im Schwarzwald | Heimat des Bollenhutes

Mitreißendes Konzert mit vielen Soli

Schlagzeuger beim Jahreskonzert der Trachtenkapelle als »Stars« am Marimbafon gefeiert

 

Die Trachtenkapelle Gutach nahm die Besucher ihres Jahreskonzert am Samstag, 2. Dezember 2017 in der Festhalle mit auf eine Zeitreise und präsentierte zur Musik von vor 100 Jahren Interessantes und Unterhaltsames aus der Ortsgeschichte Anfang des 20. Jahrhunderts.

 

Foto 1: Jasmin Hund und Mike Lauble erzählten als »’s Kronewirts« Gutacher Geschichte(n).

 

Foto 2: Philipp Schondelmaier spielte bei den »Erinnerungen an Zirkus Renz« das Publikum schwindelig.

 

Weit über ihr Ziel hinausgeschossen ist die Zeitmaschine, die das Vororchester der Trachtenkapelle um 100 Jahre zurückbeamen sollte. Jasmin Turobin landete mit ihren Nachwuchsmusikern erst einmal im 18. Jahrhundert und spielte mit ihnen das Hauptthema aus der »Kleinen Nachtmusik« von Mozart. Erstaunlich, was sie da mit einem Saxofon, drei Querflöten, zwei Posaunen und einem Schlagzeug zustande brachte.

 

Das Gänsehautlied »You raise me up« spielte dann wieder in der Neuzeit, und mit »Boogie, Rock & Country« und als Zugabe einem Western-Medley irgendwo dazwischen. Eine ganze Schar von Blockflötenkindern wartet schon darauf, ins Vororchester – und später in die Jugendkapelle – aufzusteigen. Jasmin Turobin machte mit dem Auftritt die allerbeste Werbung für die Nachwuchsarbeit der Trachtenkapelle.

 

Vor 100 Jahren stand die Gastronomie in Gutach in voller Blüte. Und so brachten Jasmin Hund und Mike Lauble als die »Kronenwirts« in ihrer Moderation des Hauptprogramms auf witzig-unterhaltsame Art die Gutacher Geschichte(n) zum Beginn des 20. Jahrhunderts unter die Leute.

 

Dirigent Michael Blum hatte dazu die passende »Musik von vor 100 Jahren« herausgesucht – und er zeigte den Gutachern auch, welch’ großartige Solisten sie in den Reihen ihrer Musiker haben. Nach dem schwungvollen Einstieg mit dem Einzugsmarsch aus dem »Zigeunerbaron« von Johann Strauß und dem rhythmisch mitreißenden »Irving Berlin Showstoppers« bewies etwa Sebastian Blum seine Qualitäten als Klarinettist bei dem getragenen Lied der Witwe Vilja aus Franz Lehárs bekanntester Oper »Die lustige Witwe«.

 

»Böhmische Perlen«

 

Beim »Major’s Blues« glänzten Sven Kirschbaum am Saxofon, Fabian Blum und Sebastian Heizmann an der Trompete und Marius Dilger an der Posaune bei ihren Soli. Endgültig aus dem Häuschen geriet das Publikum dann aber bei den »Erinnerungen an Zirkus Renz«, das nach den atemberaubenden Soli den beiden Schlagzeuger Bernd Kaspar und Philipp Schondelmaier zujubelte, die todsicher eine sehr intensive Probezeit am Marimbafon hinter sich hatten.

 

Der »Blue Tango« führte zurück in die Zeit des hippen Modetanzes Anfang des 20. Jahrhunderts, und schließlich beschenkte sich der Dirigent selbst mit einem Medley seines Lieblingskomponisten George Gershwin. Ein ebenso originelles und abwechslungsreiches Programm, das mit einem schmissigen Marschpotpourri »Böhmische Perlen« einen würdigen Abschluss fand.

 

Claudia Ramsteiner, Offenburger Tageblatt