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Schwarzwaldverein wandert im Naturpark Lechtal

Ein wunderschönes Genusswanderwochenende in Schönau und dem mittleren Lechtal, verbrachten die Mitglieder des Schwarzwaldvereins Gutach.

Nach einer gut vier stündigen Anfahrt und einem kurzen Check-in im Hotel, konnte Wanderführer Christian Ostgathe mit der vierzehnköpfigen Gruppe in das zweitägige Abenteuer starten.

Am ersten Tag standen bereits einige Highlights auf dem Programm. Kurz hinter dem Hotel stieg man über den Lechweg und einem wildromantischen Wald etwa 250 Höhenmeter auf. Nach dem Wald folgte dann eine schöne Bergwiese auf der man bereits die typische Alpenvegetation genießen konnte.

Über den Schiggen, einer vorgelagerten Wiesenfläche die vorwiegend für die Heu- und Sennwirtschaft genutzt wird, gelangten die Wanderer auf den E 5.

Der berühmte Fernwanderweg, der von Oberstdorf nach Meran verläuft, führte die Gruppe ins Höhenbachtal, durch das man bis zum Café Uta auf 1280 Höhenmeter aufstieg.

An der Jause gab es für alle eine Mittagseinkehr. Nach der schmackhaften Erholungspause folgte ein kurzer zehnminütiger Abstieg zum Simms Wasserfall.

Der Anblick und die Kraft der hinabstürzenden Fluten boten den Betrachtern ein imposantes Naturspektakel.

Genauso staunend konnte man dort den Kletterern zuschauen, die den über den Wasserfall verlaufenden Klettersteig meisterten

Nach diesem ersten Highlight der Tour, folgte der Abstieg nach Holzgau. Natürlich nicht ohne vorher noch eine besondere Mutprobe zu bestehen. Kurz vor dem Ort überquert dort Österreichs längste Drahtseilhängebrücke die Schlucht zum Höhenbach.

Bis auf zwei Ausnahmen gingen alle Wanderer über die Brücke, die eine Länge von 200,5 m hat und im Scheitelpunkt etwa 105 m hoch ist. Nachts wird die Hängebrücke durch LED Beleuchtung illuminiert.

Nach so viel Action mussten sich alle erst einmal stärken und dazu wurde neben der Kirche im Gasthof Bären eine Einkehr gemacht. Von dort liefen die Wanderer nun durch das Tal bis zum wilden Lech.

Über den wildromantischen Jochweg auf der Südseite neben dem Fluss, gelangte die Gruppe dann wieder zurück nach Schönau. Kurz vorm Hotel nutzte ein Teil der Gruppe die Gelegenheit, sich im kalten Lechwasser die Füße abzukühlen.

Auf der Terrasse am Schönauer Hof wartete dann noch eine Überraschung. Wolfgang Weffe Blum, der Alpenguide vom Schwarzwaldverein Gutach hatte es sich nicht nehmen lassen, eine seine Touren über Schönau zu führen.

Er lebt ja seit einiger Zeit in Söll am Wilden Kaiser aber er hat natürlich noch immer Verbindung zu seinen Gutacher Wanderern. Mit ihm gemeinsam, ließ die Gruppe den wunderschönen Tag am Abend auf der Hotelterrasse ausklingen.

Der folgende Morgen begann sehr vielversprechend. Nach einem üppigen Frühstücksbuffet, das keine Wünsche offen ließ, startete die Wandergruppe um neun Uhr in Richtung Jöchelspitze.

Es sollte wieder ein sonniger Tag werden und da es am zweiten Tag auf die Höhe ging, war besonders der Sonnenschutz wichtig. Über einen Waldweg führte der Aufstieg in gut eineinhalb Stunden bis zur Talstation der Jöchelspitz Bergbahn. Dort erfrischten sich dann alle kurz um anschließend mit dem „Bähnle“ zur auf 1802 m gelegenen Sonnalm zu gelangen.

Diese war der Ausgangspunkt für die nun folgende Gipfelbesteigung zum auf 1903 m hoch gelegenen Lachenkopf. Der Weg führte über den Alpenrosensteig hinauf. Auf halber Strecke konnte man einigen Paraglidern beim Starten zuschauen. Die Thermik war natürlich hervorragend ob des guten Wetters.

Dann folgte noch ein kurzer zäher Anstieg ehe man auf der Höhe dann zum Gipfelkreuz beim Lachenkopf gelangte. Dort breitete sich fast das gesamte Lechtal samt Nebentälern vor den Wanderern aus.

Ein atemberaubendes Gipfelpanorama mit Rundumblick bei bester Fernsicht. Nach dem obligatorischen Gipfelgruß mit Foto stieg man noch etwa 50 m höher zum Bergheumuseum auf. Dort wird anhand von Anschauungsbeispielen die Sennwirtschaft im Lechtal erklärt.

Am höchsten Punkt der Tour gab es dann auch den Gipfelschluck für alle Teilnehmer. Dazu hatte Christian Ostgathe aus dem Münsterland selbstgemachten Schlehenlikör mitgebracht. Die westfälischen „Pfefferbeißer“ komplettierten das Vesper und alle ließen sich die Köstlichkeiten sichtlich zufrieden schmecken.

Ein wunderschöner Alpentag fand so seinen Höhepunkt und nach dem Abstieg zur Sonnalm gab es für alle Wanderer eine zünftige und sonnige Mittagseinkehr auf der „Sonnenterasse“ des Lechtals, wie die Tiroler dort zu sagen pflegen.

Die Gastfreundlichkeit der Tiroler Hüttenwirte ließ auch dieses Mal keine Wünsche offen und so traten dann alle gut gestärkt den Rückweg nach Schönau an.

Die nächsten Höhenmeter im Abstieg konnte man wieder mit der Seilbahn bewältigen. Unterhalb ging es dann wieder auf den Lechweg, über den die Gruppe wieder talabwärts abstieg. Idyllisch ging es noch einmal durch einen schattigen Hangwald und von unten wurde das Rauschen des tobenden und hier noch wilden Lechs immer lauter. Über eine historische alte Holzbrücke in Stockach führte der Weg immer am Wasser entlang zurück nach Schönau. Am Hotel angekommen, gab es zur Belohnung auf der Terrasse noch ein erfrischendes Kaltgetränk.

Im Namen aller Teilnehmer bedankte sich Christine Moser bei Christian Ostgathe für die Vorbereitung und Organisation dieses wunderschönen Wochenendes im Lechtal.

Nach dieser Alpen Genusswanderung, traten dann alle gesund, erholt und vergnügt den Heimweg nach Gutach an.

Christian Ostgathe

Beim Gipfelkreuz am Lachenkopf.

Eine willkommene Abkühlung!