im Schwarzwald | Heimat des Bollenhutes

Wilder Kaiser – Schwarzwaldverein Gutach

5 Frauen aus Haslach, Fischerbach, Bühl und Gutach starteten früh um 5:00 Uhr unter der Flagge des SWV Gutach zur Expedition Wilder Kaiser, "Weffes" neuer Heimat. Es lief zügig, 5 Stunden später erreichte die Kleingruppe Söll in Österreich. Thomas aus Reutlingen kam als erster in der Ferienwohnung an. Nach einer Kaffeepause wanderten die 7 Gipfelstürmer um 11:30 Uhr los zum Hintersteinersee auf die erste Alm. Autos, Radler, Wanderer, eine gut frequentierte schöne Ecke. Ein 1. Einkehrschwung und weiter hinauf gings auf ca. 1200 Hm. Die 2. urige Alm mit selbst gebrautem Bier lud zum Verweilen ein. Nach kurzem weiterem Aufstieg kam die Wanderschar am 1. Gipfelkreuz an. Der Ausblick war fantastisch und reichte bis zu den Kitzbühler Alpen vis-à-vis mit Elmau, Scheffau, Wörgl und der Inn. Die Einlauftour in 4,5 Stunden mit 900 Hm hoch und runter war perfekt und endete in einem interessanten Lokal in Söll.

Tag 2 begann mit Frühstück um 6:30 Uhr. Nach kurzer Autofahrt, ein Stück in die Höhe, startete die Gruppe um 8:00 Uhr die Tour. Über alpine Pfade, felsige Ecken und  Geröllhalden, und ein einfacher, kurzer Klettersteig standen die Alpinisten um elf auf dem Gipfel Scheffau in 2111 m. Rundum tolle Ausblicke, in der Ferne Schneeberge. Großglockner und Großvenediger lagen im Dunst. Die 7 verweilten einige Zeit auf dem Gipfel. Abstieg zur Hütte mit singendem Wirtepaar endete früh. Nach langer Pause ging es den restlichen Weg zum Auto zurück in die Ferienwohnung. Ein Teil der Gruppe stattete Kitzbühl einen Blitzbesuch ab. Abends gab es gemeinsames Essen in der Kneipe um die Ecke. So kamen bei 5,5 Stunden Gehzeit ca. 2400 Hm rauf und runter zusammen. 

Am Montag liefen die Wanderer vor acht, leicht verspätet los. Sie stiegen über Scheffau Richtung Gruttenhütte auf 1620 Hm auf. Gegen 11:30 Uhr erreichten sie das Zwischenziel, machten kurz Pause, packten Schlafzeug aus dem Rucksack und stiegen weiter zum Elmauer Tor in 1960 Hm auf. Dazwischen rüsteten sie sich mit Klettersteigset und Helm, um während der nächsten Stunde im Auf und Ab, gesichert am Seil, Erfahrungen zu sammeln und als Übung für den nächsten Tag. Leider konnte der Gipfel (Hintere Goinger Halt) nicht in Angriff genommen werden. Die Zeit und das wechselhafte Wetter machte der Gruppe einen Strich durch die Rechnung. Kurz nach vier war die Hütte erreicht. Eine Runde auf Geburtstagskind Ursel und den Wanderführer und ein feines Menü beendeten den sehr eindrucksvollen Wandertag. Es kamen 7 Stunden und 1900 Hm up and down zusammen. 

Der 4. Wandertag begann vor acht aufwärts zum höchsten Gipfel des Kaisergebirges, Ellmauer Halt mit Klettersteigen und anspruchsvollen, beeindruckenden Passagen.  45 Minuten später schlüpfte das Team in das Klettersteigset inklusive Helm, um Schutz vor Steinschlag zu haben. Es ging stetig bergauf. Über 50-60 Eisentritte und Stufen in Fels gebohrt und über 3 Leitern kamen wir Schritt für Schritt unserem Ziel näher. Imposant die Felswelt und der steile Blick nach unten und in die Ferne bis zum ca. 100 km entfernten Großvenediger und Großglockner. Fazinierend und erstaunlich wie die Gruppe, bestehend aus Anfängern und Fortgeschrittenen die Schwierigkeiten im Klettersteig meisterten. Es war eine Herausforderung, die sehr gut gelungen ist. 2342 Meter erreichten die Schwarzwälder stolz vor dem Mittag. Kurze Rast war angesagt. Der Abstieg erforderte volle Konzentration. Glücklich über diese tolle Erfahrung kam die Schar nach 2,5 Stunden auf der Gruttenhütte zur Jause an. Weitere 2,5 Stunden bergab brauchte es bis zur Ferienwohnung in Söll. Somit waren im Aufstieg ca. 700 Hm und im Abstieg ca. 1600 Hm erbracht. Abschluss bot sich in einem neu umgebauten, rustikalen Restaurant mit feinem Essen an.

Da der letzte Tag im Regen begann, hieß es um 10:00 Uhr schon Abschied zu nehmen und die Auslauftour sausen zu lassen. 4 intensive Tage, angeboten und bestens geführt vom „einheimischen Weffe" über den Schwarzwaldverein Gutach, gingen in bester Erinnerung und mit großem Dank an die Gastfreundschaft von Felicja und "Weffe" eindrucksvoll zu Ende.

Mathias Paffendorf
2. Vorsitzender, Wanderwart