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Schwarzwaldverein Gutach wandert am Kaiserstuhl

Am Sonntag, 29. Mai 2022, wanderte der Schwarzwaldverein Gutach in Oberbergen am Kaiserstuhl. Wanderführer Jean-Philippe Naudet konnte bei schönem, nicht zu warmem Wetter, neun TeilnehmerInnen begrüßen. Ein wenig Erfrischung auf der Tour brachte ein teils kräftiger und böiger Wind.

Die Wanderung führte über den Badberg-Pfad, immer auf der Höhe am Grat entlang. Als die Gruppe an der ersten Anhöhe ein Rebholz-Wegkreuz erreicht, ertönte aus der unterhalb liegenden tausend Einwohner Gemeinde, das Glockengeläut herauf. Immer wieder gab es unterwegs großartige Ausblicke über die terrassierten Rebhänge und die umliegenden Ortschaften. Auf Infotafeln konnten die Teilnehmer erfahren, dass in der Gegend schon Anfang des 20. Jahrhunderts Terrassen angelegt wurden, um die Steilhänge für den Weinanbau zu nutzen.

Um die Hänge frei zu halten, wird die Landschaftspflege durch Ziegenbeweidung ausgeführt. Während der Wanderung waren immer wieder einmal Fotografen unterwegs, die Ausschau nach Vogelmotiven wie z.B. Feldlerchen hielten. Ebenfalls beeindruckte die Landschaft mit einer vielfältigen Vegetation. So fanden sich längs des Weges u.a. Knabenkraut, tiefblaue Teufelskralle, Wiesenbocksbart, gelber Klappertopf oder wilder Salbei.

Am Schelinger Kreuz, auf etwa 387 Höhenmetern, erlebten die Teilnehmer eine angenehme Überraschung. Eine junge Winzerin, Juniorchefin eines privaten Weingutes in Schelingen, bot ihre eigenen Erzeugnisse an. Die vom Wanderführer spontan spendierte Flasche Grauburgunder mundete allen.
Die Spontanverkostung war Teil des Projekts „Weinhöhen Ausschank“, bei dem sich von Mai bis Mitte Juni an den Sonntagen, an drei Aussichtspunkten mehrere umliegende Weingüter beteiligen, um ihre Produkte zu vermarkten.

So gestärkt ging es weiter bergauf zur Eichelspitze, die mit 521 Metern zweithöchste Erhebung des Kaiserstuhls, die zur Gemeinde Eichstetten gehört. Dort angekommen galt es die 143 stählernen Stufen zu erklimmen um dann 28 Meter höher, auf der Aussichtsplattform des Eichelspitzenturms, einen grandiosen Rundblick über den Kaiserstuhl, Schwarzwald und die Vogesen zu genießen.

Anschließend folgte dann ein kurzer, etwa 70 Meter tiefer Abstieg auf kurzer Distanz um dann gleich darauf wieder kräftig über den Neunlindenpfad aufzusteigen. Es ging dem höchsten Punkt der Tour entgegen. Der Neunlindenturm auf dem Totenkopf ist mit seinen 543 Metern Meereshöhe das Wahrzeichen des Kaiserstuhls und liegt zwischen Ihringen und Vogtsburg.
Während die Gutacher Wanderer sich ihr mitgebrachtes Vesper schmecken ließen, genossen alle die wunderbare Aussicht. Dabei spendierte der Wanderführer jedem Teilnehmer sein selbstgebackenes knuspriges Dinkelknäcke und schenkte dazu eigens angesetzten Fenchel- und Bärlauchschnaps aus.

Nach der ausgedehnten Rast führte der Weg überwiegend bergab. In der Straußenwirtschaft eines Oberbergener Weinguts wurden dann alle Wanderer, nach 10,5 Kilometern und 480 Höhenmetern, kulinarisch verwöhnt. Vorstandmitglied Jürgen Welke dankte Jean-Philippe Naudet im Namen der Gruppe, für eine ausgesprochen lohnende Wanderung in herrlicher Umgebung, die Lust auf weitere Erkundungen des Kaiserstuhls gemacht hat.

Christian Ostgathe

Viel Spaß am Kaiserstuhl hatte die Wandergruppe um Wanderführer Jean-Philippe Naudet (vorne kniend).

Erinnerungsfoto vor dem Neunlindenturm.

Immer wieder grandiose Aussichten über den Kaiserstuhl.