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Aus Italien zurück in die Heimat

Gudrun Rauber übernimmt ab dem neuen Schuljahr die Leitung der Gutacher Hasemann-Schule

Jetzt ist es amtlich: Gudrun Rauber wird ab dem neuen Schuljahr Leiterin der Hasemann-Schule. Die gebürtige Wolfacherin kehrte gerade vom Auslangsschuldienst aus Sardinien zurück und hat sich unter mehreren Schulen Gutach ausgesucht.

Obwohl sie heute schon den Schlüssel für die Hasemann-Schule bekommen und sich mit ihrem neuen Schreibtisch vertraut gemacht hat: Eigentlich ist Gudrun Rauber noch nicht im Dienst. Aber man sieht es ihr an, dass sie sich darauf freut, Leiterin dieser Schule zu werden: »Klar, habe ich große Lust darauf. Ohne Lust würde sich niemand auf eine Grundschulleiterstelle bewerben.« Neben der Freude an den Kindern liege ihr auch das Organisieren und Entwickeln.

Noch fühlt es sich für sie an wie Ferien. Begünstigt auch dadurch, dass Gudrun Rauber mit ihrem Mann noch im Wohnmobil und provisorisch bei ihrem Bruder lebt. Sehr gern würden die beiden auch hier wohnen wollen. »Wenn wir hier jetzt noch ein Häuschen mit Garten kaufen könnten, wäre unser Traum perfekt«, lächelt sie. Und es klingt so, als sei der Garten fast wichtiger als das Haus. In Gutach schließt sich ein Kreis – nach vielen Jahren kehrt Gudrun Rauber zurück in ihre alte Heimat. In Wolfach ist sie geboren, in Oberwolfach aufgewachsen. Nach dem Studium an der Pädagogischen Hochschule in Reutlingen blieb sie erst einmal dort hängen.

Noch klingt sie auch mehr schwäbisch als badisch, »aber ich merke, dass sich das schon verändert«, schmunzelt die 55-Jährige. Zwölf Jahre war sie an der Grundschule in Mössingen, dann weiter im Raum Reutlingen – und von Anfang an sei es ihr immer wichtig gewesen, sich weiterzubilden und einen Tick mehr zu machen als notwendig. Sie übernahm die Lernmittel, kümmerte sich um die Kooperation mit dem Kindergarten, wurde Mentorin für Referendare, besuchte Fortbildungen für besondere Lernschwächen.

Im Staatlichen Seminar für Schulpraktische Ausbildung in Sindelfingen hat sie später die Referendare im »Anfangsunterricht« ausgebildet: »Der Schulanfang war immer mein Steckenpferd, ich liebe dieses Alter, wo’s im Kopf noch so rattert, und das Gewusel macht mir überhaupt nichts aus.« Am Schulamt in Reutlingen wurde sie schließlich Beauftragte für die Kooperation Kindergarten/Schule, hat Erzieherinnen und Lehrerinnen weitergebildet. Und dann gab es die Gelegenheit, ins Ausland zu gehen – für Grundschullehrer nicht ganz einfach.

Sechs Jahre hat sie auf Sardinien eine »kleine, feine Grundschule« geleitet. Sie bringt somit Leitungserfahrung mit, allerdings arbeitete sie dort mit dem Lehrplan von Nordrhein-Westfalen. Der Auslandsschuldienst sei immer zeitlich begrenzt –nach den ersten drei Jahren habe sie noch einmal um drei weitere Jahre verlängert, jetzt sei es aber Zeit gewesen, zurückzukehren.

Etliche Schulen, für die eine Leitung gesucht wurde, hatte sie sich angesehen und sich für Gutach beworben. »Die Schule ist überschaubar, man kann hier familiär arbeiten, und trotzdem ist sie groß genug, dass es nicht zu eng wird«, beschreibt sie die Vorteile. Und hinzu komme dieses wunderschöne Tal mit den alten Höfen. Sie brauche die Spaziergänge in der Natur und den Garten für die Entspannung zwischendurch.

Das erste Gespräch mit der Sekretärin liegt schon hinter ihr – jetzt geht es ans Einarbeiten und intensiv an die Wohnungs- oder Haussuche. Und dann freut sich Gudrun Rauber auf den Schulstart nach den Ferien.

Claudia Ramsteiner, Offenburger Tageblatt

Die gebürtige Wolfacherin Gudrun Rauber wird zum neuen Schuljahr Leiterin der Hasemann-Schule.