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Feierliche Eröffnung des Schlössles von Effringen

Staatssekretärin Olschowski gratuliert zur größten Erweiterung seit Bestehen des Freilichtmuseums Vogtsbauernhof

Zu einem feierlichen Festakt anlässlich der Eröffnung des über 600 Jahre alten Schlössles von Effringen im Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach fanden sich am Freitag rund 300 Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur ein. Als erste offizielle Besucherin des neuen Museumsgebäudes aus dem Nordschwarzwald durfte Frank Scherer, Landrat des Ortenaukreises, Staatssekretärin Petra Olschowski vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg begrüßen. Zu den geladenen Gästen zählten außerdem die Landtagsabgeordnete Marion Gentges sowie zahlreiche Kreisräte und Bürgermeister des Ortenaukreises. Auch eine große Delegation der Stadt Wildberg, Herkunftsort des Schlössles, nahm an den Feierlichkeiten teil und würdigte das Großprojekt mit der Übernahme einer Patenschaft für das Gebäude mit einer jährlichen finanziellen Unterstützung.

Landrat Scherer bezeichnete die Eröffnung des Effringer Schlössles auf der erweiterten Museumsfläche als Meilenstein für eines der erfolgreichsten deutschen Freilichtmuseen: „Der Nordschwarzwald, der bislang in keinem Freilichtmuseum vertreten ist, hält Einzug in Gutach, mit einem Hausobjekt, das in der Museumslandschaft des Ortenaukreises und auch darüber hinaus in vielerlei Hinsicht ein echtes Schmuckstück ist. Die Versetzung des Effringer Schlössles ist ein historischer Moment für den Vogtsbauernhof und den Ortenaukreis und eines der bedeutendsten regionalen Museumsprojekte der letzten Jahre.“ betonte Scherer.

In ihrer Festansprache gratulierte Staatssekretärin Olschowski dem Freilichtmuseum zu dem außergewöhnlichen Neuzugang: „Mit dem Schlössle von Effringen wird das Museum um eine weitere Attraktion reicher und noch beliebter bei seinen kleinen und großen Besuchern. Das Museum bewahrt das kulturelle Erbe und spielt eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von Geschichte wie auch bei der Sensibilisierung für Themen der Gegenwart. All das leistet das Freilichtmuseum auf anschauliche Weise und zugleich wissenschaftlich fundiert. Das Freilichtmuseum ist ein besonderer Ort der Begegnung, des Austauschs und der Kommunikation für Besucherinnen und Besucher aller Altersgruppen. Sehr wertvoll finde ich das Engagement des Freilichtmuseums in der Vermittlung und Museumspädagogik – mit vielen Angeboten für Kinder und Jugendliche – und die Zusammenarbeit mit Schulen.“

Das massiv aus Sandstein gemauerte Landschloss von 1407 wurde in einem aufwändigen Verfahren über zwei Jahre von seinem Originalstandort in Wildberg in das älteste Freilichtmuseum Baden-Württembergs versetzt. Es ist das älteste Gebäude sowie das einzige ehemals herrschaftliche Anwesen in einem baden-württembergischen Freilichtmuseum sowie eines der ältesten Häuser in einem deutschen Freilichtmuseum überhaupt. Die Inneneinrichtung nimmt dabei die 1970er-Jahre in den Blick, was dem Zeitschnitt entspricht, in dem das Haus zuletzt bewohnt wurde.

Das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof möchte in den kommenden Jahren zwei weitere Hofanlagen aus den unterschiedlichen Regionen des Nordschwarzwalds nach Gutach holen. Dafür hat die Einrichtung seine bisherige Fläche um ein Drittel auf sieben Hektar erweitert, die größte Flächenerweiterung in der Geschichte des Freilichtmuseums.

Das Kostenvolumen des Großprojekts, das die Flächenerweiterung, die Gebäudeversetzung und die Geländeerschließung umfasst, beläuft sich auf über vier Millionen Euro. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg fördert das Projekt im Rahmen der Vergabe von Landeszuschüssen für Freilichtmuseen mit einer Summe von über 1,6 Millionen Euro.

Über die neue Attraktion im ältesten Freilichtmuseum des Landes freuten sich (von links nach rechts): Thomas Hafen, Wissenschaftlicher Leiter, Geschäftsführerin Margit Langer, Landtagsabgeordnete Marion Gentges, Staatssekretärin Petra Olschowski (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst), Landrat Frank Scherer mit Ehefreu Evgeniya Scherer, Bürgermeister Ulrich Bünger, Stadt Wildberg, Uwe Traub (Ortschaftsrat Effringen) und Bürgermeister Siegfried Eckert.

Das „Effringer Schlössle“ wurde am Freitagabend, 23.03.2018 bei einem Festakt im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof offiziell als erstes Gebäude aus dem Nordschwarzwald eröffnet. Gemeinsam mit den Ehrengästen hängten der wissenschaftliche Leiter Thomas Hafen (Zweiter von links) und Geschäftsführerin Margit Langer (rechts) bei der Besichtigung noch das letzte Bild in die gute Stube – ein Ölbild, das das „Schlössle“ im 17. Jahrhundert zeigt: von links der Gutacher Bürgermeister Siegfried Eckert, Staatssekretärin Petra Olschowski und Landrat Frank Scherer.

Treffpunkt Küche: Die Ehrengäste machen es sich bei der Erstbesichtigung am Freitagabend gleich mal am Küchentisch des „Schlössles“ gemütlich: von links der Gutacher Bürgermeister Siegfried Eckert, Landrat Frank Scherer, Staatssekretärin Petra Olschowski, MdL Marion Gentges, Museums-Geschäftsführerin Margit Langer und der Wildberger Bürgermeister Ulrich Bünger.

„Auf gut Badisch“: Im proppenvollen Festzelt übersetzten Michaela Neuberger und Siegfried Lewandowski am Samstagnachmittag große Songs der Pop- und Rockszene aus der „Schlössle-Zeit“ ins Badische, bevor Schwarzwaldradio-Musikchef zu ihren Akustikgitarren die englischen Originaltitel von Elvis, Tina Turner, Brian Adams & Co. singen.

Entspannt: Auf den Himmelsliegen am Teichufer kann man bei einem wunderschönen Blick aufs „Effringer Schlössle“ die Seele baumeln lassen. Der lange Winter hat noch nichts wachsen lassen, aber bald wird hier viel Grün sprießen, und hinter dem „Schlössle“ gibt es noch mehr Wasser: Dort wird im Sommer ein Wasserspielplatz vor allem die kleinen Besucher anziehen.

Bürgermeister Siegfried Eckert