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Roland Wöhrle zählt zu Kandel-Überfliegern

Drachenfliegen: Gutacher blickt auf erfolgreiche Saison

„Die Überflieger von Deutschland kamen dieses Jahr vom DGFC Südschwarzwald, von den Kandel-Fliegern“, sagt Roland Wöhrle. Der Drachenflieger aus Gutach zählt zu diesen deutschen Überfliegern 2020.

Da coronabedingt internationale Wettbewerbe bis September so gut wie alle abgesagt wurden (inklusive German Open), waren dezentrale Wettbewerbe im Streckenfliegen des Deutschen Hängegleiter-Verbands (DHV) „fast die einzige Gelegenheit, sich zu vergleichen“, so Wöhrle: „Die Wettbewerbe laufen über die gesamte Saison, jeder kann Startplatz und Route selbst bestimmen“. Die Flüge werden in einem Fluginstrument mit GPS aufgezeichnet und zum DHV-Server gesendet. Dieser wertet aus, prüft auf Luftraumverletzungen (Flughöhe maximal 3000 Meter, zivile oder militärische Flugplätze dürfen nicht überflogen werden) und bepunktet den Flug.

Der DGFC Südschwarzwald wurde Sieger in der 1. Bundesliga. „Hier werden jedes Wochenende die drei weitesten Flüge jedes deutschen Clubs innerhalb Europas gewertet“, erklärt der Gutacher: „Weil der Lockdown auch uns Flieger am Boden gehalten hat, begann die Saison erst Mitte Juni, am Schluss der Wertungszeit waren wir souverän vor den Drachenfliegern aus Bösingen/Baar. Wir haben in unserem Verein glücklicherweise mehrere auf hohem Niveau fliegende Piloten“.

In der Wertung unter 123 Vereinen landete der DGFC Südschwarzwald ebenfalls an der Spitze – vor dem „fast übermächtigen Gewinner in den Vorjahren“, Bavaria Ruhpolding. „Die drei erfolgreichsten Streckenflieger des Clubs kommen in die Wertung, mit dabei Jochen Zeyher und Nachwuchspilot Johannes Frank“, so Wöhrle, der zudem die deutsche Streckenflugmeisterschaft im Drachenfliegen (Flexible Klasse) zum zweiten Mal gewann: „Das ist eine besonders große Freude“. Im Fernduell mit Markus Ebenfeld aus Ruhpolding, zuletzt Seriensieger und in den Alpen unterwegs, setzte sich Wöhrle dank eines Dreiecksflugs (217 Kilometer) über Burladingen auf der Schwäbischen Alb, Enzklösterle (Nordschwarzwald) und zurück zum Kandel final auf Rang 1. Gewertet werden die drei punktbesten Flüge eines jeden von insgesamt 201 Piloten.

Der Nationalteam-Flieger gewann zudem die Flachlandmeisterschaften mit Flügen innerhalb Deutschlands und 206 Startern vor Bertold Meier aus Blumberg. Hier wird die Wertung kombiniert mit den Starrflüglern, die ein Handicap von 15 Prozent wegen ihrer höheren Gleitleistung bekommen.

Beim Deutschlandpokal mit sechs gewerteten Flügen gibt es auch eine gemeinsame Wertung Flex/Starr. Unter 263 Teilnehmern verwies Wöhrle den Nürnberger Reinhard Pöppl auf Gesamtrang 2.

In der Weltrangliste FAI 1 (es zählen internationale Landesmeisterschaften, EM und WM) ist Wöhrle in den Top-Ten unter 1128 Piloten. „Auf den ersten vier Plätzen liegen vier Italiener“, sagt Wöhrle, der mit dem „Team D“ schon zweimal WM-Bronze holte.

Marc Faltin, Offenburger Tageblatt

Erfahren und weiter auf Erfolgskurs: Roland Wöhrle aus Gutach