im Schwarzwald | Heimat des Bollenhutes

Eiskunstwerke aus Seifenblasen

Die zerbrechlichen Kunstwerke sind nur für den Moment gemacht – aber als Fotos können sie für die Ewigkeit „konserviert“ werden. Die wunderschönen Bilder gefrorener Seifenblasen von Wolfgang Ott fielen uns auf – und der Gutacher Leserfotograf des Offenburger Tageblatts erklärte sich gern bereit, sein Wissen zu teilen und zu erzählen, wie man das macht, damit auch andere ihre Freude am Experimentieren haben.

Er hat das Rezept aus einem Kinder- und Jugendmagazin. Damit die leicht zerbrechlichen Seifenblasen im Winter gefrieren und nicht sofort in der Luft zerspringen, benötigt man eine Seifenblasen-Mixtur aus 200 ml Leitungswasser, 35 ml Maissirup, 35 ml Spülmittel und zwei Esslöffel Zucker. Da der Maissirup sehr schwer zu bekommen ist, kann er auch durch Agavendicksaft ersetzt werden, so Ott. Der Mais-Sirup verdickt die Wand der Seifenblase und der Zucker erzeugt die schönen Kristallmuster auf der gefrorenen Seifenblase.

Wenn die Mischung schön kalt geworden ist, sucht man sich einen Ort aus, an dem die Seifenblase gefrieren soll. Dann einen Strohhalm oder Seifenblasenstab in die Lauge tunken und langsam die Kugel blasen. Diese wird vorsichtig auf Schnee, eine verdorrte Blüte oder zwischen zwei Ästchen eingesetzt und mit dem Strohhalm abgedreht. „Bei drei Grad minus funktioniert das Schauspiel schön. Kälter ist besser, aber nicht Bedingung für den kreativen Spaß. Da passieren so viele Ungereimtheiten, dass nicht nur Kinder ihre Freude daran haben“, weiß Wolfgang Ott. Er setzt viele Blasen hintereinander, weil die meisten recht früh platzen. Aber einzelne können schon eine Stunde halten und ihre Oberfläche ausformen. Beim Fotografieren braucht er einige Geduld und viele Aufnahmen, bis er zufrieden ist – die Farben „gibt dann die Bildbearbeitung her“.

Claudia Ramsteiner, Offenburger Tageblatt