im Schwarzwald | Heimat des Bollenhutes

Authentischer Stolz auf schöne Tracht

Letzter Besuch des »Bollenhutkäfers« in dieser Saison / Der »etwas andere Heimatabend« kommt gut an

Es war der dritte und letzte Ausflug des »Bollenhutkäfers« in dieser Saison, der zunächst im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof, dann beim Müllerjörgenhof im Steinenbach und zum Schluss beim Gasthaus »Engel« im Obertal »landete« – eine sehr beliebte Aktion des Tourismusvereins. Die Gäste auf dem Müllerjörgenhof warteten gespannt auf die »Käferladung«: Daniel Aberle, »seine Braut« – eine Premiere für Lia Brüstle –, Jule Albrecht im roten Bollenhut, Kathrin Ecker im schwarzen Bollenhut und die Kinder Lotta Lauble und Leon Ecker.

Dieser »etwas andere Heimatabend« zeigt gerade nicht zuallererst eine Show der »Eingeborenen« für die Touristen. Locker, charmant und vor allem sehr authentisch traten die Gutacher auf und zeigten überzeugend den Stolz auf ihre schöne Tracht – und dass diese eben nicht irgendwann stehengeblieben ist und eingemottet sondern in die neue Zeit hinübergerettet wurde.

»Die roten Bollen auf dem Hut bedeuten nur, dass das Mädchen unverheiratet ist, überhaupt nichts anderes«, machte Kathrin Ecker klar und setzte Lia Brüstle vor Publikum den rund 1,5 Kilo schweren Brautschäppel auf. Die hasenhärenen Strümpfe nötigten beim leichtbekleideten Publikum in der Hitze einiges Bedauern aus. »Dabei ist das gar nicht das Schlimmste, Mieder, Rock und Unterrock geben viel wärmer«, sagte Jule Albrecht.

Begleitet wurden die sechs Trachtenträger vom »Birnbaumschorsch« alias Marco Pereira, der den musikalischen Part übernahm und das Publikum auch bei Liedern wie »Schwarzwaldmarie« oder das »Badner Lied« mit einbezog. Dass er in kurzen Hosen und barfuß der Braut nichts zu bieten habe, sah er ein – überließ sie dem samtbemantelten Daniel und zog mit Hannes Waders »Heute hier, morgen dort« wieder weiter.

Claudia Ramsteiner
Offenburger Tageblatt

Kathrin Ecker setzt der Braut Lia Brüstle vor Publikum den Brautschäppel auf.

Lotta Lauble sagt ein Gedicht von Eugen Falk-Breitenbach auf.