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Ankunft des „Ortenauhauses“ im Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof

Die ersten Gebäudeteile des „Ortenauhauses“ sind gestern planmäßig im Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach eingetroffen und bilden den Grundstein für die zweite Ausbauphase der Norderweiterung des ältesten Freilichtmuseums Baden-Württembergs.

Die Ankunft des rund 250 Jahre alten Winzerhauses aus Durbach, Landkreis Ortenaukreis, sowie das Setzen der ersten Gebäudeteile wurden von Landrat Frank Scherer, Ortenaukreis, zusammen mit zahlreichen Vertretern des Landes, des Kreistags, der Gemeinden Durbach sowie Gutach und Partnern im Tourismus und Weinmarketing gefeiert. Die Badische Weinprinzessin Lisa Huber und die Durbacher Weinprinzessin Laura Kern sorgten mit einem Sekt- und Weinausschank für den passenden Rahmen.

„Das Ortenauhaus aus Durbach steht als Zeugnis für eine WWW – eine Welt zwischen Wald und Wein.“, führte Landrat Scherer bei der Grundsteinlegung aus. Schon rein äußerlich bringe es zwei wichtige Botschaften mit: Dass der Schwarzwald nicht nur eine Holzhauslandschaft und die Ortenau auch architektonisch eine Region großer Vielfalt sei. „Das Museum wird mit diesem Gebäude ein bauliches Zeugnis unserer Kulturlandschaft dauerhaft für die Nachwelt präsentieren und bewahren“, so Scherer.

Die Versetzung des Ortenauhauses ist das zweite Großprojekt im Rahmen der Erweiterung des Freilichtmuseums Vogstbauernhof. Insgesamt drei Häuser aus den nördlichen Regionen des Schwarzwalds sollen laut der Langzeitkonzeption des Museums den bisherigen Gebäudebestand ergänzen. Mit der Umsetzung des Schlössles von Effringen, Wildberg, Landkreis Calw, in den Jahren 2015 bis 2018 wurde bereits der Anfang gemacht. Das Rebhaus aus Durbach von 1775, das einst Teil eines größer angelegten Winzergehöfts war, soll künftig die Ortenau als Herkunftsregion im besucherstärksten Freilichtmuseum des Landes repräsentieren und unter anderem den traditionellen Weinanbau in der Ortenau thematisch aufgreifen. Neben dem Ortenauhaus wird eine Winzerstube zur infrastrukturellen Nutzung neu gebaut. Wie beim Schlössle von Effringen wird die Inneneinrichtung des Rebhauses das 20. Jahrhundert in den Blickpunkt rücken. So wird es im Stil der 60er Jahre eingerichtet, wie zur Zeit seiner letzten großen Umbauphase.

Die Arbeiten zur Versetzung des Ortenauhauses sind im Zeitplan. Das Haus wurde von Oktober bis Dezember letzten Jahres am Originalstandort in Durbach abgebaut und bis vor wenigen Wochen in einer Restaurierungshalle in Berkheim, Landkreis Biberach, umfassend restauriert. Der Wiederaufbau des Gebäudes in Gutach soll bis November abgeschlossen sein. Der Innenausbau sowie die Einrichtung des Hauses erfolgen bis Frühsommer 2023. Die Eröffnung des Ortenauhauses ist für den 2. Juli 2023 vorgesehen. Das Projekt wird von der Firma JaKo Baudenkmalpflege aus Rot an der Rot, Spezialist für die Restaurierung historischer Gebäude, nach einem Verfahren der Ganzteil-Translozierung ausgeführt.

Die Kosten für das Großprojekt inklusive Erschließung und Bau der Winzerstube belaufen sich auf 2,6 Millionen Euro. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg fördert das Projekt im Rahmen der Vergabe von Landeszuschüssen für Freilichtmuseen mit einer Summe von 1,21 Millionen. Die nach Abzug der Landesförderung verbleibenden 1,35 Millionen Euro werden je zur Hälfte über Eigenmittel des Freilichtmuseums sowie über eine Eigenkapitalerhöhung durch den Ortenaukreis finanziert.

Auf der Projekthomepage www.ortenauhaus.com können alle Informationen und Neuheiten rund um die Hausversetzung und das Ortenauhaus jederzeit abgerufen werden. Dort sind neben einer Dokumentation der Abbauarbeiten auch Aufnahmen einer Web-Cam, die den Wiederaufbau in Gutach dokumentiert, einsehbar.

Gemeinsam mit Landrat Frank Scherer (6. von rechts) begannen am 14. September die Bürgermeister von Gutach (6. von links) und Durbach (4. von rechts) die Grundsteinlegung des „Ortenauhauses“ im Freilichtmusem Vogtsbauernhof. Mit dabei waren auch die Besitzerfamilie Schmider/Bächle (2. und 3. von rechts), Finanzdezernentin Ulrike Karl (4. von links), Geschäftsführer der Firma JaKo Baudenkmalpflege GmbH, Bernd Jäger (3. von links), sowie die Museumsverantwortlichen Margit Langer (5. von rechts) und Thomas Hafen (2. von links).