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Neuer Förster Max Lücking ist heiß auf die "Arbeit draußen"

Max Lücking stellte sich in der Gemeinderatssitzung als neuer Gutacher Revierförster vor. Er versprach, "umzusetzen, was Sie sich wünschen", und appellierte zum Mut für Neues.

Endlich Revierförster: Max Lücking war bei seiner Vorstellung in der Gutacher Gemeinderatssitzung am Mittwochabend, 24.06.2020 in der Festhalle die Freude auf diese Herausforderung deutlich anzuhören. Und das, obwohl er laut seiner Chefin Silke Lanninger am 6. April den „denkbar schlechtesten Arbeitsbeginn auf dem Höhepunkt des Lockdowns hatte, wo man eigentlich 200 Hände schütteln müsste. Die Jungen kämen „mit neuen Ideen, und mal wieder erklären müssen, warum wir manches so machen, ist auch hilfreich“, freute sich Lanninger über den Zuwachs.

Über den „Bufdi“ zum Beruf

Der junge Förster schilderte, wie er, familiär völlig unvorbelastet, nach dem Abitur über den Bundesfreiwilligendienst im Landratsamt seiner Heimatstadt Böblingen, Abteilung Naturschutz, zum Studium der Forstwirtschaft in Rottenburg kam. Nach dem Abschluss 2018 absolvierte er seinen Vorbereitungsdienst beim Bundesforst der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben: „Eine sehr interessante Zeit mit sehr vielen verschiedenen Aufgaben in verschiedenen Gebieten“. Als Bufdi und als Trainee habe er viel mit Ökopunkten zu tun gehabt, „ein spannendes Thema auch für den Privat- und Gemeindewald, weil man damit Gelder generieren kann“.

Der 26-Jährige führte mit vielen Bildern durch seine bisherige „Forstkarriere“, die ihm ein breites Spektrum geboten habe. Die Gutacher Ausschreibung sei zum genau richtigen Zeitpunkt gekommen: „Ich bin Revierleiter, endlich draußen.“  Hier gebe es noch einen „grünen Wald, da habe ich schon ganz andere Sachen gesehen“. Es gebe aber viele Baumarten, die hier keine große Zukunft mehr hätten, proklamierte er den „Mut,  etwas auszuprobieren“, wie Vorgänger Frank Werstein mit der Wildkirschenpflanzung. Er wolle dessen sehr gute Arbeit fortsetzen im Dreiklang Waldwirtschaft, Tourismus und Naturschutz: „Ich setze um, was Sie sich wünschen und lasse Sie auch nicht im Stich beim Verfolgen Ihrer Ziele“, versprach er.

Vierbeinige Revierhelfer

Er wohne mit seiner Frau und seinen beiden „vierbeinigen Revierhelfern“ in Kirnbach und sei somit sehr schnell zur Stelle. Als „Förster mit Herzblut“ verschwimme Beruf und Hobby – Lücking ist in seiner Freizeit auch Jäger. 

Bürgermeister Siegfried Eckert hieß Max Lücking willkommen und verwies darauf, dass er sein Büro im Gutacher Rathaus habe und dort auch zu den Sprechstunden erreichbar sei. „Wir stecken in einer richtig großen Krise“, sagte Jürgen Wälde (FW) und dankte dem Amt für Waldwirtschaft, dass so schnell ein neuer Revierförster gefunden wurde. „Der Wald funktioniert nur, wenn er nachhaltig ist. Das werde ich auch gern dem Nachwuchs nahebringen“, beantwortete er die Frage von Florian Oßwald (SPD), ob Max Lücking wie Werstein auch waldpädagogisch tätig sein werde.

„Ich wünsche Ihnen ein gutes Händchen im Umgang mit den Waldbesitzern, das ist nicht einfach, halten Sie durch“, wünschte Karla Wöhrle (CDU).

Max Lücking gab auch gleich erste Informationen zur Situation im Gemeindewald, der sehr gut durch die Krise gekommen sei. Der Planeinschlag sei schon komplett erledigt worden, als die Holzpreise noch gut waren. Es sei auch wieder ein Sondersortiment Blockhaustanne ausgehalten worden. Die Gemeinde habe in ihrem Wald bis jetzt sehr wenig Kalamitätsholz gehabt. Die im Frühjahr gesetzten Pflanzungen hätten die Trockenheit sehr gut überstanden und „stehen sehr gut da“. Die Ausgleichsfläche sei ausgewiesen und die Pflegemaßnahmen durchgeführt. Lediglich die Abnahme der Fläche und Ausgleichszahlungen stünden noch aus.

Stichwort Erreichbarkeit

Max Lücking ist montags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr in seinem Büro anzutreffen, erreichbar unter 07834 / 86 777 83 oder 0162 25 35 745, Mail: max.luecking(at)ortenaukreis.de.

Claudia Ramsteiner, Offenburger Tageblatt

Begleiteten den neuen Gutacher Revierförster Max Lücking (links) zu seinem Einstand: seine Chefin Silke Lanninger vom Amt für Waldwirtschaft in Wolfach und sein Vorgänger Frank Werstein.