im Schwarzwald | Heimat des Bollenhutes

Christian Weber, Pächter der Gastronomie befindet sich in der „heißen Phase“ vor der Eröffnung im November

Zurzeit ist Christian Webers Arbeitstag geprägt von täglichen Baustellenbesuchen und Büroarbeit zu Hause: Der Küchenmeister und Unternehmer ist Pächter des Gastronomiebetriebs „Webers Esszeit“ im neuen Erlebnisdorf Uhrwerk. In direkter Nachbarschaft zum Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof entsteht unübersehbar ein Gebäude mit rund 4000 Quadratmetern Fläche, das Gästen eine Erlebniswelt zwischen traditionellem Handwerk rund um die Kuckucksuhr (Eröffnung 2020) und Gastronomie bieten soll.

Durch die gerade im Einbau befindliche Eingangstür betritt der kommende Gast das „Herzstück“, einen bis zum Dach geöffneten Eingangsbereich, mit „gläserner“ Anrichte von Desserts und Eis sowie Verkauf von Kuchen. Die rund 250 Sitzgelegenheiten im Erdgeschoss sind auf verschiedene Themenstuben verteilt: Die „Vogtsstube“ mit Außenterrasse, „Braustube“, „Uhrenstube“ und der kleine „Landhaussaal“ – alle erreichbar über den zentralen „Dorfplatz“.

Schwarzwälder Kirschtorte öffentlich zubereiten

Dort ist auch die Schaukonfisserie untergebracht, wo alle Kuchen und im kommenden Jahr auch Plätzchen und Pralinen, hausgemacht werden. Die berühmte Schwarzwälder Kirschtorte wird dort vor den Augen der Gäste hergestellt. Die eigenständige Getränketheke vor der zentralen Küche wird über Leitungen vom Getränkekühlhaus, insgesamt gibt es sieben Warenkühlhäuser, im ersten Stockwerk darüber bedient. Dort sind auch Trockenlager und Personalräume sowie die Technik des Hauses untergebracht. Die Abluftanlage sowie Pelletheizung sind unterm Dach, das eine Photovoltaikanlage trägt.

Webers Zielpublikum sind neben Bustouristen auch Einzelgäste aus der Region. „Mein Restaurant soll als gutbürgerlich, mit Gerichten von Lebensmitteln ausschließlich zertifizierte Betriebe vor Ort und der Region, wahrgenommen werden“, ist sein Anspruch.

Großer Saal wird später eröffnet

Den großen Saal mit rund 200 Sitzplätzen, ebenfalls im ersten Stockwerk, der auch bis unters Dach reicht, möchte Weber erst 2021 eröffnen. „Wir fangen klein an und schauen zunächst, dass alle Rädchen wie geschmiert ineinanderlaufen“, minimiert er das Risiko.

Gute Personalplanung

Bis auf rund zwanzig  450-Euro-Kräfte hat Weber sein Personal beieinander: Zwanzig fest angestellte und fachlich ausgebildete Mitarbeiter hat er über persönliche Ansprache, die sozialen Medien, Homepage und das Baustellenschild gefunden: „Das gute Funktionieren hat mich einerseits überrascht“, sagt er. Andererseits ist das Ergebnis auch der Lohn für genaues Hinschauen auf Arbeitsmodelle und Personalpflege von Wirtschaftsbetrieben außerhalb der Gastronomie: „Eine, dem Dienstplan angepasste, digitale Arbeitszeiterfassung macht Entlohnung nach tatsächlicher Arbeitszeit transparent und die Freizeit für Mitarbeiter planbar. „Ein Vorteil, den kleinere Gastronomiebetriebe nicht bieten können“, weiß er aus Erfahrung.

Zudem bietet die Dimension mit entsprechender Personalstärke die Möglichkeit 360 Tage im Jahr zwischen 8 und 23 Uhr zu öffnen. „Wir haben entschieden, dass „Webers Esszeit“ an Weihnachten, 24., 25. und 26. Dezember, sowie an Silvester und Neujahr geschlossen bleibt“, sagt er.

An seinem 40. Geburtstag erfuhr Martina Weber vom Vorhaben des Erlebnisdorfs Uhrwerk in Gutach. „Meine Frau hat erstmal zwei Tage darüber geschlafen, bevor sie mir davon erzählte. Ich habe nur einen halben Tag gebraucht um mich dafür zu entscheiden“, erinnert sich Weber.

Gegenseitig ergänzt

Von Beginn an hätte alles gepasst, zwischen ihm und Investor Jürgen Herr sowie Bauleiter Jürgen Kaspar: „Ein Dream-Team mit sich ergänzenden Erfahrungen“, schwärmt er.

Doch nach dreieinhalb Jahren Planungs- und Bauzeit „müsse es nun zum Loch raus“, freut er sich auf die baldige Eröffnung. Ein großer Teil der Waren ist bereits bestellt und zum 15. November hat er seine Mitarbeiter einbestellt: „Dann wird geputzt und neben den rund 1000 Tellern auch alles andere an seinen Platz geräumt und vorbereitet sowie in Probebetrieb genommen und die Leute eingewöhnt bis zum Eröffnungstag.“

INFO: Ein Mann vom Fach

Nach seiner Ausbildung im Hotel „Adler“ in St. Roman und Berufserfahrung in weiteren Gastronomiebetrieben machte Küchenmeister Christian Weber sich vor zehn Jahren gemeinsam mit seiner Frau Martina Weber selbstständig als Betreiber des Gasthauses „Grüner Baum“ in Haslach. Mit Beginn des Baus in Gutach schlossen sie das Restaurant: „Ich habe die Zeit für die Vorbereitung gebraucht. Kürzer wäre noch sportlicher geworden“, resümiert der Unternehmer.

Text: Martina Baumgartner, Offenburger Tageblatt

Mit gespannter Erwartung und Freude schaut Christian Weber der Eröffnung von „Webers Esszeit“ entgegen.

Schon bald sind die Arbeiten auch im Eingangsbereich, dem „Dorfplatz“ und großem Saal beendet.