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Ruhiges Jahr für ein eingespieltes Team

Feuerwehr investiert viel Zeit in Aus- und Weiterbildung/ 10.000 Euro Spende von Unbekannt

„Besser sind mehr schöne Proben als Brandeinsätze“, so Stefan Herr, Kommandant der Gutacher Feuerwehr, am Freitagabend, 17. Januar 2020 bei der Hauptversammlung der Kameraden im Gerätehaus. Und sein Wunsch ging in Erfüllung. Die aktuell insgesamt 47 aktiven Kameraden haben lediglich einen Einsatz mehr, nämlich 15, als im vergangenen Jahr leisten müssen. Davon waren fünf Brandalarme und zehn technischen Hilfeleistungen.

Der „spektakulärste, aber nicht dramatische Einsatz“ sei bei der Kollision eines Zuges mit einem auf den Schienen rangierenden Lkw gewesen, erinnerte Herr neben anderen. Rund 20 Dienstabende und zwei Sonderübungen investierten die Gutacher Kameraden in die Aus- und Fortbildung. Proben, Schau- und Schlussübungen sowie gemeinsame mit benachbarten Wehren und dem Deutschen Roten Kreuz trugen ebenfalls zu routinierten Arbeitsabläufen der Kameraden beim Einsatz bei.

Auch die so wichtige Kameradschaftspflege kam nicht zu kurz. So führte der Jahresausflug die Kameraden an den Bodensee und zum Familiensommerfest ins Gerätehaus sowie zu Festen der befreundeten Wehren nach Kirnbach, Hausach, Hornberg, Wolfach und Halbmeil. Zudem beteiligte sich die Wehr aktiv am sozialen Leben in Gutach, beteiligt sich an Vereinsfesten, Sommerferienprogramm oder Brauchtum. Insgesamt zeigte sich der Kommandant mit dem Feuerwehrjahr 2019 und einem Probenbesuch von satten 85 Prozent sehr zufrieden.

Kassierer Christian Aberle wusste ebenfalls Gutes zu berichten und meldete ein Plus in der Kasse. Die höchsten Ausgaben hatte die Feuerwehr mit dem Jahresausflug, der Nikolausfeier und der Verpflegung während der Einsätze.

Acht Jugendliche schärfen ihre Kenntnisse zurzeit in der Jugendfeuerwehr, informierte deren Leiter Dominik Lehmann. Eckhard Schwarze konnte von großer Geselligkeit bei vielen Alterswehrtreffen berichten, in die Wolfgang Weinberger in diesem Jahr übergetreten ist. Herr verabschiedete ihn nach 35 Jahren aus dem aktiven Dienst in die Alterswehrabteilung.

Bürgermeister Siegfried Eckert erinnerte die Kameraden, dass der Zusammenhalt in Gutach sehr gut allerdings nicht selbstverständlich sei. Er kam direkt aus Gutachs Partnergemeinde Mühlberg zu seinem „wichtigsten Termin“ im Jahr, der Feuerwehr-Hauptversammlung. Der Bürgermeister überbrachte Grüße der befreundeten Wehr, aber auch beunruhigende Nachrichten: Dort würde man im Gegensatz zu Gutach vergeblich Nachrücker für die Jugendfeuerwehr suchen. Auch um das Gemeindefortleben dort sei es nicht gut bestellt: Immer mehr junge Leute würden von dort abwandern und „die Kommunikation und Dorfgemeinschaft fällt hinten runter“, bedauerte Eckert und appellierte, weiterhin „ständig dran zu bleiben“.

Allerdings hatte Eckert auch mehr als gute Nachrichten im Gepäck: Eine Gönnerin, die nicht genannt werden möchte, spendete der Wehr 10 000 Euro. Außerdem sicherte er die notwendige Dachsanierung noch in diesem Jahr zu – in Ziegelausführung, was im Laufe der Zeit besser auszubessern sei als das noch gar nicht so alte aktuelle Blechdach.

Martina Baumgartner
Offenburger Tageblatt

Siegfried Eckert (links) und Björn Welke (rechts) übernahmen die Beförderungen von Stefan Herr (Zweiter von links) zum Oberbrandmeister und Michael Wöhrle (Dritter von links) zum Hauptfeuerwehrmann. Zudem wurde Herr für seine 25-jährige Zugehörigkeit zur Gutacher Feuerwehr mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet.