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Grandioser Wettkampf beim 1. German Masters

am 7. September 2019 in Murg bei Laufenburg

Die Murgtalhalle am Hochrhein bei Laufenburg schien die Kunstradfahrerinnen und -fahrer am Samstag 7. September zu Höchstleistungen anzuspornen, denn beim ersten German Masters gab es einige neue Bestleistungen und sogar drei Weltrekorde. Optimale Bedingungen bot der ausrichtende RSV Wallbach und die vielen Zuschauer sahen Kunstradfahren vom Feinsten.

Gleich zu Wettkampfbeginn setzte das Favoritenpaar bei den Zweier Frauen Sophie-Marie Nattmann und Caroline Wurth vom RSV Gutach ein Ausrufezeichen und fuhr mit seiner Kür eine neue Bestleistung mit 145,30 Punkten aus. Sie gewannen die Vorrunde mit über zwanzig Punkten Vorsprung. Das war ein prima Start in diese dreiteilige Wettkampfserie, die am Ende die beiden Deutschen Meisterinnen erneut zur Weltmeisterschaft führen soll. Um das zu erreichen, krempelten sie vor vier Wochen die komplette Kür um und griffen auf das bewährte Kürprogramm vom letzten Jahr zurück. Das war die richtige Entscheidung, denn damit präsentierten sie sich routiniert und eingespielt. Mit kleinen Veränderungen bauten die beiden die eingereichten Punkte sogar auf 152,50 Punkte aus. Auch im Abendfinale, beim zweiten Durchgang, erreichten sie damit 142,38 Punkte. Kleiner Wermutstropfen war, dass das Weltmeisterpaar Lena und Lisa Bringsken am Abend auch eine neue Bestleistung mit 142,83 Punkten präsentierte und damit knapp den Finalsieg einheimste. Die beiden Pfälzerinnen vom RCV Böhl-Iggelheim werden wieder die schärfsten Konkurrentinnen um die WM-Teilnahme sein, denn es dürfen nur zwei Paare für Deutschland bei der WM in Basel Anfang Dezember antreten. Die Württembergerinnen Selina Marquardt und Helen Vordermeier vom RV Oberjesingen machen den beiden Paaren aber ordentlich Druck, denn in der Zwischenrunde fuhr es 132,99 Zähler aus. Ihr Ergebnis vom Vormittag mit 112,94 Punkten wird wohl ein Streichergebnis (siehe Info-Box) sein.

Auch das zweite Gutacher Paar mit Lisa Schwendemann und Dénes Füssel bewährte sich vor allem im zweiten Durchgang, der Zwischenrunde. Mit 112,58 Punkten lieferten sie ein besseres Ergebnis als im letzten Jahr beim ersten German Masters ab. In der Zwischenrunde waren sie deutlich entspannter und nicht so nervös. „Wenn man Freude am Fahren hat, dann hat man eine ganz andere Ausstrahlung, die sich auch aufs Ergebnis auswirkt“, sagte Füssel später. Mit ihrer Leistung waren die beiden Kadermitglieder sehr zufrieden. Beim ersten Durchgang in der Vorrunde wollte die Kür bei den Schwarzwäldern nicht so glücken. Gleich bei der ersten Drehung stießen die Räder aneinander, was zu einer Bodenberührung führte und den weiteren Kürverlauf beeinträchtigte. In dieser Gruppe, der Zweier offenen Klasse, sind wieder die aktuellen und ehemaligen Weltmeister am Start, die trotz langer Verletzungspause ein enorm hohes Niveau präsentierten.

Die Höhepunkte des Tages lieferten aber die aktuellen Weltmeister im Einer der Frauen und Männer. Milena Slupina fuhr eine grandiose Kür, mit der sie 195,35 Punkte erreichte und damit einen neuen Weltrekord aufstellte. Lukas Kohl, der ebenfalls aus Bayern kommt, übertraf sich selbst, da er den vor einer Woche selbst aufgestellten Weltrekord knackte und sich bei diesem Wettbewerb gleich zwei Mal verbesserte. Der Weltrekord (211,15) aus der Vorrunde hielt nur bis zum Finale, denn dann fuhr er dank einem zehnfachen Drehspung mehr aus als er einreichte, nämlich unglaubliche 213,05 Punkte. Das Publikum war begeistert und feierte den Ausnahmeathleten mit stehendem Applaus. Am 21. September geht’s dann zum zweiten German Masters nach Biberach an der Riss.

Karin Wurth
RSV Gutach


Info-Box

Die fünf besten Ergebnisse aus sieben Wertungen sind ausschlaggebend für die WM-Teilnahme. Sechs Durchgänge in der German Masters Serie und die Vorrunde der Deutschen Meisterschaft fließen in diese Berechnung ein. Die zwei schlechtesten Ergebnisse sind die sogenannten „Streicherergebnisse“ und werden nicht summiert. Nur zwei Startplätze in jeder Disziplin hat Deutschland bei der Weltmeisterschaft, die dieses Jahr vom 6.-8. Dezember in Basel stattfindet.

Beäugt von den Weltmeisterinnen im Hintergrund, zeigten Sophie-Marie Nattmann und Caroline Wurth auf den Schultern zwei sehr gute Vorführungen.

Dénes Füssel und Lisa Schwendemann sind in guter Form und bewährten sich beim 1. German Masters.