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Bäcker verpasst Treppchen knapp

Der beste Jungbäcker des Landes war er schon:

Nun ist Dominik Lehmann vom Gutacher Dorfbeck bei den deutschen Meisterschaften

in Weinheim angetreten.

 

Gereicht hat es am Ende für den vierten Platz.

Nach dem Wettbewerb des besten Jungbäckers Deutschlands wurden die Plätze eins bis drei besonders gewürdigt, die ersten beiden dürfen nun sogar zu den »World-Skills«, der Weltmeisterschaft der Jungbäcker, fahren. Dominik Lehmann gehört nicht dazu. »Trotzdem war es eine tolle Zeit. Ich habe viel Erfahrung gesammelt und viele neue Leute kennengelernt «, freut sich der 21-Jährige. Für ihn wird es bei der einmaligen Teilnahme bei der Deutschen Meisterschaft bleiben, denn dort treten die Landessieger an, die zuvor in ihren Kammern (bei Lehmann war es die Freiburger Bäckerinnung) die Besten waren. »Um noch einmal bei der Meisterschaft zu sein, müsste ich meine Gesellenprüfung ja noch einmal ablegen. Das wäre blöd«, so Lehmann mit einem Schmunzeln.

Zeitüberschreitung bringt Punktabzug

Dass es nur zu einem vierten Platz reichte, lag daran, dass der Gutacher Jungbäcker sein Werk nicht mehr in der vorgegebenen Zeit fertigstellen konnte. Sonst wäre noch mehr möglich gewesen. »Wie groß die Abstände zu den einzelnen Plätzen waren, hat man uns leider nicht gesagt. Es hieß aber, dass es wirklich sehr knapp war. Es ging nur um ein paar Punkte«, sagt Lehmann. Insgesamt traten neun junge Bäcker in Weinheim an. Das Thema des Wettbewerbs war »Luxus«. Die Ideen dazu kamen Lehmann nichtdirekt. „Aber als die ersten Einfälle da waren, habe ich mich schnell mit dem Thema angefreundet.“ Als Grundlage diente Lehmann eine Platte aus Brotteig. Darauf baute der junge Gutacher sein Schaustück aus hellem und dunklem Teig. Lehmann formte eine Segeljacht und eine Handtasche, als Sinnbilder für Luxus, eine Uhr, da teure Uhren als luxuriös gelten und Zeit an sich schon ein Luxus ist und eine Palme stellvertretend für einen luxuriösen Strandurlaub. Auch Schokolade, Kaffee und Kakao baute Lehmann in sein Werk mit ein, „da es ein Luxus ist, dass wir solche Güter konsumieren können.“

Friedenstaube als besonderes Zeichen

Neben den offensichtlichen Sinnbildern für Luxus fand auch eine Friedenstaube auf der Brotplatte des 21-Jährigen Platz. »Denn leider ist auch Frieden in diesen Zeiten ein Luxus geworden«, bedauert Lehmann. Bei den Deutschen Meisterschaften war kein Publikum erwünscht. Auf Fan-Unterstützung aus Gutach konnte Dominik Lehmann demnach nicht bauen. Am Dienstag, dem letzten Tag des Wettbewerbs, waren allerdings seine Eltern Karl-Heinz und Elke Wöhrle in Weinheim als seine Fans dabei. Alexander Weinhold von der »Vor Ort GmbH« aus Bayern wurde schließlich deutscher Meister der Jungbäcker. Er setzte sich bei dem mehrtägigen Wettbewerb gegen Malika Boymirzoeva von »Nobis Printen« aus Nordrhein-Westfalen und Niklas Lindner von der Bäckerei Wippler aus Sachsen als Zweit- und Drittplatzierte durch.

 

Janosch Lübke, Schwarzwälder Bote

Dominik Lehmann mit seiner Teilnehmer-Medaille.

Alle Jungbäcker sowie junge Verkäufer kamen am Ende des Wettbewerbs für ein Siegerfoto zusammen.

Der Backwerk-Tisch von Dominik Lehmann mit Segelboot und Friedenstaube.