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Hans-Jürgen Schneider ist Ehrenvorsitzender

Er ist seit fast 40 Jahren Mitglied in der FDP, betreute ab 1985 die Geschäftsstelle im FDP-Ortsverband, wurde 2002 dessen Vorsitzender und arbeitete 25 Jahre im Gemeinderat mit. Bereits vor der Gemeinderatswahl im Mai 2019 hatte Hans-Jürgen Schneider angekündigt, das Amt in jüngere Hände legen zu wollen. „Nachdem ich seit der letzten Wahl auch nicht mehr im Gemeinderat bin, ist die Übergabe nur eine konsequente Folge“, sagte er am Mittwochabend, 26.08.2020 in der Hauptversammlung des FDP-Ortsverbands Oberes Kinzigtal/Gutachtal im Gasthaus „Engel“ in Gutach.

Sein Rückblick streifte deshalb nicht nur das vergangene Jahr, sondern die gesamte Entwicklung, die ohne „die mannigfache Unterstützung seiner Mitstreiter so nicht möglich gewesen wäre.“ Immerhin habe selbst die FAZ Gutach als „Hochburg der FDP“ bezeichnet nach dem Wahlergebnis von 23,6 Prozent bei der Bundestagswahl 2009. Der Ortsverband machte seinen engagierten Motor der vergangenen Jahre zum Ehrenvorsitzenden.

Der zweite Vorsitzende Martin Heinzmann charakterisierte in seiner Laudatio Hans-Jürgen Schneider nach den Initialen der FDP: Er habe es verstanden, Aufgaben zu forcieren und sich darauf zu fokussieren, mit seiner Gabe, dranzubleiben und zu differenzieren habe er die Belange der Gemeinde auch im Gemeinderat stets gut vertreten, und für das P stehe das Planen und Positionieren, Schneider habe immer klare Kante gezeigt und seinen Standpunkt dann auch nach außen vertreten. Das P stehe aber auch für Plakatieren – dabei habe er selbst nämlich den späteren Vorsitzenden kennengelernt. Als Präsent gab es für den passionierten Jäger ein Buch über die Treibjagd und eine Einladung zum Essen.

Bürgermeister Siegfried Eckert verwies auf die vermutlich deutschlandweit einmalige Konstellation, dass im Gutacher Gemeinderat vier Parteien genau paritätisch vertreten sind. Insgesamt habe Hans-Jürgen Schneider ein Vierteljahrhundert im Gemeinderat mitgewirkt, und seine vielen Anregungen und seine „Quergedanken“ hätten der Gemeinde sehr gut getan. Die kommunale Ehrung erfolge dann bei der Einwohnerversammlung. Hans-Jürgen Schneider arbeite auch bereits seit 35 Jahren im Kreisverband mit, er habe ihn dort schätzen gelernt als einen, der beruhigend, ausgleichend und souverän wirkt, lobte der Kreisvorsitzende Johannes Huber.

„Manchmal wünschte ich mir, dass überall Gutach wäre“, bekannte der Bundestagsabgeordnete Marcel Klinge. Die Nebeneinkünfte von zigtausend Euro von Bundestagsabgeordneten mache ihn wütend und traurig, denn die wahren Helden der Demokratie seien die 99 Prozent Ehrenamtlichen wie Hans-Jürgen Schneider. Schneider selbst betonte, dass ihm die Arbeit im Ortsverband und im Gemeinderat immer Freude gemacht habe. „Die Ehre braucht’s nicht“, betonte er. Er sei zwar weg vom Amt, werde aber seiner Nachfolgerin gern noch die eine oder andere Arbeit abnehmen.

Claudia Ramsteiner, Offenburger Tageblatt

Hans-Jürgen Schneider (Mitte) wurde zum Ehrenvorsitzenden des FDP-Ortsverbands ernannt. Zu seinem Abschied aus dem Amt kamen auch der Kreisvorsitzende Johannes Huber (links) und der Bundestagsabgeordnete Marcel Klinge.