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Die Deutsche Post AG plant einen Verbund-Zustellstützpunkt in Gutach zu errichten

Die Deutsche Post AG möchte im Gewerbegebiet "Hirschacker II" in Gutach-Turm einen Verbund-Zustellstützpunkt errichten. In der Gemeinderatssitzung am Mittwoch, den 15. Dezember 2021 billigte das Gremium die dafür erforderliche Änderung des rechtskräftigen Bebauungsplans. Bei dem Bereich Hirschacker handelt es sich um eine der wenigen nicht bebauten ebenen Flächen, die direkt an die Hauptverkehrsachse B33 angebunden werden kann. „Wir haben uns mit dem Verkauf dieses Sahnegrundstücks viel Zeit gelassen,“ stellte Bürgermeister Siegfried Eckert fest. Für die Post sei das Flurstück geografisch optimal gelegen. Planer Ralf Burkart erläuterte in der Sitzung den Entwurf des Bebauungsplans. „Zwei wesentliche Änderungen gilt es zu beschließen,“ so Burkart. Zum einen entspreche der Bebauungsplan von 2013 nicht den Logistikanforderungen der Post. Deshalb werde eine abweichende Bauweise ausgewiesen, damit Baukörper über fünfzig Meter Länge errichtet werden können. Auch harmoniere der damalige Ausschluss von Ansiedlung von Transportunternehmen nicht mehr. „Es werden künftig keine Speditionen und Logistikbetriebe mehr ausgeschlossen, weil der Zustellstützpunkt als Spedition eingestuft wird,“ erläuterte Burkart. Seinen Ausführungen nach bleiben die öffentlichen Grünflächen am östlichen Gebiet entlang der bestehenden Wohnhäusern erhalten. Im Süden werde die Gewerbefläche geringfügig um etwa fünf Quadratmeter erweitert. Die Baugrenze werde der Straße angepasst. Eine schalltechnische Untersuchung bezüglich Verkehrs- und Gewerbelärm wurde laut Burkart seinerzeit bei der Erstellung des Bebauungsplans durchgeführt. „Es wurde festgestellt, dass der Zustellstützpunkt der Post mit den Emissionskontingenten verträglich ist und damit eine Genehmigungsfähigkeit vorliegt,“ erklärte der Planer. Die artenschutzrechtliche Abschätzung habe das Büro Bioplan, Bühl, durchgeführt. Eine Hochwassergefährdung liege gemäß der Hochwassergefahrenkarten für den Bereich nicht vor. Von dem insgesamt rund 9.000 Quadratmeter großen Areal nutzt die Post laut Burkart rund 5.000 Quadratmeter für den Bau der Postverteilstation.

„Vor zwei Wochen wurde der Verkauf abgeschlossen mit der Option, dass die Post die Restfläche erwerben kann,“ ergänzte Bürgermeister Eckert. Gemeinderat Thomas Albrecht (FWV) erkundigte sich, ob der Beschluss nun ein Türöffner für die Ansiedlung von Speditionen wäre, falls die Post zu einem späteren Zeitpunkt das Gelände wieder verkaufe. Falls je eine andere Firma käme, wäre eine Nutzungsänderung erforderlich, der die Gemeinde zustimmen müsse, meinte Eckert. Nach Billigung des vorgestellten Entwurfs der Änderung des Bebauungsplans, fasste das Gremium den Aufstellungsbeschluss einstimmig. Der Bebauungsplan wird für die Dauer eines Monats öffentlich ausgelegt.

Evelyn Jehle, Schwarzwälder Bote

Das Gewerbegebiet "Hirschacker II" in Gutach-Turm befindet sich im nördlichen Bereich der Gemeinde in der Nähe der Gemarkungsgrenze zu Hausach. Die Gewerbefläche verteilt sich auf drei Bereiche: drei Meter Geländestreifen im Norden zur Sicherung der Abstandsflächen für das angrenzende Autohaus, Zustellstützpunkt der Deutschen Post AG und Gewerbefläche an der Bahnlinie.