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„Die Heimat neu entdeckt“

Im Gutacher Kunstmuseum Hasemann-Liebich wurde am Sonntag eine neue Sonderausstellung eröffnet, die bis zum 29. August zu sehen ist. In dieser zeigen Björn Rohr und Wolfgang Ott ihre Fotos.

Eine kleine feine Ausstellung gibt es derzeit im Kunstmuseum Hasemann-Liebich in Gutach zu sehen. Am Sonntag war feierliche Eröffnung der Sommerausstellung „Die Heimat neu entdeckt“ im kleinen Rahmen.

Björn Rohr, Anästhesist im Krankenhaus Wolfach hat als Kind schon gerne fotografiert, erzählt er. Den Erlös seines ersten Ferienjobs hat er in eine Kamera investiert. Seine weitere Leidenschaft gehört dem Modellbau. Schon früh baute er ferngesteuerte Boote, Flugzeuge und Hubschrauber. Dieses technische Interesse führte er mit der Kamera zusammen, indem er sich im Jahr 2020 eine Drohne anschaffte. So entstanden die ersten Fotos dieser Art.

Als sich dann die Ehefrau Andrea Rohr im letzten Jahr die Praxis gegenüber dem Gutacher Rathaus einrichtete, lag es nahe, die großen weißen Wände mit großformatigen Panoramaaufnahmen zu schmücken. „Das unterstreicht den Charakter der Landarztpraxis“ sagt Andrea Roth. Als Bürgermeister Siegfried Eckert die Fotos sah, sprach er den Fotographen an, ob er nicht eine Ausstellung machen wolle. Zuerst war ihm der Gedanke fremd, bekennt er. Schließlich sei er Arzt und kein Künstler. Aber nach dem zweiten Nachdenken fand er die Idee doch nicht so schlecht.

Bürgermeister Siegfried Eckert freute sich am Sonntag in seinen Begrüßungsworten, dass die heimische Landschaft in dieser Ausstellung den Bürgern nahegebracht werde. Ein solches Museum lebe von der Vielseitigkeit. So gibt es in diesem Jahr noch eine Ausstellung der Malerkolonie oder der Kirchenkünstler, gab er bekannt.

Die Fotos der Ausstellung zeigen alle Motive aus der näheren Umgebung. Björn Rohr arbeitet mit der HDR-Technologie, die dunkle und helle Anteile im Bild korrekt belichtet. „So werden Farben kräftiger und Kontraste stärker“ erklärt er am Bild vom oberen Teil des Lothardenkmals. Das Foto besticht durch seine Schärfe, jede Kerbe am Holz ist erkennbar, ebenso aber jeder Baum in der Ferne. Die Winterlandschaft unterstreicht den faszinierenden Charakter des Bildes.

Auch die Kreuzbergkapelle von Hausach ist mit beeindruckenden Herbstfarben abgelichtet. Hier war das Ehepaar Rohr gemeinsam mit dem E-Bike und der Drohne im Rucksack unterwegs, erzählt Andrea Rohr, die sich am Sonntag mit der Eröffnung der Ausstellung ein Geburtstagsgeschenk gemacht hat. Leider fehle in der Regel die Zeit für solche Ausflüge, bedauert sie. Viele Fotos zeigen eine besondere Perspektive, die man so nur aus der Luft sehen kann. Wer kennt schon den Glaswaldsee oder die Burg Husen von oben? So entstanden ganz neue sehenswerte Eindrücke für den Betrachter.

Den vollen Gegensatz zu diesen Panoramafotos mit Weitblick sind die Makroaufnahmen von Wolfgang Ott aus Gutach. Er hat unter anderem Pilze, Schnecken oder Käfer, aber auch Blumen oder Wassertropfen perfekt in Szene gesetzt. Betrachtet man eines seiner Bilder, sieht man immer wieder neue winzige Details, die in Staunen versetzen. Den Lesern des Offenburger Tageblattes ist Wolfgang Ott als Leserfotograph bestens bekannt.

Die sehenswerte Ausstellung ist noch bis 29. August im Kunstmuseum zu sehen. Die Bilder sind auch käuflich erwerbbar.

 

Christine Aberle, Offenburger Tageblatt

Bürgermeister Siegfried Eckert (links) sowie Björn und Andrea Rohr eröffneten die Sommerausstellung im Gutacher Kunstmuseum Hasemann-Liebich