im Schwarzwald | Heimat des Bollenhutes

Club Caméléon und Hobbykünstler fahren ein!

Kürzlich trafen sich Mitglieder der Hobbykünstler Gutachtal mit den französischen Freunden vom Club Caméléon aus Stosswihr zu einem gemeinsamen Ausflug. Die kurze Fahrt führte von Gutach aus nach Oberwolfach in das Besucherbergwerk „Grube Wenzel“. Seit einigen Jahren ist das ehemalige Silberbergwerk der Öffentlichkeit zugänglich, mittlerweile ist eine Strecke von etwa 2300 Metern auf verschiedenen Ebenen begehbar.

Seit Anfang des 14. Jahrhunderts wurde dort mit Hammer und Klüpfel beim trüben Licht eines Kienspans Silber abgebaut. Für heutige Verhältnisse unvorstellbare Arbeitsbedingungen: Niedrige und enge in den harten Stein gehauene Gänge, Dunkelheit und Feuchtigkeit. Die Bergmänner fuhren morgens noch bei Dunkelheit ein, und da die tägliche Arbeitszeit etwa 14 Stunden dauerte, war es nach Feierabend schon wieder Nacht. Kein Wunder, dass Bergleute keine hohe Lebenserwartung hatten. Trotzdem war es ein begehrter Beruf, denn ein Bergmann verdiente das ganze Jahr über Geld, was bei einem Tagelöhner nicht der Fall war.

Doch bereits nach ein paar Jahrzehnten erschienen die Silbervorkommen erschöpft, und der Bergbau wurde eingestellt. Erst mit der Erfindung des Schießpulvers lohnte sich der Abbau wieder, um 1760 entdeckte man neue Silberadern, so dass bis 1830 Bergbau betrieben wurde. 1997 haben die Freunde des Fördervereins Besucherbergwerk e.V. damit begonnen, das Silberbergwerk der Allgemeinheit zugänglich zu machen und somit ein Stück Heimatgeschichte für die Nachwelt zu erhalten. Der Verein brauchte nur vier Jahre, um das Bergwerk instand zu setzen.

Gute anderthalb Stunden dauerte die Tour durch das Bergwerk, alle waren mit wasserdichter Jacke, Gummistiefel, Helm und Stirnlampe ausgestattet. Besonders der Helm leistete gute Dienste!

Zum Mittagessen fuhr die Gruppe in den Vogtsbauernhof. Nach einem Spaziergang zum noch recht neuen Effringer Schlösschen erfuhren die Ausflügler aus erster Hand, wie eine Schwarzwälder Kirschtorte fachmännisch dekoriert wird. Selbstverständlich wurde das Prachtstück gleich im Anschluss verkostet und von allen für exzellent befunden.

Allen waren sich einig: Das war ein Tag mit Freunden, an den man sich gerne erinnern wird!