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Küchenkräuter bei der Siegerehrung beim 1. German Masters in Öhringen-Pfedelbach

29. August 2021

Pure Freude herrschte beim ersten German Masters in der Sporthalle an der Schanz in Öhringen-Pfedelbach, als die Kunstradsportlerinnen und -sportler eintrafen. Wiedersehensfreude in der Kunstrad-Gemeinde und die Lust auf Wettkampf war zu spüren, aber auch die Anspannung, bei solch einem Qualifikations-Wettbewerb anzutreten. Endlich nach der lange Corona-Pause wieder eintauchen und mitfiebern. Der gastgebende Verein RV Öhringen hatte sich voll ins Zeug gelegt und alle Annehmlichkeiten geboten, vom kostenlosen Obst für die Sportler bis hin zum freien Eintritt für die Zuschauer in der Halle und einen Livestream für die Daheimgebliebenen; aber auch Corona-Schnelltests vor der Halle, um den Hygienebestimmungen gerecht zu werden. Mehr als 50 Starts boten Kunstradfahren vom Feinsten im Einer und Zweier der Ü18-Kategorie, also der sogenannten Elite. Auch Teilnehmer aus Österreich und der Schweiz nutzten diese Gelegenheit, um Wettkampferfahrungen zu sammeln. Für die Deutschen ging es am Sonntag aber um die ersten beiden Ergebnisse für die WM-Qualifikation, Kaderplatzierungen und um die Starterlaubnis bei den Deutschen Meisterschaften im Oktober in Moers.

Vom RSV Gutach traten zwei Elite-Paare an. Eigentlich sind die Zweier Wöhrle / Wurth und Füssel /Schwendemann „alte Hasen“, aber auch sie ließen sich von der spannenden Atmosphäre anstecken. Gerade in der offenen Klasse der gemischten Zweier-Paare hatte das Paar Dénes Füssel mit Lisa Schwendemann sehr starke Konkurrenz in ihrer Gruppe. Daher landeten die beiden in der Vorrunde mit 113,11 Punkten auf dem siebten Rang. Wegen ihres Kader-Status' von 2019 durften sie in der Zwischenrunde nochmals antreten, aber mit 109,08 Punkten verbesserten sie sich nicht. Das reichte nicht für die direkte DM-Qualifikation. Die können die beiden mit der Teilnahme beim Deutschland-Cup Mitte September in Schwanewede erreichen. Nachdem die ersten vier Minuten der Kür super gelaufen waren, hatte Dénes Füssel vor allem bei den Belastungsübungen zu kämpfen und sagte dazu: „Ich denke das Problem ist für mich, dass die Wettkampferfahrung nach der langen Pause fehlte. Im Training klappten die Übungen im Programm. Das müssen wir im Laufe der Saison noch hinbekommen, dass wir das auch im Wettkampf zeigen."

Etwas enttäuscht war das zweite Paar vom RSV Gutach Sophie-Marie Wöhrle und Caroline Wurth von seinen Leistungen. In der Vorrunde (128,81) und im Finale (138,14) lieferten es zwar auf einem Rad eine perfekte Kür ab. Auf zwei Rädern klappte dann aber die Abstimmung bei den Drehungen nicht ganz, sodass es bei etwa 155 eingereichten Punkten beträchtlich Abzug gab. Sophie-Marie Wöhrle meinte, dass sie nicht ihren besten Tag erwischt hätten, aber beim nächsten German Masters am 11. September in Denkendorf es besser machen wollen. Der Zweier Helen Vordermeier und Selina Marquardt vom RV Oberjesingen sind mit seinen ausgefahrenen Ergebnissen (127,86 und 139,29) auf Augenhöhe mit den beiden Schwarzwälderinnen.

Originell war die Idee des Ausrichters, bei der Siegerehrung einen Blumentopf mit Gartenkräutern und für alle Teilnehmer ein Sixpack Radler-Bier zu verschenken. Beste Werbung für diesen außergewöhnlichen Sport war vor allem der neu aufgestellte Weltrekord der Lokalmatadoren Sea Scheffold und Max Hanselmann mit 173,50 Punkten im Zweier der offenen Klasse. Am Ende gab es stehende Ovationen für die beiden Ausnahmetalente und deren Verein RV Öhringen.

Karin Wurth

Küchenkräuter gab es als Prämierung.

Dénes Füssel und Lisa Schwendemann beim 1. German Masters in Pfedelbach.

Im Finale haben Sophie-Marie Wöhrle und Caroline Wurth knapp den Tagessieg verpasst.