im Schwarzwald | Heimat des Bollenhutes

Fensterbilder im Krämerhaus

Seit zehn Jahren gibt es in Gutach eine »leuchtende Adventsausstellung«

 

Das Krämerhaus in der Gutacher Kirchstraße 4.

 

Ein Licht solle den Gutachern auch im Herzen aufgehen, sagte Bürgermeister Siegfried Eckert am Samstag, 02.12.2017 beim Jahreskonzert der Trachtenkapelle. Beim abendlichen Gang in die Gutacher Kirchstraße geht wohl jedem ein Licht im Herz auf: Zunächst spaziert man am illuminierten Kurpark mit der lebensgroßen Krippe vorbei und dann fallen die wunderschönen Bilder in den Fenstern des Krämerhauses ins Auge.

 

Foto 2: Martin Moser und Michael Bonath halfen tatkräftig mit, das Krämerhaus wieder in weihnachtlichem Glanz erstrahlen zu lassen! Foto: Jean-Philippe Naudet

 

Werner Kenngotts Idee

 

Es war der vor einem Jahr verstorbene Künstler der Gutacher Malerkolonie Werner Kenngott, der die Idee zu den beleuchteten Fenstermotiven im Krämerhaus hatte. Diese erstrahlten dort 2007, vor zehn Jahren, zum ersten Mal mit fünf Weihnachtsmotiven des kreativen Künstlers Kenngott. Im Advent 2009 kamen weitere sechs Doppelmotive in den Fenstern des ersten Obergeschosses zu der Kirchstraße hinzu: Werke von Werner Kenngott, Willy Heine, Werner Luft und Beate Axmann.

 

Und in der Zeit seiner schweren Erkrankung schuf Friedrich Weis die wunderschöne Geburtsszene Christi, die seit 2009 an den fünf Flügeln der Vitrine des Museumsfoyers alljährlich ihre Pracht entfalten. Ein leuchtendes Andenken an den 2011 verstorbenen »Malerpfarrer«. »Das Werk liest sich wie ein künstlerisches Testament und ein großartiges Bekenntnis zu seinem Glauben«, meint Jean-Philippe Naudet, Vorsitzender des Kunstvereins Hasemann-Liebich. »Das Dach erinnert an die Walmdächer über unseren Gutacher Bauernhöfen. Denn Bethlehem kann nicht nah genug an Gutach herangerückt werden. Und Weihnachten hat nur einen Sinn für uns, wenn der menschliche Christus hereinkommt in unser Dorf, in unser Haus«, sagte Friedrich Weis damals bei der Eröffnung.

 

Gut 30 Stunden Arbeit

 

Es sei jedes Jahr ein großer Aufwand, die von Kunstvereinsmitgliedern betrieben werde, um das Krämerhaus in ein Gesamtkunstwerk zu verwandeln, sagt Jean-Philippe Naudet, der selbst im Obergeschoss des Krämerhauses wohnt. Mehr als 30 Stunden Arbeit stecken darin, bis alle Fenster erstrahlen – und nach Dreikönig muss ja auch alles wieder abgebaut werden. Er kann sich hier auf die Hilfe von Martin Moser, Michael Bonath, Willy Heine und oft auch von seinem Mann Marco verlassen.

Die Organisation der jährlichen Adventsausstellung im Kunstmuseum – die Anlieferung der Werke, Pressearbeit, Aufbau, Beschriftung und Vorbereitung der Vernissage, nimmt ebenfalls sehr viel Zeit in Anspruch. »Deshalb ist seit einigen Jahren die Eröffnung der Winterausstellung eine Woche vorverlegt, um die Arbeit besser zu verteilen«, sagt Naudet.

 

Der Besuch des Krämerhauses lohnt sich im Advent deshalb nicht nur am Abend, wenn die Fenstergemälde leuchten, sondern auch immer mittwochs, sonntags, am Neujahrs- und am Dreikönigstag am Nachmittag von 14 bis 17 Uhr. In diesem Winter ist bis zum 14. Januar unter dem Motto »Kosmos Schwarzwald trifft Gutacher Malerkolonie« ein buntes Kaleidoskop der Auseinandersetzung von Künstlern mit dem Thema Schwarzwald zu sehen.

 

Claudia Ramsteiner, Offenburger Tageblatt