im Schwarzwald | Heimat des Bollenhutes

5-tägige Hochgebirgstour des Schwarzwaldvereins Gutach im Pitztal vom 22.-26.08.20

4 Mitglieder vom SWV Gutach aus Söll (AT), Reutlingen, Fischerbach und Gutach verbringen 5 Tage im Pitztal im Taschachhaus. Von dort erkunden wir Eis und Schnee. Am 1. Tag steigen wir von Mandarfen zur Hütte in 2434 m in knapp 3 Stunden auf. Leider macht der Regen nachmittags einen Strich durch die weitere Planung.

Tag 2 beginnt mit klarem Ausblick und Sonne. Wir starten mit leichtem Gepäck inklusive Steigeisen, Gurt, Karabiner, Eisschraube Richtung Gletscher zum Üben. Unser vereinsinterner Guide, "Weffe", zeigt und erklärt einiges zur Lauftechnik, Knotenkunde und wichtiges Wissenswertes zur Spaltenbergung. Frühnachmittags zieht es zu und wir wärmen und stärken uns mit Kaiserschmarren. Später brechen wir zum Sonntag-Nachmittag-Spaziergang in die Höhe auf zum Akklimatisieren.

Am 3. Tag starten wir um 7.45 Uhr Richtung Sexegertenspitze. Morgens wandern wir an Gletscherflüssen entlang bergan. Wir suchen günstige Stellen zum queren. Die eigentliche Route ist wegen Steinschlag gesperrt. Dann geht‘s im Klettersteig am Seil und Fels bergauf. Nach einiger Zeit in der Moräne erreichen wir den Gletscher. Wir präparieren uns mit Steigeisen und bilden eine Seilschaft. Pickel als Accessoire in der Hand. Gegen Mittag erreichen wir den Gipfel in 3442 Meter mit tollem Ausblick auf das riesige Gletschergebiet um uns herum. Der Abstieg läuft zügig und problemlos. Das Wetter ist gut, Nebel und Regen bleiben fern. Mit tollen Eindrücken sind wir um vier glücklich zurück im Standquartier mit Après.

Tag 4 bedeutet Frühstück kurz nach vier, Abmarsch vor fünf. Die Stirnlampen leuchten uns und einigen anderen den Weg hinauf zum Gletscher. Mit Steigeisen und in der Seilschaft gehen wir mit 8 m Abstand über Stunden in Eis und Schnee vorbei an imposanten Spalten. Seil angespannt, auch manche Nerven. Der letzte Anstieg ist steil und anspruchsvoll, wir bleiben im Fels und Geröll am Seil jetzt gekürzt auf 2 m Abstand, um die Absturzgefahr zu minimieren. Es kostet Zeit bis alles sitzt und die Sicherung passt. Gegen elf stehen wir auf der Wildspitze in 3772 Metern Höhe mit beeindruckenden Ausblicken nach allen Seiten. Hinunter geht es leichter. Vorausschauend und vorsichtig führt uns "Weffe" sicher durch den weichen Schnee und über Spalten. Gletscherbäche fließen, die Bergwelt fasziniert. Nach 11 Stunden erreichen wir glücklich und dankbar die Hütte und freuen uns aufs 4-Gänge Menü.

Der 5. und letzte Tag beginnt mit spätem Frühstück und Abmarsch vor neun. Mit vollem schweren Rucksack wandern wir über den Fuldaer Höhenweg und Zwei Zeiger zur Jause am Riffelsee. Die Auslauftour endet mit Einkehrschwung  in der Taschach Alm (Pitztaler Skihütte) kurz vor dem Parkplatz der Expressbahn in Mandarfen. Perfektes Sommerwetter und herrliche Ausblicke zurück und hoch zu den erklommenen Berggipfeln lassen diese Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Insgesamt erwandern wir ca. 70 km und 7600 Höhenmeter. 

Annette Haas