Zobel, Wille und Pfarrerin Marlene Schwöbel-Hug mit der Gemeinde feierten, wurde an der Orgel von Bezirkskantorin Susanne Konnerth sowie Friedemann Buhl, einem Freund der Wille-Familie, ungewohnt jazzig improvisiert begleitet. Die Herausforderung zwei eigenständige und auch aus der jeweiligen evangelischen Kirchengemeindegeschichte heraus grundverschiedene Kirchengemeinden wie Gutach und Hausach in Personalunion zu leiten, könne allerdings auch »eine Ouelle schöpferischer Inspiration sein«, so das Fazit des Hausacher Kirchengemeinderatsvorsitzenden Werner Kadel in seinem anschließenden Grußwort an Wille. »Außerdem lernen Sie so auf einmal, was mancher Pfarrer erst in vielen Jahren und Pfarrstellen lernt. Es lohnt sich also der Pfarrer von Hausach und Gutach zu sein«, betonte Kadel.

Hoffnung ausgesprochen

Auch die Gutacher Kirchengemeinderatsvorsitzende Rosemarie Armbruster hieß Wille willkommen. Sie freue sich, dass das Pfarrhaus und die Kirche wieder mit Leben gefüllt ist und dass gerade der dort aus einer Praktikumszeit bekannte Wille die Probezeit als Pfarrer in Gutach verbringt. »Und vielleicht auch später die Pfarrstelle übernimmt«, hofft sie.

Nach dem Gottesdienst erwarteten Wille und die Festgäste beim Gemeindehaus weitere Grußworte und ein musikalischer Glückwunsch der Trachtenkapelle Gutach bei Sekt und einem Imbiss.

Willkommenswünsche und Geleit


Weitere kurz gefasste Willkommensgrüße für Pfarrer Dominik Wille im Gutacher Gemeindehaus kamen aus der katholischen Kirchengemeinde von Pfarrer Christoph Nobs, Gemeindereferentin Katharina Gerth und dem stellvertretenden Pfarrgemeinderatsvorsitzenden in Hausach Hubert Maier. Mike Lauble vertrat den Gutacher Bürgermeister Siegfried Eckert beim Willkommensgruß, den Bürgermeister Wolfgang Hermann für die politische Gemeinde Hausach übernahm. Gudrun Rauber, Leiterin der Hasemann-Schule, und Vereinssprecher in Gutach Werner Hillmann hofften ebenfalls auf eine gute Zusammenarbeit mit dem neuen Pfarrer und wünschten ihm einen guten Start.

Bitte mit Blick auf historische Zeugnisse

Ehrenbürger und Heimatforscher in Gutach, Ansgar Barth, hielt eine Anekdote mit anschließender Bitte an Pfarrer Dominik Wille bereit: Besonders interessant bei seiner Forschung in den Gutacher Kirchenbüchern seien die Randnotizen der Pfarrer, die oft sehr ins persönliche Detail der erwähnten Personen gingen. »Bitte, schreiben Sie doch auch ab und zu dort hinein«, bat er humorvoll und mit Blick auf die Nachwelt.

Martina Baumgartner, Offenburger Tageblatt

Eine große Festgottesdienstgemeinde verfolgte die Ordination des neuen Pfarrers Dominik Wille durch Dagmar Zobel, Prälatin des Kirchenkreises Südbaden.

Dominik Wille hält die Predigt nach seiner Berufung zur Verkündigung.