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Neue Chefin für die FDP

Der Vorstand des FDP-Ortsverbands Oberes Kinzigtal/Gutachtal hat sich stark verjüngt: Neue Vorsitzende ist die 44-jährige Susanne Heinzmann, Enkelin des Ortsverbandsgründers Karl Heinzmann.

Überraschung in der Hauptversammlung des FDP Ortsverbands Oberes Kinzigtal/Gutachtal am Mittwoch, 26.08.2020 im Gasthaus „Engel“ in Gutach: Hans-Jürgen Schneider gab nach 18 Jahren den Vorsitz ab an Susanne Heinzmann. Damit ist jetzt auch die Leitung des Ortsverbands und der Franktionsvorsitz der FDP im Gutacher Gemeinderat wieder in einer Hand. Die 44-jährige Orthopädie-Schuhmachermeisterin und Geschäftsfrau ist die Enkelin von Karl Heinzmann, der den Ortsverband vor 72 Jahren gegründet hat.
Dessen Sohn Martin Heinzmann wurde als Stellvertreter bestätigt. Der bisherige Beisitzer Jürgen Kaspar übernahm von Susanne Heinzmann die Kassenführung, Schriftführer blieb Karl-Heinz Blum. Die Versammlung begann mit einer Gedenkminute für den im Dezember verstorbenen Beisitzer Georg Liebich. Neu als Beisitzer wurden Dennis Benkißer und Karl-Heinz Wöhrle gewählt. Nicht nur das Vorstandsteam hat sich damit deutlich verjüngt – auch die neuen Mitglieder, die im vergangenen Jahr gewonnen wurden, sind zwischen 18 und 45 Jahre alt und machen mit den Wohnorten Wolfach, Haslach und Steinach den Ortsverband auch wieder etwas „internationaler“. Der Schwerpunkt liegt bei den Mitgliedern (acht von 14) und im Vorstand (fünf von sechs) eindeutig in Gutach. Hier ist die FDP auch seit 1948 ununterbrochen im Gemeinderat vertreten, bis auf eine Wahlperiode in Fraktionsstärke, betonte Hans-Jürgen Schneider in seinem letzten Jahresbericht.

Geeignete Kandidaten für die Gemeinderatsliste zu gewinnen sei so schwierig wie immer gewesen. Er stehe deshalb zu der Entscheidung, die Listen für die zwölf Ratssitze auf acht Kandidaten zu beschränken. Die Mitgliederzahl sei in den vergangenen Jahren konstant geblieben, die Kassenlage sei allerdings ob der wenigen Mitglieder „etwas angespannt“. Er wollte das Ende seiner Amtszeit aber nicht mit einer Beitragserhöhung verbinden, einige Mitgliedsbeiträge entsprächen aber „nicht mehr den aktuellen Vorgaben der Parteisatzung“.

In der anschließenden Diskussion mit dem Bundestagsabgeordneten Marcel Klinge ging es unter anderem über die schleppende Digitalisierung. Er hätte den Familien nicht 300 Euro pro Kind geschenkt, sondern ein Tablet, so Klinge. „Auszahlbar nur gegen einen Beleg eines regionalen PC-Händlers“, ergänzte Martin Heinzmann. Die Kurzarbeit hält Klinge für „ein kluges Kriseninstrument“. Sowohl beim Kurzarbeitergeld als auch bei der Insolvenzverschiebung müsse man aber darauf achten, Unternehmen ohne Perspektive nicht künstlich am Leben zu erhalten.

Claudia Ramsteiner, Offenburger Tageblatt

Die neue Vorsitzende Susanne Heinzmann mit den beiden neuen Beisitzern Dennis Benkißer (von links) und Karl-Heinz Wöhrle sowie Schriftführer Karl-Heinz Blum (von rechts) und dem neuen Schatzmeister Jürgen Kaspar.