im Schwarzwald | Heimat des Bollenhutes

2500 Euro fürs „Bärenkind“ Lia

Elke Wöhrle lag ihrem Mann Karl-Heinz schon immer wieder mal in den Ohren: „Das „Bärenkind“ Lia sollten wir unterstützen.“ Als der Dorfbeck dann las, dass die Familie Schmidlin derzeit für ein für ihre Tochter überlebenswichtiges Medikament 2500 Euro monatlich selbst bezahlen muss, ohne Garantie, dass ihre Krankenkasse da auch nur einen Anteil übernimmt, war für ihn klar: „Da müssen wir helfen.“

Es gibt deshalb in diesem Jahr beim Gutacher Dorfbeck und in allen Filialen keine kleinen Kundengeschenke zu Weihnachten. Karl-Heinz und Elke Wöhrle legten noch einen guten Betrag obendrauf und überreichten nun Erwin Moser 2500 Euro – damit zumindest für einen Monat das Medikament gesichert ist. „Unsere Kunden werden das verstehen, dass es in diesem Jahr halt mal kein Päckle Nudeln gibt“, sind sich die beiden sicher, dass sie ihr Herz für Kinder mit ihren Kunden teilen.

„Eine Granatenidee. Das macht keine Discounter-Bäckerei, so etwas gibt es nur bei in der Region verwachsenen Betrieben“, sagte Erwin Moser und strahlte ebenso wie die Familie Schmidlin. „Wir freuen uns wahnsinnig. Hier habe ich schon als kleines Mädchen meine Brezeln geholt, und hier haben wir auch unsere Hochzeitstorte machen lassen“, zeigte auch Lias Mutter Maren Schmidlin, was ihr die Bäckerei Dorfbeck bedeutet.

Und was hat es nun mit diesem teuren Medikament auf sich? Es handle sich dabei um Immunspritzen gegen das RSVirus, das für Kinder mit diesem komplexen Herzfehler lebensgefährlich wäre. Für Kinder bis zu zwei Jahren sind die Krankenkassen verpflichtet, die Kosten zu übernehmen – in der Regel ist bis dahin der Herzfehler gerichtet. Nicht aber bei Lia. Es ist völlig ungewiss, wann ihr Herz operiert werden kann, weil keiner weiß, wann ihre Pulmonalarterien groß und stark genug sind. Die Alternative wäre, dass die Familie sich abschottet, damit dieses RS-Virus, der für andere Menschen nicht mehr als eine Erkältung bedeutet, nicht eingeschleppt werden kann.

Aber ihr großer Bruder Lukas muss ja schließlich zur Schule – „und wir müssen ihm ja auch ein einigermaßen normales Leben ermöglichen“, sagt Papa Marco Schmidlin. Und so haben sie für November die 2500-Euro-Spritze bereits selbst bezahlt. Lia wird sie bis April oder Mai monatlich brauchen. Der Genehmigungsprozess bei der Krankenkasse laufe noch – mit völlig ungewissem Ausgang. In solchen Notlagen helfen zu können, spornt Erwin Moser an. „Es ist unglaublich, wie man so viel Energie für andere Menschen aufbringen kann“, strahlte Maren Schmidlin. Erwin Moser sei wirklich ein echter „Mutmacher“.

Claudia Ramsteiner, Offenburger Tageblatt

von links: Erwin Moser, die Eheleute Elke und Karl-Heinz Wöhrle, „Bärenkindfamilie“ Schmidlin mit der kleinen Lia

Erinnerungsfoto an die Spendenübergabe vom „Dorfbeck“ bei strahlendem Sonnenschein im Lindengarten.