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Protestanten und Katholiken feiern Patrozinium

Pfarrer Dominik Wille und Pfarrer Christoph Nobs gestalten die Liturgie zu Peter und Paul

Der Feiertag für die Apostel Peter und Paul stellt eine besondere ökumenische Verbindung her. Beide Gutacher Gotteshäuser haben dieselben Kirchenpatrone als Namensgeber. Um die in Corona–Zeiten nötigen Abstandsregeln einhalten zu können, feierten die rund fünfzig Gläubigen das ökumenische Patrozinium am Samstag auf dem Gutacher Schulhof.

Der evangelische Pfarrer Dominik Wille und der katholische Pfarrer Christoph Nobs gestalteten die Liturgie. Musikalisch umrahmt wurde die Feier mit zwei Chorälen von Gabi Billharz am Akkordeon. Unter den schattigen Lindenbäumen des Schulhofs gedachten die Gläubigen der beiden Apostel und beteten gemeinsam. „In Freude und ökumenischer Eintracht haben wir uns versammelt,“ eröffnete Nobs das Kirchenfest. Am heutigen Tag werde an zwei Menschen erinnert, die Säulen der christlichen Kirche sind und beide Apostel waren, die den Märtyrertod in Rom starben, sagte Wille in seiner Predigt. „Das war es aber auch schon an Gemeinsamkeiten,“ betonte der Pfarrer. Petrus sei von Jesu zum Jünger berufen worden, pragmatisch gewesen und repräsentiere heute die Tradition. Paulus hingegen sei ein erst später „Hinzugekommener“ und ein griechisch gebildeter Kosmopolit gewesen, der zuvor ein überzeugter Christenverfolger war. Die beiden seien sehr unterschiedlich gewesen und stritten sich auch. „Ich lerne daraus, dass sich die Christen nie einig waren, solange es sie gibt,“ schlussfolgerte der Geistliche. Wichtig sei, dass Petrus und Paulus sich bei allen Unterschieden nie gegeneinander ausspielen ließen und in der Verschiedenheit eins waren mit Christus. Das Peter-und-Paul Kirchenfest ist laut Wille eines der Ökumene und deshalb sei es gut und richtig, dass katholische und evangelische Christen es gemeinsam feiern. „Auch bei uns im Tal rumpelt es mal, wenn verschiedene Ideen aufeinander prallen – das kennen wir – doch unser aller Eckstein ist Jesus,“ so Wille. Das gemeinsam gesprochene Glaubensbekenntnis und Vater Unser bestärkte diese Aussage. Das Kirchenfest endete mit dem Segen, denn der Stehempfang musste aufgrund der Pandemie leider entfallen. Auch wurde nicht gesungen, sondern nur gesprochen.

Info

Die Gutacher Christen der katholischen und evangelischen Kirche feierten zum zweiten Mal gemeinsam Patroziniumsfest. Zum ersten Mal dabei war der evangelische Pfarrer Dominik Wille, der im September 2019 sein Amt in Gutach antrat. Das im letzten Jahr sehr gut angenommene Patrozinium im Kurpark konnte nicht wiederholt werden, weil dort die Abstandsregeln nicht angemessen eingehalten werden können. Die evangelische Peterskirche bietet kein ausreichendes Platzkontingent und für die katholische Peter und Paul Kirche ist kein Hygienekonzept vorhanden.

Evelyn Jehle, Schwarzwälder Bote

Der evangelische Pfarrer Dominik Wille und der katholische Pfarrer Christoph Nobs gestalteten die Liturgie beim ökumenischen Patrozinium Peter und Paul in Gutach.