im Schwarzwald | Heimat des Bollenhutes

Herzlichen Glückwunsch, Bollenhut!

Die Tracht mit den roten und schwarzen Bollen auf den Hüten ist weltweit zu einem Symbol für den Schwarzwald geworden. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Und es gibt einen Grund, weshalb dieser Bollenhut überhaupt entstanden ist. Und der liegt genau 225 Jahre zurück.

Am 7. Januar 1797 erging die Anweisung des Herzogs Friedrich Eugen von Württemberg an die Gemeinden im Oberamt Hornberg, auf ihre Strohhüte die »übliche Decoration von schwarzer und roter Farbe aufzutragen«. „Vom Aufmalen roter und schwarzer Kreisflächen auf die Strohhüte bis zum Aufnähen von Wollrosen oder kleinen Wollbollen war es offensichtlich nur ein kleiner Schritt“, schrieb Ansgar Barth. Natürlich hat die Gutacher Bollenhutmacherin recht, wenn sie sagt, die Formulierung „übliche Decoration“ weise darauf hin, dass es diese schon gegeben habe. Aber das ist wie bei den meisten Jubiläen, auch von Städten und Gemeinden: Sie stützen sich auf die erste urkundliche Erwähnung, weil man für ein Jubiläum halt ein Datum braucht.

Der entscheidende Grund für die weltweite Verbreitung der Bollenhuttracht waren die Künstlerpostkarten der Maler Wilhelm Hasemann, Curt Liebich, Fritz Reiß und Heinrich Hoffmann. Zwischen 1880 und 1925 gingen Tausende der kleinen Kunstwerke in alle Welt. So kam es, dass der Bollenhut und die Gutacher Form der Höfe weltweit als „die Schwarzwaldtracht“ und „der Scharzwaldhof“ gelten – obwohl es im gesamten Schwarzwald viele Hausformen und noch viel mehr verschiedene Trachten gibt.

Mehr dazu lesen Sie im Offenburger Tageblatt vom 7. Januar oder auf www.bo.de. Dort vervollständigen fünf Menschen aus Gutach und Kirnbach, darunter auch Bürgermeister Siegfried Eckert, den Satz „Der Bollenhut ist für mich…“, das „Bollenhutmodel“ Teresa Mantel spricht über ihr Verhältnis zur Tracht, die Bollenhutmacherinnen Gabriele Aberle und Waltraud Kech kommen zu Wort sowie die junge Reichenbacherin Sarah Schneider, die am vergangenen Erntedankfest den Bollenhut zum ersten Mal aufziehen durfte.

Claudia Ramsteiner, Offenburger Tageblatt

Das Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof engagierte Teresa Mantel 2010 als Model für seine Werbeauftritte.

Gabriele Aberle ist Bollenhutmacherin in Gutach.