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"Bereicherung des Standorts"

Erster Spatenstich für Großprojekt "Haus der Schwarzwalduhren" beim Freilichtmuseum Vogtsbauernhof

Eigentlich wollte Bürgermeister Siegfried Eckert am Freitag, 03.08.2018 ja »nur« die Baugenehmigung überreichen. Die Baubehörde habe aber noch einen Zahn zugelegt und innerhalb einer Woche gleich auch die Baufreigabe fertig gemacht. Und so setzte Investor Jürgen Herr gemeinsam mit einer illustren Schar am Freitag auch gleich symbolisch den ersten Spatenstich für das Großprojekt »Haus der Schwarzwalduhren« beim Freilichtmuseum Vogtsbauernhof.

Er dankte vor allem den Familien Armbruster und Lehmann, die ihm mit ihren Grundstücken entgegengekommen sind, damit der Bau überhaupt zugänglich sei: »Ohne die hätten wir gar nicht bauen können«. Der Baubeginn habe sich durch die Genehmigungsbürokratie vom Schall- über den Brandschutz bis zum geologischen Gutachten ordentlich verzögert. Dennoch will die Firma Herr in einem Jahr bereits in das neue Gebäude (siehe »Stichwort«) einziehen – mit Uhrengeschäft, Präsentationsräumen und großem Gastronomiebetrieb.

Ein sehr ambitionierter Plan. Aber Jürgen Herr weiß zwei erfahrene heimische Unternehmen an seiner Seite. Die Hornberger Firma Läufer wird in der letzten Septemberwoche mit den Erdarbeiten beginnen, sagte deren Chef Martin Wolber. Derzeit würden von einer befreundeten Firma in Bernau die Werkpläne erstellt, ergänzte Zimmermeister Jürgen Kasper, der mit seiner Firma das Gebäude erstellen und auch die Bauleitung übernehmen wird: »Ganz aus dem Naturbaustoff Holz, das passt zum Standort und zum Angebot«, so Kaspar.

Christian Weber, vormals vom »Grünen Baum« in Haslach, plant dort einen Gastronomiebetrieb nicht nur für die Gäste, sondern er soll – samt Café mit eigener Konditorei und Eisdiele – auch »sieben Tage in der Woche 360 Tage im Jahr« auch abends für die einheimische Bevölkerung zur Verfügung stehen – mit Saal für Hochzeiten, Tagungen und andere Feiern.

»Wir freuen uns sehr über diese Bereicherung des Standorts«, sprach Margit Langer, Geschäftsführerin des Freilichtmuseums Vogtsbauernhof, über die »Win-win-Situation« und die »deutliche Attraktivitätssteigerung«. Nicht nur, dass das Museum einen größeren Bedarf an Gastronomie habe, beide würde so auch zusätzlich Publikum gewinnen. Bisher hatten die Gäste, die von den Flußkreuzfahrtschiffen von den Häfen in Breisach oder Straßburg aus anfuhren, etwa eine Stunde Aufenthalt, künftig soll die Aufenthaltsdauer vier bis fünf Stunden betragen. »Wir werden gemeinsam Angebote entwickeln«, versprach Langer.

Bürgermeister Siegfried Eckert dankte allen Beteiligten und auch der Baubehörde für die zügige Abwicklung. Denn der dritte Gewinner wird natürlich der Ferienort Gutach sein.

Zahlen und Fakten:
Das künftige »Haus der Schwarzwalduhren« beim Freilichtmuseum Vogtsbauernhof hat eine Grundfläche von gut 1200 Quardratmetern (24 x 52 Meter), es geht bis zum First über vier Stockwerke und hat eine Dachfläche von 2000 Quadratmetern. Die Zimmerei Kasper wird dort 850 Kubikmeter Holz verbauen, »das entspricht 1700 Meter Rundholz oder fünf Hektar Wald«, beschreibt Bauleiter Jürgen Kasper – natürlich aus nachhaltiger Waldwirtschaft.

Der künftige Gastronomiebetrieb von Christian Weber wird 500 Sitzplätze bieten – 200 in der Gaststube, 200 auf der Terrasse und 100 im Saal.

Claudia Ramsteiner, Offenburger Tageblatt

 

Die Firma Herr, Haus der Schwarzwalduhren, setzte am Freitag ihren ersten Spatenstich an das neue Gebäude beim Freilichtmuseum Vogtsbauernhof: von links der stellvertretende Bürgermeister Peter Wälde, Margit Langer, Geschäftsführerin des Freilichtmuseums, Martin Wolber vom Baugeschäft Läufer, Hauptamtsleiter Fritz Ruf, Zimmermeister Jürgen Kaspar, das Ehepaar Aberle (Nachbarn), Gastronom Christian Weber, Jürgen Herr mit Sohn Jürgen (rechts daneben), Neffe Paul und Nichte Anna, der Gutacher Bürgermeister Siegfried Eckert, Seniorchef Adolf Herr und Nachbar Peter Hengstler.