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Doppelte Förderung für Kühe, Ziegen und Co.

Gemeinde Gutach will Unterstützung für Landwirte fairer gestalten

Die Gemeinde Gutach will eine »Winterprämie für Rauhfutterfresser« einführen, doch zunächst wird der Gemeinderat Mitte November zu diesem Thema öffentlich tagen. Bürgermeister Siegfried Eckert erklärte am Mittwochabend in der Veranstaltung »Gutach trifft . . . Landwirtschaft« im Bürgersaal des Rathauses, dass die Gemeinde seit dem Jahr 2000 immer die Grundsteuer A über eine Besamungszulage an die Landwirte zurückgegeben habe.
Bisher wurden dabei nur die weiblichen Tiere finanziell berücksichtigt, dabei seien bisher nicht alle fair begünstigt worden. In Absprache mit dem Amt für Landwirtschaft wurden Lösungen besprochen. Die Meinung der anwesenden Landwirte sollte nun abgefragt werden. Peter Wälde stellte die neue höhere und gerechtere Fördermöglichkeit vor.

Er blickte zunächst noch einmal auf die bisherigen finanziellen Hilfen der Gemeinde zurück. Diese richtete sich zunächst nach der Hangneigung, diese Idee sei nach vier Jahren am Thema Doppelförderung gescheitert. Es wurde auf das Konstrukt Besamungszulage umgestellt. Und Bauern erhielten für weibliche Rinder 40 Euro Zuschuss.

Neue Winterprämie

Nun hatten sich einige landwirtschaftliche Betriebe gemeldet und fragten nach, warum nur Halter weiblicher Tiere einen Zuschuss erhalten. Ihr Argument war, dass auch männliche Tiere die Fläche offenhalten. »Alle sogenannten Rauhfutterfresser halten Flächen offen. Dazu zählen Ziegen, Schafe, Pferde und auch die Rinder«, erklärte Wälde. Man könnte es umbenennen und alle fördern und nun eine Winterprämie zahlen, berichtete er. 
»Derjenige, der im Winter Rauhfutterfresser hält, hat einen höheren Aufwand, er braucht einen Stall, muss heuen, braucht Winterfutter und muss für die Tiere da sein«, so Wälde. Die Gesamttierzahlen liegen der Gemeinde nicht vor, sie stehen jedoch im Bestandregister. Dieser Beleg soll dann als Grundlage für die Berechnung der Bezuschussung dienen.

Der Zeitraum für die Winterprämie wäre vom 1 November bis zum 30. April. Der Fördersatz pro Tier soll 80 Euro betragen: »Wir haben die Förderung extra erhöht, und bisher haben wir nur weibliche Rinder gefördert«, erklärte das Bürgermeister Eckert.

»Wir würden es gern einmal so probieren«

»Wir wissen, dass manche Betriebe auch mit der bisherigen Förderung keinen Antrag gestellt haben«, berichtete Wälde. Wenn es von der Landwirtschaft so gewollt wird, will man die Winterförderung beschließen, die erste Auszahlung könnte dann nächstes Jahr Ende Mai erfolgen. Das Regierungspräsidium trage die Gutacher Pläne mit. Die anwesenden Landwirte hatten natürlich viele Fragen, die ihren eigenen Betrieb betreffen, fanden die Idee aber grundsätzlich gut. »Wir würden es gern einmal so probieren«, sagte Eckert.

Florian Wöhrle nahm die Gelegenheit wahr, bei der Gemeinde darum zu bitten, dass ein Viehtransporter angeschafft wird. Damit könnten die Rinder von Weide zu Weide gefahren werden. Ihm war es wichtig mitzuteilen, wo der Schuh drückt. Wie es in dieser Angelegenheit weitergeht, ist noch absolut ungewiss.

Anke Kaspar, Offenburger Tageblatt

»Raufutterfresser«, wie Kühe, Ziegen, Schafe und Pferde im Behördendeutsch genannt werden, könnten in Gutach bald eine doppelte und eine fairer verteilte Förderung erhalten.

Elmar Keller vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Emmendingen informierte die Gutacher Landwirte über die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft.