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Wie bewerten die Gutacher Freizeiteinrichtungen die „Corona-Saison“. Der „Park mit allen Sinnen“ holte gut auf, der Adventuregolfpark war „besser als erwartet“, die Rodelbahn fuhr ein Minus ein.

Eigentlich sind Achterbahnfahrten eher weniger das Thema im „Park mit allen Sinnen“, aber für die Betreiber hat es sich mit dem Lockdown zu Saisonbeginn so angefühlt. „Mit dem Frischluftprogramm, dem riesigen Platzangebot und den gesundheitsfördernden Aspekten konnten die Betreiber die zuständigen Genehmigungsbehörden mit Hilfe des Gutacher Bürgermeisters Siegfried Eckert überzeugen und schon vor anderen Freizeiteinrichtungen am 10. Mai öffnen“, schreibt Peter Reichle in einer Pressemitteilung.

Ein richtiger Beginn sei es aber dennoch nicht gewesen, denn zwei Tage später wurde der Park durch die Sanierung der B 33 für zwei Tage von der Außenwelt abgeschnitten. Was dann folgte, war für die Betreiber zwar erhofft, aber trotzdem eine große Überraschung: Die fehlenden Auslandsbesucher, Ausflugsgruppen und Schulklassen wurden von Inlandsreisenden komplett kompensiert. 

Sehr viele Familien aus Deutschland

„Noch nie wurden so viele inländische Familien mit Kindern im Park gezählt, wie in diesem Jahr“, so Reichle. Es sei deutlich spürbar gewesen, dass die Besucher Aktivitäten im Freien gesucht haben, und auf dem riesigen Parkgelände war eben Frischluft und Abstandhalten eine perfekte Kombination. Insgesamt hatte der Park durch den Lockdown und den witterungsbedingten sehr schlechten Oktober rund 65 Betriebstage weniger. Am Ende besuchten aber trotz allem fast 30 000 Besucher und somit etwa acht Prozent mehr als im Vorjahr den Park. Der „Park mit allen Sinnen“ hat somit am Sonntag, 25.10.2020 eine sehr erfolgreiche Saison beendet, der der letzte wunderschöne Herbstsonntag noch einmal alle Ehre machte. 

Auch der Abenteuer- und Soccergolfpark im Norden hatte leichte Zuwächse zu verzeichnen, obwohl die Saison erst am 18. Mai mit sieben Wochen Verspätung begann. Allerdings sieht Carsten Wöhrle dies mit eher gemischten Gefühlen. Denn schließlich hatte der Betreiber auf einem Gelände von rund 3000 Quadratmeter in eine neue Soccergolfanlage mit 18 Bahnen investiert. Damit hatte man sich schon „deutlichere Zuwächse“ erhofft. Immerhin sei die restliche Saison aber dann doch besser gelaufen als erhofft, und der kleine Zuwachs komme natürlich trotzdem gelegen. 

Soccer noch zu wenig bekannt

Auch Wöhrle stellte sehr viele Besucher aus Deutschland fest, die solche Freizeiteinrichtungen nutzten, um draußen und mit Abstand etwas Urlaubsersatz genießen zu können. Das Soccergolf sei ganz gut angelaufen, aber natürlich müsse sich das noch mehr herumsprechen. Die meisten Besucher seien gekommen, weil Gutach für den besonderen Abenteuergolf bekannt sei. Etliche hätten dann gleich ein Kombi-Ticket genommen, andere wollen wegen des Soccergolf noch einmal wiederkommen: „Das wird nächstes Jahr sicher besser werden“, so Wöhrle. 

Überhaupt sei er guter Dinge, dass die Zusammenarbeit mit dem benachbarten „Rössle“ mit dem geplanten Bauernmarkt gut für alle Beteiligten sei. Da er selbst kein Essen mehr anbieten will, sei der Bauernmarkt direkt daneben ideal. Bekanntlich gab es im Imbisswagen, der in diesem Jahr erstmals das Essen anbieten sollte, gleich zu Beginn eine Gasexplosion. 

Parkplatz-Probleme

Für das kommende Jahr plant Wöhrle auch, den Biergartenbereich komplett zu erneuern mit „Wohlfühlterrassen“ auf verschiedenen Ebenen. Sorge bereitet ihm allerdings die Parkplatzsituation. Schon jetzt parken viele Wanderer auf dem Parkplatz des Golfparks. Und wenn der Bauernmarkt beim „Rössle“ richtig läuft, könnte der Parkplatz aus allen Nähten platzen. Wöhrle hofft darauf, dass noch eine weitere Parkfläche erschlossen werden kann.
Der Abenteuer- und Soccergolfpark hat seine Saison noch nicht beendet. Bis Sonntag, 01.11.2020 ist noch täglich Betrieb, dann nur noch an Wochenenden mit schönem Wetter. 

Eindeutige Einbußen gab es bei der Sommerrodelbahn. „Wir müssen ein Minus von gut 20 Prozent gegenüber dem vergangenen Jahr hinnehmen“, sagte Pamela Groll – und das, obwohl man die täglichen Öffnungszeiten verlängert habe. Auch die Rodelbahn durfte erst zum 18. Mai öffnen, es fehlten die kompletten Osterferien und die vielen schönen Tage im April und Anfang Mai. „Wir haben ja mehrere Bahnen –und die guten Bahnen haben alle etwa diese 20 Prozent Minus eingefahren“, so Groll. 

Gutach gehört zu den guten – und da stieß man dann, auch wegen der gebotenen Abstandsregeln, bei dem großen Ansturm in den Sommerferien an die Kapazitätsgrenzen. Es bildeten sich lange Schlangen, aber die Bahn konnte nicht mehr transportieren. Die kleineren, eher schwachen Bahnen, hätten keine Umsatzeinbußen, weil sie dies kompensieren konnten. Auch hier endet die Saison erst am Sonntag. 01.11.2020. „Wenn es bei gutem Wetter nochmal richtig gut läuft, kommen wir vielleicht noch unter die 20 Prozent“, hofft die Geschäftsführerin. 

Claudia Ramsteiner
Offenburger Tageblatt