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EM-Quali Finale wird zum Samstagabend-Krimi

Die deutschen Nationalkadermitglieder der Kunstrad-Elite kämpften am Samstag, 21. Mai, in der Hessentagssporthalle in Langenselbold bei Hanau, um die Qualifikation zu den Europameisterschaften. Diese soll am 17./18. Juni im ungarischen Nyíregyháza, rund 200 km nordöstlich von Budapest und 66 km von der ukrainischen Grenze stattfinden und die Gutacher Vizeweltmeisterinnen sind dabei.

In der Vorrunde konnten sich die Teilnehmenden für einen der vier Finalstartplätze am Abend qualifizieren. Der Modus im Finaldurchgang ist ein K.O.-Verfahren, sodass in jeder Disziplin der Erste gegen den Vierten aus der Vorrunde fährt und der Zweit- gegen den Drittplatzierten. Der jeweilige Gewinner der beiden Duelle ist dann bei der EM für Deutschland gesetzt. Allerdings hätte sich die bundesweit angereiste Kunstrad-Gemeinde bei Wettkampfbeginn am Vormittag, das Finale am Abend in der Zweier-Disziplin der Frauen, nicht so vorgestellt. Es sollte ein spannender Samstagabend-Krimi mit Showdown werden, denn die Weltmeisterinnen traten in direkter Konkurrenz gegen die Vizeweltmeisterinnen an.

Das passierte beim ersten Durchgang: Die Helen Vordermaier und Selina Marquardt vom RV Oberjesingen legten im Regenbogentrikot eine sehr gute Kür mit 139,95 Punkten aufs Parkett. Das Gutacher Duo Sophie-Marie Wöhrle mit Caroline Wurth präsentierte sich danach als letzte in der Gruppe. Mit den höchsten eingereichten Schwierigkeitspunkten von 152,40 Punkten lieferte es wegen einem Malheur ihre schlechteste Kür seit langem (117,20) ab und wurden damit Vierte. Das bedeutete, dass die schärfsten Konkurrentinnen im Finale gegeneinander antreten mussten, aber nur ein Paar konnte das EM-Ticket gewinnen. Der Moderator des Abends wies außerdem darauf hin, dass obendrein Württemberg gegen Baden fahren würde, was beim zahlreichen Publikum für Heiterkeit sorgte.

Die Vorlage der Schwäbinnen (138,63) war wieder ein sehr gutes Ergebnis. Doch die Schwarzwälderinnen packte wohl der Ehrgeiz und zauberten eine Kür auf die Fahrfläche, die ihnen 139,85 Punkten einbrachte. Damit sind die Gutacherinnen bei der Ü18-EM nach 2018 zum zweiten Mal dabei. Am Ende herrschte große Freude im badischen Team und Frust über diesen Wettkampf-Modus bei den Württembergerinnen. Nur zwei Startende pro Disziplin dürfen für ihr Land in Ungarn antreten. Die Neulinge auf internationaler Bühne Antonia Bärk und Henny Kirst (123,14) vom RSF Bonn-Duisdorf, gewannen das Duell gegen die Junioren-Europameisterinnen Anika Papok mit Anna-Sophia von Schneider (111,40) vom RV Lottstetten und treten ebenfalls für Deutschland in die Pedale.

Karin Wurth
RSV Gutach

Trainerin Ramona Szabo war sehr glücklich über den erfolgreichen Ausgang ihrer Sportlerinnen Sophie-Marie Wöhrle (links) und Caroline Wurth.

Die erste Übung in der Kür, Caroline Wurth im Lenkerhandstand und Sophie-Marie Wöhrle im Kopfstand.