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Jagdgenossen setzen eigene Frist

Zahlreiche Jagdgenossen – und nach der Herstellung der Öffentlichkeit auch Jagdpächter – konnte Vorsitzender Werner Moser am Donnerstagabend, 05.04.2018 zur Hauptversammlung der Jagdgenossenschaft begrüßen. Im Gespräch mit dem Offenburger Tageblatt berichtete er von der Versammlung. Auch dieses Mal seien die Mitglieder bereit gewesen, vom Überschuss, der laut Kassierer Jürgen Wöhrle 1345 Euro betrug, einen Teil abzugeben. Eine Spende von 500 Euro geht nun an die Carl-Sandhaas-Schule in Haslach, der Rest wird in die Rücklagen wandern.

Erhöhter Wildverbiss

Heiß diskutierte Themen des Abends seien der Wildverbiss und die Wildschweinschäden gewesen. Alle drei Jahre erstellt der Förster einen Wildschadensbericht – und aus diesem gehe hervor, dass man immer noch mit einem erhöhten Wildverbiss zu kämpfen habe. »Laut Waldgesetz sollte die Naturverjüngung ohne fremden Schutz möglich sein, das funktioniert noch nicht«, so Moser.
Vor zwei Jahre habe man mit einer neuen Zielvereinbarung für den Abschuss von Rehwild auf zwölf pro 100 Hektar die Jäger herausgefordert, nocht stärker einzugreifen. Die Mitglieder der Jagdgenossenschaft sähen sehr wohl die Probleme, die die Jäger mit der Rehwildbejagung hätten. Nachdem tagsüber die Wälder immer mehr belebt würden, sei das Rehwild scheu geworden und fast nur noch nachts aktiv – nachts dürfen die Jäger aber nicht schießen.

Die Jäger hätten darum gebeten, extrem betroffene Gebiete zu melden, damit man sich darauf konzentrieren könne und sich nicht auf der gesamten Fläche verzettle. 
Für die Erhebung und Schadensmeldungen von Wildschweinschäden hatten die Gutacher Jagdgenossen einen Leitfaden erstellt. Es sei zwar geregelt, dass Jäger zu 100 Prozent verpflichtet sind, Wildschweinschäden zu beheben – es werden jedoch keine Fristen genannt. Auch der Gesetzgeber habe dies versäumt. Die Crux: Oft sind die Felder im Frühjahr, wenn die Landwirte das Gelände vorbereiten wollen, noch übersät von Wildschweinschäden.

In diesem Jahr sei dies wegen des langen Winters besonders gravierend. In ihrem Leitfaden haben die Gutacher Jagdgenossen zwar eine Frist auf 1. April gesetzt – diese sei aber rechtlich nicht abgesichert. In diesem Jahr habe vor allem der lange Winter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Gerade die Steilhänge seine wegen der Feuchtigkeit noch gar nicht zu befahren, und für den Mulchvorgang dürfe das Gras auch nicht zu nass sein.

Auch hier fehlt es nicht am Verständnis, dass die Wildschweine sehr schwer zu bejagen seien. Sowohl der Vorsitzende Werner Moser als auch Hans-Jürgen Schneider vonseiten der Jäger betonten, wie wichtig es sei, im Gespräch zu bleiben, Probleme möglichst gemeinsam anzugehen und miteinander statt übereinander zu reden. 
Bürgermeister Siegfried Eckert dankte der Jagdgenossenschaft für die enorme Entlastung der Gemeinde jedes Jahr und bat ebenfalls um einen guten Kontakt zwischen den Mitgliedern und den Jagdpächtern.

Claudia Ramsteiner, Offenburger Tageblatt

In einem Leitfaden halten die Jagdgenossen fest, dass Wildschweinschäden bis 1. April beseitigt werden müssen. In diesem Jahr stand der lange Winter dagegen. ©Hilmar Walter