im Schwarzwald | Heimat des Bollenhutes

Lieder zum Leben und zur Heimat

Liedermacher, Dichter und Autoren Cindy Blum und Serge Rieger geben ein gemeinsames Konzert im Gutacher Kunstmusem zum Thema „Heimat“. Leise, aber deutlich, ist ihre musikalische Sprache und lässt aufleben, was jeder Zuhörer schon einmal erlebte.

Wenn es nach Liedermacherin Cindy Blum geht, ist Heimat „sehen, schmecken, riechen und hören“, sagte die gebürtige Gutacherin beim gemeinsamen Konzert mit Serge Rieger. Das gaben die Dichterund Musikerkollegen am Donnerstagabend im Rahmen der Fotoausstellung „Zoom Schwarzwald“ im Kunstmusem Hasemann-Liebich, und wagten eine musikalische „Reise durch alles was Heimat allen ist und sein kann“, so Blum.

Einfühlsam und in „mini Muettersproch! gesungen

Während die Sängerin ihre Heimat einfühlsam zart, manchmal melancholisch und in oft tiefsinningen Metaphern beschrieb, ergänzte Rieger eine humorvolle Sicht auf seine Heimat, die nicht weniger nachdenklich und manchmal in Französisch und oft in „mini Muettersproch“, Elsässerditsch, war.

Musikerkollegen und Freunde harmonieren 

Dabei ergänzten sich die Freunde, die sich als Mitglieder des Autorenwerks Ortenau-Elsass kennenlernten, hervorragend: „Für Roberto Blanco wäre ich nicht nach Gutach gekommen – für Cindy schon“, komplementierte der charmante Elsässer. Und so harmonierten die beiden sympathischen Künstler nicht nur mit Mandola, Gitarre und Akkordeon.
Und während der eine Individualität ausdrückt, weil er „ums verecka nicht“ mitmachen will, wenn ihm etwas gegen den Strich geht, ist ihre „Art Welt keine Antwort für jemanden der Fragen stellt“.

Passwort „Heimat“ bis zum Schluss

Wie stark man mit seiner Heimat verbunden ist, weiß Blum genau. Ihr Passwort „Heimat“ ist „so alt ist wie der Fluss“ und gilt bis „zu guter Letzt, der alte Sensenmann deine Zugangsdaten löscht“. Unabhängig voneinander hätten Rieger und Blum sogar das gleiche Lied über Kindheit geschrieben. „Nimm noch einmal auf Deinen Schoß, morgen bin ich schon zu groß“, sang Rieger und Blum pfiff und konterte: „Hab ich ein Glück“, „ich drück die Welt und sie sagt: Drück!“

Unaufgeregt und dennoch aufregend

Und auch ein weihnachtliches Lied und Cohnes „Hallelujah“ als Schwarzwaldversion kam bestens bei den Zuhörern an. Unaufgeregt und dennoch aufregend kreisten der Elsässer und die Gutacherin den Begriff „Heimat“ in seiner Bedeutung mit ihrer Musik und ihren Texten immer enger ein. Sie zauberten dem Publikum mit fast jedem ihrer Stücke ein Lächeln des Wiedererkennens ins Gesicht. Und als der viel zu kurze Abend zu Ende ging hatten sich Musiker und ihre rund 50 Zuhörer ohne Erklärungen verständigt: Heimat, Kindheit, Leben und Liebe ist vielfältig und schön, allerdings niemals laut.

Martina Baumgartner
Offenburger Tageblatt

Serge Rieger und Cindy Blum verstanden die Kommunikation mit ihrem Publikum.