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Die unendliche Geschichte

„Nun ist die Bahn am Zug“, sagte Dennis Müller vom Regierungspräsidium Freiburg in der jüngsten Gutacher Gemeinderatssitzung. Die Bahn gibt den Schwarzen Peter zurück. Sie warte noch auf Daten vom RP.

Bereits in den Jahren 1980, 2005 und 2018 waren Baugrunduntersuchungen für die Beseitigung des letzten schienengleichen Bahnübergangs der B33 „Gutach VIII“ gemacht worden. Nun wurde noch einmal gebohrt und untersucht. Für die Gemeinderatssitzung am 14. Oktober hatte Bürgermeister Siegfried Eckert das Regierungspräsidium eingeladen, um den aktuellen Planungsstand sowohl für die B33-Brücke in Gutach-Turm als auch für den Bahnübergang zu erfahren. In dieser Sitzung erklärte Dennis Müller vom Regierungspräsidium, dass das RP nur das Trogbauwerk und die Schutzmauer verantwortet, die Brücke werde von der Bahn gebaut. Und nun sei diese am Zug mit der Planung.

Das Offenburger Tageblatt wollte nun von der Deutschen Bahn wissen, wann mit der Planung der Brücke über den Trog begonnen wird, wie lange diese dauern wird und zu welchem Termin die Bahn einen Baubeginn realistisch einschätzt.

„Seit das Projekt wieder aktiviert wurde, sind die Verantwortlichen der DB Netz AG in ständigem Kontakt und Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Freiburg. Seit November 2018 ist die Planung der Brücke an ein Ingenieurbüro vergeben worden. Die Vorarbeiten für die Planung wurden im August 2019 fertiggestellt“, schrieb ein Bahnsprecher.

Grundlagen geschaffen

Auch Grundwasserpegel seien von der Deutschen Bahn eingerichtet worden. „Damit waren vonseiten der Deutschen Bahn alle Grundlagen geschaffen, um mit einer Planung beginnen zu können“, hieß es weiter. Aktuell befinde man sich noch in Abstimmungsgesprächen mit dem Regierungspräsidium Freiburg. Sobald diese Abstimmungen abgeschlossen sind und „der Deutschen Bahn alle Unterlagen vorliegen, die wir vom Regierungspräsidium Freiburg benötigen, können die konkreten Planungen beginnen“, gibt die Bahn den Schwarzen Peter zurück nach Freiburg.
Aktuell könne man deshalb noch keine Angaben machen, wann die Planungen abgeschlossen sein werden und wann die Umsetzung des Projekts beginnen könne.

Zur Realisierung der Maßnahme müssten von den kreuzungsbeteiligten Partnern (Bund, RP Freiburg und Deutsche Bahn) erhebliche Mittel eingeplant werden. Deshalb müsse auf jeden Fall vor Baubeginn eine Eisenbahnkreuzungsvereinbarung aufgestellt und diese müsse vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) genehmigt werden. Das Regierungspräsidium Freiburg wird noch ein Planfeststellungsverfahren durchführen, dies werde sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen, so der Bahnsprecher. Dennis Müller sprach hier in der Gemeinderatssitzung vom 14. Oktober allerdings in Bezug auf die B33-Brücke von einem Jahr, das für ein Planfeststellungsverfahren benötigt wird.

Sobald der Planfeststellungsbeschluss vorliege, die Finanzierung gesichert und die Ausschreibung des Vorhabens abgeschlossen sei, könne die Baumaßnahme beginnen: „Nach unseren Einschätzungen sehen wir einen Baubeginn für die Eisenbahnbrücke ab 2024 als möglich an. Unter den gegebenen Umständen gehen wir davon aus, dass die Fertigstellung der gesamten Baumaßnahme nicht vor Mitte 2027 erfolgen wird“, schreibt der Bahnsprecher.

Gutachten fehlt noch

„Unsere Erkundungsbohrungen wurden in der vergangenen Woche abgeschlossen, sodass auf Grundlage dessen nun das neue Baugrundgutachten erstellt werden kann. Mit den Erkenntnissen des Baugrundgutachtens werden wir den aktuellen Entwurf des Trogs nochmals konkretisieren. In diesem Zuge werden wir uns auch nochmals mit der Bahn über die Kombination beider Bauwerke (Straßentrog und Bahnbrücke) austauschen, um letzte Details für die konkrete Planung beider Bauwerke zu klären“, beantwortet Matthias Henrich von der Pressestelle des Regierungspräsidiums Freiburg die Anfrage, ob denn das Regierungspräsidium Freiburg nun alle Unterlagen für die Bahn fertig habe oder nicht.

Kein Zeitplan

Wann dieses Baugrundgutachten erstellt und wann der Entwurf des Trogs konkretisiert sein wird, war auch auf drängendes Nachfragen nicht zu erfahren – vorher kann die Bahn aber mit ihrer Planung nicht fortfahren. Die Antwort der Pressestelle lautete: „Zum Zeitplan kann ich Ihnen nur sagen, dass wir uns da mit der Bahn eng abstimmen.“ Also nichts wirklich Neues in Gutach-Nord.

Claudia Ramsteiner
Offenburger Tageblatt

Offensichtlich hat das Regierungspräsidium Freiburg doch noch nicht alle Daten, die die Bahn für die konkrete Planung der Brücke für die Beseitigung des letzten schienengleichen Bahnübergangs der B 33 in Gutach braucht - und kann auch keinen konkreten Zeitplan nennen, wann dies der Fall sein wird.