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3. Weltcup in Bokod / Ungarn

Gutachs RSVler erleben ungarische Gastfreundschaft und sind als einziger Verein mit zwei Starts beim 3. Weltcup in Bokod / Ungarn am 10. August 2019 vertreten

Es gibt nur wenige Kunstradfahrer in Ungarn, aber einer der engagiertesten und erfolgreichsten dort ist Martin Schön. Der junge Sportlehrer übernahm mit einem kleinen Helferteam die Ausrichtung des 3. Weltcups in Bokod, einem kleinen Dorf, 80 km westlich vor Budapest.

Erst vier Tage vor dem Wettbewerb bekam das Gutacher RSV-Paar Lisa Schwendemann und Dénes Füssel, die als Ersatzfahrer schon beim zweiten Weltcup in Belgien dabei waren, die Mitteilung, dass sie wieder für das Duo aus Öhringen, das noch nicht fit für einen Wettkampf ist, nachrücken dürfen. Kurzerhand flogen die Gutacher mit Trainerin Sigrid Hupfer und den Kunsträdern im Gepäck nach Budapest. Eine besondere Herausforderung waren aber vor allem die hochsommerlichen Temperaturen in der vollbesetzten und kleinen Sporthalle. Die Kür lief bei den beiden Schwarzwäldern trotz allem so gut, dass sie mit 103,70 Punkten den sechsten Platz innerhalb eines sehr starken Starterfelds belegten. Beide waren glücklich über ihre Präsentation, da es vor allem für Untermann Füssel eine konditionelle Anstrengung war, bei saunaähnlichen Temperarturen die fünf Minuten lange Kür durchzuhalten.

Das ungarische Publikum spendete den 75 Akteuren begeistert und dankbar Applaus, während diese ihr Bestes gaben. Für insgesamt 45 Starts kamen die Sportlerinnen und Sportler aus Hongkong, Macau, Japan, Tschechien, Slowakei, Spanien, Schweiz, Österreich, Deutschland und der Gastgebernation Ungarn. Bereits am Donnerstag fuhren Sophie-Marie Nattmann und Caroline Wurth mit jeweils einem Elternteil im Auto los, um die über 1000 km lange Strecke zu bewältigen. Mit Übernachtung in Wien und einer kleinen Besichtigungstour im Herzen der Stadt, ging die Reise am Freitag weiter zur Wettkampfstätte in der ländlich ruhigen Umgebung.

Die beiden Sportlerinnen kämpften ebenfalls in ihrer Kür mit den Temperaturen, aber auch die Tücken des etwas welligen Parkettbodens mussten bei den Übungen berücksichtigt werden. Kaum ein Paar verließ die Fahrfläche ohne Bodenberührung. Nachdem das Gutacher Duo bei einer Standdrehung auf dem Boden stand, ließen sie eine Übung aus, um am Ende die restlichen Elemente noch in die vorgegebene Zeit zeigen zu können. Mit 130,79 herausgefahrenen Punkten gewann das Gutacher Paar diesen Weltcup und konnte damit ihre Führung in dieser Gruppe ausbauen. Knapp dahinter platzierten sich die Paare Lisa und Lena Bringsken (129,65 / RV Böhl-Iggelheim) und Selina Marquardt mit Helen Vordermeier (123,00 / RV Oberjesingen).

Frenetischen Applaus erntete der sympathische Macher dieses Weltcups Martin Schön, nach seiner Kür bei den Einer-Männern. Mit viel Herzblut bewältigte er diese Mammutaufgabe als Sportler und Organisator. Nicht nur, dass er ein hochkarätiges Kunstradfest in dieser ländlichen Region veranstaltete, sondern auch, dass er am Ende als Drittplatzierter bei den Männern auf dem Siegerpodest stehen durfte. Am Abend nach traditionellen Tänzen bei der Abschlusszeremonie, genossen alle die ungarische Gastfreundschaft und waren zu Gulasch und Wein eingeladen, unter freiem Himmel und bei einem angenehmen Lüftchen.

Karin Wurth
RSV Gutach

Als einziger Verein Deuschlands ist der RSV Gutach mit zwei Starts bei der Weltcup-Serie vertreten.

Caroline Wurth auf dem Lenker mit Sophie-Marie Nattmann auf den Hinterraddornen.

Lisa Schwendemann auf den Schultern von Dénes Füssel bei ihrem zweiten Weltcup-Auftritt.

Der ungarische Kunstradfahrer Martin Schön richtete den dritten Weltcup mit einem Helferteam aus und gewann bei den Einer-Männern die Bronzemedaille. Darüber freuten sich auch die RSVlerinnen Sophie-Marie Nattmann (links) und Caroline Wurth.