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Grandiose Vorstellung der Gutacher Elite-Kunstradsportler beim 1. German Masters

8. September in Wendlingen / Württemberg

Besser hätte es für die beiden Gutacher Elite-Kunstradpaare Nattmann / Wurth und Füssel / Schwendemann beim 1. German Masters in Wendlingen kaum laufen können. Beim wichtigsten Wettbewerb in der Elite-Kategorie zeigten sie neue Bestleistungen und freuten sich riesig über den gelungenen Wettkampftag im Schwäbischen. Beide Paare haben sich damit vorzeitig für die Deutsche Hallenradmeisterschaft qualifiziert. Das fleißige Training und die intensive Wettkampfvorbereitung der letzten Wochen hatten sich gelohnt, denn es geht in dieser Wettkampfserie vor allem auch um die WM-Teilnahme.

Als dritter Start, morgens um neun Uhr, bewiesen Lisa Schwendemann mit Dénes Füssel, dass sie ihre Kür mit 119,30 eingereichten Punkten bestens beherrschten. Nahezu fehlerfrei spulten sie ihr Programm ab und erzielten ihre bisher beste Punktzahl von 111,50 Zählern. Das Paar war glücklich und als sie am Ende ihrer Kategorie „Zweier offene Klasse“ auf dem dritten Platz innerhalb der deutschen Teilnehmern standen, war klar, dass sie in der Zwischenrunde ein weiteres Mal ihr Können zeigen durften. Nur die drei besten Paare aus der Vorrunde dürfen in der Abendveranstaltung im Finale antreten. Dafür qualifizierten sich neben den dominierenden Zweier-Weltmeistern Hanselmann / Scheffold (155,53), die Europameister Tisch / Stapf (149,55) und die Schweizer Meister Hammerschmidt / Burri (131,85). Die Vizeweltmeister Gebrüder Bugner konnten verletzungsbedingt an diesem 1. German Masters noch nicht antreten. Beim zweiten Auftritt  von Füssel / Schwendemann (102,80) in der Zwischenrunde, verhinderte nur ein unglücklicher Absteiger ein weiteres gutes Ergebnis der beiden Gutacher.

Fokussiert brachten Sophie-Marie Nattmann und Caroline Wurth am Nachmittag bei den Zweier Frauen ihre Kür auf die Fahrfläche. Dass von den eingereichten 149,90 Punkten am Ende 144,49 auf der Anzeige stehen würden und damit eine neue Bestleistung, war im Vorfeld nicht zu erwarten. Der Plan, mit einer sicheren Kür in diesen Wettbewerb zu starten, ging voll auf. Punktgleich gingen ihre stärksten Konkurrentinnen aus der Pfalz und Europameisterinnen Lisa und Lena Bringsken an den Start. Jedoch verließen sie mit einer mäßigen Vorstellung (137,32) die Fläche, was den beiden Schwarzwälderinnen ordentlich Selbstbewusstsein gab. Insgesamt zwölf Zweier-Paare präsentierten in dieser Disziplin Kunstradfahren auf höchstem Niveau. Als Favoritinnen gingen Nattmann / Wurth in der Abendveranstaltung ins Rennen. Mit 142,46 Punkten bestätigten sie ihre klasse Form und siegten überragend vor den Geschwister Brinsgken (130,93) und dem Paar Kirst / Bärk (120,74) vom RSF Bonn-Duisdorf.

Im Finale sorgten die Frauen im Einer-Fahren für eine super Stimmung unter den etwa 500 Zuschauern. Tosenden Applaus erhielt Iris Schwarzhaupt aus Stuttgart für die beste Kür, denn mit 191,86 Punkten stellte sie einen neuen Weltrekord auf.

Karin Wurth
RSV Gutach

 

Info-Box

Das Qualifizierungssystem für die Weltmeisterschaftsteilnahme ist etwas für Rechenkünstler. In der Summe der fünf besten Punktergebnisse, aus sieben Durchgängen der German Masters-Serie und dem ersten Ergebnis der Deutschen Meisterschaft, errechnet sich die WM-Teilnahme. Nur die zwei Besten mit den meisten Punkten jeder Disziplin dürfen für Deutschland an den Start gehen.

Eine Topleistung zeigten Sophie-Marie Nattmann (Kopfstand) und Caroline Wurth (Schulterstand) schon im ersten Durchgang.

Lisa Schwendemann und Dénes Füssel strahlten nach der gelungenen ersten Fahrt.