im Schwarzwald | Heimat des Bollenhutes

Klasse Leistung und großartiger Erfolg für den RSV Gutach

Sophie-Marie Nattmann und Caroline Wurth lösen EM-Ticket!

Lisa Schwendemann und Dénes Füssel zeigen Kampfgeist.

Wendlingen am 21. April 2018

Die Nerven der Gutach RSVler wurden am letzten Samstag wieder arg strapaziert, denn die Schwarzwälder waren als einziger Verein aus Deutschland mit zwei Startern beim Qualifikationswettkampf um die Teilnahme bei der Europameisterschaft dabei. Spät am Abend löste sich die Anspannung, als im Finale klar war, dass der Zweier mit Sophie-Marie Nattmann und Caroline Wurth die Qualifikation in der Tasche hatte. Zur EM-Teilnahme reichte es dem zweiten RSV-Duett mit Lisa Schwendemann und Dénes Füssel allerdings nicht. Aber schon die Quali-Teilnahme war ein toller Erfolg, den sich beide dank ihrem guten Abschneiden im letzten Jahr hart erarbeiteten. Im württembergischen Wendlingen präsentierten sie mit ihrer Kür neue Höchstschwierigkeiten und bauten damit ihre aufgestellten Punkte aus.

Sehr spannend war deshalb dieser Wettkampf in der „Sporthalle Im Speck“ für alle Teilnehmer, denn es gab an diesem Tag nur zwei Möglichkeiten sich zu empfehlen. Um den EM-Startplatz zu ergattern zählte nur das Finale, wo sich die besten nach dem K.o.-Prinzip qualifizierten. In der Vorrunde präsentierten sich die Kandidaten das erste Mal mit ihrer Kür. Am Abend fuhren die Erstplatzierten gegen den Vierten und die Zweitplatzierten gegen den Dritten aus dem ersten Durchgang.

In der Zweier-Kategorie Elite offen machten Lisa Schwendemann und Dénes Füssel mit ihrer neuen 124,60 Punkte-Kür den Anfang. Bis auf den Wechsel auf ein Rad waren sie sicher und schön unterwegs. Als jedoch Füssel mit Partnerin auf den Schultern einen Positionswechsel im Steiger vornehmen wollte, kippten beide spektakulär vom Rad. Nach kurzer Unterbrechung setzten sie ihre Kür fort und brachten diese mit 98,62 Punkten und dem vierten Platz glücklich zu Ende. Sie zeigten Kampfgeist und traten am Abend im Finale, trotz Schmerzen in Lisas Schultern, nochmal an und fuhren mit 103,64 Punkten ein prima Ergebnis mit nahezu persönlicher Bestleistung heraus.

Etwas nervös waren die Vereinskameradinnen Sophie-Marie Nattmann und Caroline Wurth, die als Favoritinnen mit aufgestellten 148,70 Punkten in den ersten Wettbewerb starteten. Die herausgefahrenen 127,71 Punkte brachte sie auf den zweiten Platz, hinter den wettkampfstarken Konkurrentinnen, den Geschwistern Lena und Lisa Bringsken (133,63) aus der Pfalz. Im K.o-Duell im Abendfinale mussten sie gegen das württembergische Paar Marquardt-Vordermeier vom RV Oberjesingen antreten, die sie mit ihren herausgefahrenen Punkten von 119,34 unter Druck setzten. Jedoch spulten die Schwarzwälderinnen diesmal ihre Kür routinierter ab und waren am Ende mit 132,93 Punkten Finalsiegerinnen und für die Europameisterschaft qualifiziert. Mit strahlenden Augen und großem Jubel verließen sie die Fahrfläche und nahmen auch gleich die ersten Glückwünsche zu diesem großartigen Erfolg entgegen. Zum zweiten Mal, nach dem Sieg bei der Junioren-Europameisterschaft in 2015, werden sie nun im Nationaltrikot für Deutschland um den EM-Titel kämpfen.

Um den Kunstradsport in der Elite-Kategorie noch attraktiver zu gestalten und das ganze Jahr mit Wettkämpfen präsent zu sein, hob der UEC (Union Européenne de Cyclisme) die Europameisterschaft im Kunstradfahren aus der Taufe. Diese findet zum ersten Mal, zusammen mit den Radballern, am 1./2. Juni in Wiesbaden statt. Das Paar Wurth/Nattmann vom RSV Gutach ist eines der beiden Starter in der Kategorie Zweier-Kunstradfahren. 

Karin Wurth
RSV Gutach

Diese Kunstradsportler dürfen für Deutschland bei der Europameisterschaft in Wiesbaden an den Start.

Links Sophie-Marie Nattmann und Caroline Wurth im Standsteiger kurz vor einer Drehung.

Im Finale Dénes Füssel mit Lisa Schwendemann auf den Schultern.