im Schwarzwald | Heimat des Bollenhutes

Rührender Abschied von Erzieherin

Verabschiedungsgottesdienst für Kindergartenleiterin Elisabeth Pasternack

Mehr als eine Generation hat Elisabeth Pasternack in 35 Berufsjahren als Erzieherin im Gutacher evangelischen Kindergarten ins Leben begleitet. Am Sonntag, 14. Juli 2019 wurde sie im Gottesdienst mit zahlreichen Segenswünschen verabschiedet. Die beliebte Erzieherin war so von der ihr entgegen gebrachten großen Wertschätzung und vielen lobenden Worten überwältigt, dass sie fast ihren Einsatz zur eigenen Ansprache verpasst hat.

„Wenn ich nicht in Rente ginge, würde ich mich morgen wieder bewerben,“ scherzte Pasternack gerührt. Es sei eine so gute Zeit mit vielen schönen Begegnungen gewesen und sie sei einfach nur dankbar. „Die Kinder waren immer Ansporn und Motivation für mich,“ blickte die angehende Rentnerin auf ein erfülltes Berufsleben zurück. Eine besondere Freude ist es ihr, dass momentan der Nachwuchs von 43 Eltern in den Kindergarten geht, die selbst schon die Einrichtung als Kinder besuchten. Manchmal sei der Beruf wichtiger als das Privatleben gewesen. Deshalb bedankte sich Pasternack ausdrücklich bei ihrem Mann: „Georg, dies ist auch dein Fest.“

Zuvor hatte Schuldekan Hans-Georg Dietrich aus dem Lukas Evangelium Kapitel 6 von der Stellung zum Nächsten gepredigt. „Wo Kinder versammelt sind, ist heiliger Boden,“ so der Schuldekan. Die Erzieherin habe sich der verantwortungsvollen Aufgabe viele, viele Jahre gestellt und segensreich gewirkt. Bewegt nahm Pasternack die Segnung durch den Geistlichen entgegen. In Reimform bedankte sich das Kindergartenteam für eine „wunderschöne Zeit voll Warmherzigkeit“ und zog vor der scheidenden „Chefin“ buchstäblich den Hut. Alles erdenklich Gute, Gesundheit und Gottes Segen wünschte Bürgermeister Siegfried Eckert für die Zukunft. In einem Streifzug durch die Jahrzehnte machte Eckert die gravierenden Veränderungen des Gutacher Kindergartens deutlich, die Pasternack begleitet habe.

Sie habe die Kita „Unterm Regenbogen“ maßgeblich geprägt, zollte Rosemarie Armbruster, Vorsitzende des evangelischen Kirchengemeinderates ihre Anerkennung für insgesamt 45 Jahre Lebensleistung, davon der größte Teil in Gutach. Den Vornamen Elisabeth buchstabierte Armbruster durch mit Attributen wie Empathie für E bis H für Herzenswärme, die sich über den Kindergarten wie ein Regenbogen gespannt habe. Die eigens für die Kita komponierte gleichnamige Hymne sangen die Kinder, die zur Überraschung Pasternacks am Schluss des Gottesdienst in die Peterskirche einmarschierten. Weitere Lieder, Präsente, Worte des Respektes und Hochachtung zeigten, wie beliebt die scheidende Erzieherin bei Kindern, Eltern, Kita-Team und generell im ganzen Bollenhut-Dorf ist. Ein Rosenbaum voll mit Schmetterlingen von den Eltern, praktischen Präsenten der Kinder wie eine quietschrosa Fahrradhupe begleiten Pasternack in den wohlverdienten Ruhestand. Für die vielen Geschenke von unter anderem seitens der Gemeinde und des Kita-Teams benötigte sie wohl ein extra Transportmittel. Nach rund zwei Stunden offizieller Verabschiedung in der Peterskirche wurde im Gemeindehaus weiter gefeiert.

Evelyn Jehle, Schwarzwälder Bote

 

Elisabeth Pasternack (vorne, links) nahm gerührt die vielen Worte und Lieder der Wertschätzung entgegen.