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Förderung für Landarztpraxis

Aus dem Regionalbudget erhält Andrea Rohr 20.000 Euro für die Anschaffung eines Praxis-E-Autos.

Die neue Allgemeinmedizinerin Andrea Rohr, die am 1. September, eine Praxis in Gutach eröffnen wird, ist vom Leader-Regionalbudget mit einer Förderzusage von 20.000 Euro überrascht worden. Den Förderbescheid überbrachten der Vorsitzende der Leader-Aktionsgruppe Mittlerer Schwarzwald Henry Heller und Geschäftsführerin Julia Kiefer am Mittwoch, 17.06.2020 persönlich im Gutacher Rathaus.

Mit dem Regionalbudget unterstütze Leader erstmals Kleinprojekte von Kommunen, Privatpersonen, Unternehmen, Landwirten sowie Vereinen und Verbänden zur Stärkung des ländlichen Raums mit insgesamt 100.000 Euro im ersten und ebenso viel im zweiten Halbjahr, so Heller.

Von 23 Anträgen wurden sieben berücksichtigt – unter ihnen der von Andrea Rohr.

Praxisauto gewährleistet Hausbesuche

Zur modernen Medizin gehörten auch Hausbesuche, so Rohr. Um diese zu gewährleisten, möchte sie ein E-Auto für die Praxis anschaffen, was sich für die zu bewältigenden Kurzstrecken gut eignet und die Umwelt schont.

Dieses soll zudem mit einem Tablet-Computer ausgestattet werden, der Patientendaten vor Ort verfügbar macht und die zudem von dort ergänzt werden können. Weil manche Routinehausbesuche auch von Mitarbeiterinnen der Ärztin ausgeführt werden können, bietet das Tablet Rohr die Möglichkeit, diese bei ihrer Arbeit zu unterstützen und trotzdem entlastet zu sein: „Die Mitarbeiterinnen schicken beispielsweise ein Foto von einer Wunde oder einem Hautausschlag und ich könnte von der Praxis in Echtzeit eine Behandlungsempfehlung geben“, erklärt sie eine Möglichkeit der Nutzung.

Medizinische Grundversorgung steckt im Förderziel

Dem Projektierungsgremium sei es nicht schwer gefallen, Rohrs Antrag in den Fokus zu nehmen, so Heller, denn es würde die medizinische Grundversorgung gewährleisten, was die Infrastruktur der Gemeinde vor Ort stärke und dem Förderziel entspreche.

Kiefer ergänzte, dass die Förderung nicht nur von Land und Bund (180.000 Euro) getragen würde, sondern die 23 Mitgliedskommunen ihren Beitrag (20.000 Euro) leisten würden. Das entspreche lediglich ein paar Hundert Euro für jede Kommune im Jahr, allerdings mit großer Wirkung, warb Heller für weitere Mitglieder.

Kommunen beteiligen sich immer an Förderung

Bürgermeister Siegfried Eckert wies darauf hin, dass in den vergangenen Jahren beispielsweise mehr als 45 private Hausbesitzer bei ihren Vorhaben durch unterschiedliche Fördermöglichkeiten, allerdings immer mit einer Beteiligung der Kommune, unterstützt werden konnten.  

Martina Baumgartner, Offenburger Tageblatt

Bei der Übergabe der Förderzusage vor dem künftigen Eingang der neuen Landarztpraxis in Gutach: Julia Kiefer (von links), Henry Heller, Andrea Rohr mit Benjamin und Siegfried Eckert.