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105 Jahre Erfahrung im Rat

40 Prozent des Gutacher Gemeinderats sind aus dem Gremium ausgeschieden mit 15 bis 35 »Betriebsjahren«.

Bürgermeister Siegfried Eckert verabschiedete sie am Mittwoch, 10. Juli 2019, die Ehrung folgt wie üblich im Rahmen der Einwohnerversammlung.

»Sie haben sich zum Teil über Jahrzehnte für zukunftsträchtige Projekte in Gutach eingesetzt und die wichtigen Weichenstellungen prägend mitgetragen«, verabschiedete Bürgermeister Siegfried Eckert in der Gemeinderatssitzung fünf Gemeinderäte. »Ohne Persönlichkeiten wie Sie wäre es um die demokratische Kultur schlecht bestellt«, lobte er deren Einsatz und vergaß auch die Familien und Partner nicht, die »mit im kommunalpolitischen Boot saßen und Ihr Engagement mitgetragen haben«.

◼ Rainer Bell (CDU) hat sich in den vergangenen zehn Jahren auch im Bauausschuss und im Kuratorium Kindergarten eingebracht. Die scheidenden Räte hatten sich ihre Abschiedsreden aufgeteilt. Rainer Bell hatte zusammengerechnet, dass nun 105 Jahre kommunalpolitische Erfahrung den Rat verlassen. Er dankte dem Gremium für den »immer respektvollen Umgang«.

◼ Magdalena Dickreiter (Freie Wähler) war bereits von 1984 bis 1999 Ratsmitglied und dann noch weitere fünf Jahre seit 2014. Sie arbeitete im Ausschuss Kultur und Freizeit mit, Siegfried Eckert lobte auch ihr Engagement in der Organisierten Nachbarschafts- und Altenhilfe und ganz besonders in der Flüchtlingsarbeit: »Sie hat uns im Gemeinderat und in der Verwaltung sowas von den Rücken freigehalten« zollte er ihrer Arbeit großen Respekt und freute sich, dass sie diese auch nach ihrem Abschied aus dem Rat weiterführen will. Magdalena Dickreiter dankte dem Bauhof und der Verwaltung für die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft dem Gemeinderat gegenüber.

◼ Hans-Jürgen Schneider (FDP) hatte seine kommunalpolitische Tätigkeit ebenfalls unterbrochen. Er war von 1984 bis 1999 und von 2009 bis 2019 insgesamt 25 Jahre im Gutacher Gemeinderat. »Seine Erfahrung wird vor allem im Bauausschuss fehlen«, kommentierte der Bürgermeister. Auch im Ausschuss Wasserund Energiewirtschaft habe er sich bei den Vorbereitungen zum European Energy Award große Verdienste erworben. »Ich bin ja nicht ausgeschieden, sondern wurde ausgeschieden, und das ist gut so«, verwies Hans-Jürgen Schneider auf die Werte der Demokratie. Erfahrungen könne man in einer Demokratie nur sammeln, wenn man gewählt wird, seine Nachfolgerin werde das gut machen.

◼ Renate Wasmer (SPD) war 15 Jahre im Gemeinderat, die letzten Jahre vertrat sie auch den Bürgermeister. Als Pädagogin sei sie für das Kuratorium Kindergarten gesetzt gewesen, arbeitete aber auch im gemeinsamen Ausschuss mit Hausach sowie im Ausschuss Kultur und Freizeit mit und war laut Eckert »das Zugpferd im Ausschuss Kommunale Partnerschaften«. Sie dankte im Namen aller den Ehepartnern für »Verständnis, Unterstützung, Nachsicht und Rücksicht«, ohne die die Gemeinderatsarbeit nicht möglich gewesen wäre.

◼ Peter Wälde bezeichnete der Bürgermeister als »kommunalpolitisches Schwergewicht«. Fast 35 Jahre habe er seinen Sachverstand ins Gremium eingebracht, war fünf Jahre zweiter und zehn Jahre erste Stellvertreter des Bürgermeisters. Eckert lobte seine Loyalität und seine »großartige Unterstützung«. Auch wenn »nicht alles vergnügungssteuerpflichtig war«, habe die Arbeit im Gemeinderat immer Spaß gemacht, betonte Wälde.

Claudia Ramsteiner
Offenburger Tageblatt

Bürgermeister Siegfried Eckert verabschiedete in der Gemeinderatsitzung am 10. Juli 2019 die ausscheidenden Gemeinderätinnen und Gemeinderäte (von links) Hans-Jürgen Schneider, 2. Bürgermeisterstellvertreterin Renate Wasmer, Magdalena Dickreiter, 1. Bürgermeisterstellvertreter Peter Wälde und Rainer Bell