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Die Jüngsten wollen früher kommen

Allerjüngste sollen künftig eine halbe Stunde länger im Kindergarten betreut werden. Auf Elternwunsch werden die Betreuungszeiten für unter Dreijährige an die Schul-Zeiten angepasst. Kämmerer Thomas Blum stellte dem Gemeinderat den Finanzbedarf vor.

„In der letzten Kuratoriumssitzung wurde der Wunsch von Eltern auf Verlängerung der Öffnungszeit besprochen“, schickte Blum voraus. Es gehe in erster Linie um Kleinkinder unter drei Jahren, für Kinder in Regelgruppen gebe es bereits das Angebot der verlängerten Öffnungszeiten. Bisher werden Kleinkinder von acht Uhr bis 13 Uhr betreut, jetzt soll der Kindergarten bereits um 7.30 Uhr für Kleinkinder offen stehen. Der Stellenschlüssel würde sich um 0,07 erhöhen, wenn nur ein Teil der Kinder das Angebot nutzt. Kommen alle Kleinkinder bereits um 7.30 Uhr, verdoppelt sich der Personalbedarf. „Rechnet man den aktuellen Beitragssatz anhand der zusätzlichen Betreuungszeit von 2,5 Stunden pro Woche hoch, ergibt sich ein monatlicher Betrag für eine Familie mit einem Kind von 312 Euro gegenüber bisher 284 Euro“, erklärte Blum. Alternativ sei die Erhöhung auf den Landesrichtsatz von 335 Euro vertretbar, die Preise würden für Ein- bis Zweijährige gelten. Bei den Zwei- bis Dreijährigen würde bereits der Landesrichtsatz an Gebühren verlangt, dort erhöht sich der Beitrag für die verlängerte Betreuung von 206 Euro auf 227 Euro je Monat. Gemeinderätin Renate Wassmer (SPD) erinnerte in Bezug auf die hohen Kosten daran, dass jedes Kleinkind zwei Kindergartenplätze belege. Bärbel Schwendemann (SPD) befand die Öffnung des Kindergartens um acht Uhr nicht mehr zeitgemäß und fand: „Halb acht ist eine gute Zeit.“ Auch für Reiner Bell (CDU) machte halb acht Sinn, allerdings plädierte er dafür, die Kosten im Auge zu behalten und eine Kostendeckung anzustreben. Für Thomas Albrecht (FW) war die Gebühren-Anhebung auf den Landesrichtsatz aufgrund der bisherigen Kostenunterdeckung im Kleinkindbereich der richtige Schritt. Dieser Meinung schloss sich das Gremium einstimmig an. Bei entsprechendem Bedarf gilt die neue Öffnungszeit erstmals nach den Sommerferien.

Weitere Info: Im März wird es eine Bedarfsermittlung bei den Eltern geben. Die Öffnungszeit soll von acht Uhr auf 7.30 Uhr vorverlegt werden. Die Kosten liegen für eine Familie mit einem Kind dann bei 335 Euro monatlich, entsprechende Sozialstaffelungen werden zugrunde gelegt. Eine endgültige Entscheidung fällt in der Kuratoriumssitzung im April.

 

Christine Störr, Schwarzwälder Bote