im Schwarzwald | Heimat des Bollenhutes

Furioses Ende der Kunstbühne

Der Stern am Kulturhimmel »Magische Momente« verglüht in der Gutacher Festhalle strahlend hell

Die Gutacher Kunstbühne war schon seit Tagen ausverkauft. Wer eine Karte ergattert hatte, wurde Zeuge eines großartigen Programms und gleichzeitig der letzten »Magischen Momente« dieser außergewöhnlichen Kulturreihe.

Was bringt einen versierten Programmgestalter dazu, nach dem musikalischen Inferno der »Mozart Heroes« noch einmal die Sängerin vom Beginn auf die Bühne zu schicken? Suzanne Noppers Schlusslied »Time to say goodbye« ließ es schon erahnen: Mit diesem großartigen Programm am Dienstagabend, 02.10.2018 in der schon lange ausverkauften Gutacher Festhalle ging ein Kulturglanzlicht der Region zu Ende.

Initiator und Moderator Alfred Metzler streut herbeigezauberte Papierherzen auf die Bühne und verkündet, was viele in ihrer Verzückung über das gerade Erlebte beim Hinausströmen aus der Halle noch gar nicht glauben können: Die zehnten »Magischen Momente« waren die letzten. Der helle Stern am Kulturhimmel verglühte am Dienstagabend allerdings strahlend hell.

Mit großer Stimme und beliebten Broadway- und Musical-Hits wie »Come to the Cabaret«, »Hello Dolly« oder »Memory« aus dem Musical »Cats« steigt Suzanne Nopper, preisgekrönte Musical- und Popsängerin aus dem Kaiserstuhl, in den Abend ein.

Seit zehn Jahren verblüfft Alfred Metzler auf der Gutacher Kunstbühne nicht nur durch seine Magie und seine zauberhafte Moderation, sondern auch durch seine glückliche Hand bei der Komposition des Programms. Auf das fulminante Intro der Sängerin folgt ein heiteres Intermezzo des Herrn Kasimir: Clown, Akrobat, Magier, Pantomime und mit seinem frechen Charme schon nach wenigen Minuten erklärter Publikumsliebling. Er hauchte den ganzen Abend über immer wieder »toten« Objekten wie Besen oder Meterstab Leben ein und ließ vergessen, welch mimische und akrobatische Fähigkeit, welch Kreativität und Präzision der Bewegungen hier abverlangt werden, um all die Gags so leicht aussehen zu lassen.

»King of Yo-Yo«

Dies galt ebenso für Naoto, den »Yo-Yo-Weltmeister«, der auch das Diabolo auf der Bühne in atemberaubender Geschwindigkeit durch die Luft jagte und mit seinem verschmitzten Charme das Gefühl vermittelte, als ob diese Präzision und die aberwitzige Choreografie mit diesem »Spielzeug« tatsächlich ein Kinderspiel sei.

Headbangender Mozart

Und dann kamen die »Mozart Heroes«. Den Prädikaten von Moderator Metzler über die beiden Luzerner Musiker lässt sich nichts mehr hinzufügen: »virtuos, brachial, genial.« Der Gitarrist und der Cellist mixen alte Klassiker mit der Filmmusik von »Ghostbusters«, mit Metallica, ACDC oder Ed Sheeran. Irgendwann träumt man bei diesem Wahnsinns-Sound von Bach, Axl Rose, Mozart und Pink headbangend auf dem »Highway to hell«, während sich der Bogen des Cellisten beim Parforceritt über die Saiten langsam auflöst und selbst altehrwürdige Gutacher von den Stühlen springen und um Zugabe flehen.

Aus, vorbei, die Gutacher Kunstbühne ist Geschichte. Bürgermeister Siegfried Eckert hatte sich zu Beginn bereits verkünstelt und allen Sponsoren in Reimform gedankt – auch diese hatten mit vielen tausend Euro Spenden über das Jahrzehnt ihren Anteil an den »magischen Momenten«, die Alfred Metzler mit so viel Herzblut inszeniert hat. Das Publikum dankt zum Schluss mit stehenden Ovationen.

Claudia Ramsteiner
Offenburger Tageblatt

Gruppenbild eines erfolgreichen Abends von links: Moderator Alfred Metzler, Herr Kasimir (Pantomime und Clown), Naoto (the King of Yo-Yo), Suzanne Nopper (Sängerin) die Mozart heroes (Phil Seeholzer, Gitarre und Chris Krebs, Cello)

Herr Kasimir demonstrierte eindrucksvoll die Sache mit der Biene und der Blume…

Der Weltmeister des Yo-Yo, „Naoto“ in Aktion

Sehr zum Vergnügen der Zuschauer „torpedierte“ Herr Kasimir die Zauberkunststücke von Moderator Alfred Metzler

Der Hauptact des Abends: Die Mozart heroes brachten mit ihrem mitreißenden Konzert die Gutacher Festhalle zum Beben!

Zum Abschluss ließ Moderator und Magier Alfred Metzler rote Herzen „regnen“