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Freude über gute Einnahmen

Erster Gutacher Haushalt nach neuem Haushaltsrecht / Erneut großer Batzen für die Wasserversorgung

 

Das Haushaltspaket für die Gemeinde Gutach ist geschnürt. Kämmerer Thomas Blum stellte in öffentlicher Sitzung das Zahlenwerk – den ersten in Doppik erstellten Haushaltsplan – vor. Der Ergebnishaushalt hat einen Umfang von 5,15 Millionen Euro.

 

Foto: Die Sanierung der Kirchenbrücke soll 280000 Euro kosten, die Hälfte davon erhofft man sich als Zuschuss.

 

Jede Gemeinde darf nur noch so viel ausgeben, wie sie an Ressourcen hat – und der Werteverlust muss dabei mit eingerechnet werden. Auch bei Neuanschaffungen müssen die Abschreibungen künftig berücksichtigt werden – damit die heutige Generation nicht auf Kosten der künftigen lebt. So in etwa ließe sich das neue Rechnungswesen Doppik (Doppelte Buchführung in Konten) zusammenfassen, nach dem die Gemeinde Gutach nun den ihren ersten Haushalt erstellt hat.

 

Dass bei Investitionen künftig der Werteverzehr – die Abschreibung – mit einberechnet werden muss, ließe sich an einem Gutacher Beispiel so beschreiben: Hätte die Gemeinde damals nach dem Bau der Kirchenbrücke tatsächlich zwei Prozent des Anschaffungspreises aufs Sparbuch gelegt, wie das neue Haushaltsrecht nun fordert – würde dieser Betrag nun die dringend fällige Sanierung decken. Unterm Strich müssten 370 000 Euro Abschreibungen tatsächlich erwirtschaftet werden.

 

Im Ergebnishaushalt, in dem alle Aufwendungen und Erträge eines Haushaltsjahrs dargestellt werden, könne nun der gesamte Ressourcenverbrauch nachgewiesen werden, erläuterte Kämmerer Thomas Blum. Der Finanzhaushalt beinhalte ähnlich dem bisherigen kameralen Haushalt alle Einzahlungen und Auszahlungen und stelle somit eine Art Liquditätsplanung dar. Der Ergebnishaushalt weist einen Überschuss von 263 605 Euro auf. »Die positive Nachricht für das erste Haushaltsjahr nach neuem Recht ist, dass der Ressourcenverbrauch 2018 komplett mit den zur Verfügung stehenden Erträgen abgedeckt wird«, kommentierte Blum. Ein Verlust müsste binnen drei Jahren ausgeglichen werden.

 

Zuvor hatte der Gemeinderat bereits einstimmig beschlossen, die Hebesteuersätze auf dem bisherigen Niveau zu belassen. Bei der erwarteten Gewerbesteuer packte Blum noch 200 000 Euro drauf und erhöhte seinen Ansatz auf 800 000 Euro – das sei immer noch »konservativ gerechnet«. Der Kämmerer freute sich außerdem über die deutliche verbesserte Schlüsselzahl für den Gemeindeanteil an der Einkommensteuer, der Gutach 1,4 Millionen Euro in die Kasse spült.

 

Der Finanzhaushalt schließt zwar mit einem negativen Saldo von 157 745 Euro ab – da der Bestand an liquiden Mittel zum Jahresbeginn 2018 noch rund 800 000 Euro betragen wird, sei kein Kredit erforderlich, so Blum (früher nannte man das Rücklagenentnahme). Schwerpunkt bei den Investitionen ist erneut die Sanierung der Wasserversorgung. Zumindest mit der Aufbereitung will man 2018 abschließen – dann wird das Rohrleitungssystem weiteres Geld schlucken.

 

Nach der »enormen Arbeit« der Umstellung zeigte sich Blum zufrieden mit dem Ergebnis. Die gute Konjunkturlage ermögliche einen guten Start ins neue Recht, »das wird nicht immer der Fall sein«, warnte er. Wegen des großen Aufwands könne er die mittelfristige Finanzplanung erst im Januar vorstellen. Das Lob des Bürgermeisters und der Gemeinderäte an den Kämmerer fiel nach der Vostellung des Entwurfs dieses Mal denn auch besonders groß aus.

 

Claudia Ramsteiner

Offenburger Tageblatt