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Sportive Wanderung um Lauterbach

Mit neun interessierten Frauen und Männern erkundeten Susanne und Jürgen Schlüter bei ihrer „sportiven Wanderung“ die reizvolle Umgebung um Lauterbach. Unter diesem Etikett bieten beide seit vielen Jahren in der Gutacher Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins jährlich eine ausgedehnte Tagestour mit sportlichem Anspruch und hohem Erlebniswert an. Diesmal standen große Teile des 35 Kilometer langen Lauterbacher Wandersteigs auf dem Programm.

Vom Start beim Friedhof ging’s erstmals bergan vorbei an der eingerüsteten Stemmerkapelle. Sie ist benannt nach dem Arzt und Priester Dr. Ludwig Stemmer (1828 -1908), der mit seinen homöopathischen Behandlungsmethoden als „Lauterbacher Kneipp“ und Begründer des Tourismus’ in der Gemeinde gilt. Der schöne Ausblick auf den Ort von der Bergkapelle kurz danach blieb der Wandergruppe verwehrt, denn noch dominierte der Nebel. Doch bald setzte sich die Sonne durch und die Sonntagsausflügler, die in Scharen unterwegs waren, erlebten unter tiefblauem Himmel einen traumhaften Spätsommertag. Vorbei an zotteligen schottischen Hochlandrindern und Straußen führte die abwechslungsreiche Strecke teils auf schmalen Pfaden durch Waldstücke, um dann wieder den Blick freizugeben auf einzelne Felder und weite Wiesenflächen. Mitten im Wald überraschten Kunstobjekte wie in Bäumen aufgehängte Fahrräder, und ein „Bücherbaum“ mit Lektüre verlockte zum Schmökern.

Um die Mittagszeit hielten die Wanderführer Ausschau nach einer Sitzgelegenheit in der Sonne. Susanne Schlüter verwöhnte die Gruppe mit dreierlei Kleingebäck, bei einer späteren Rast gab’s noch Brombeerlikör, alles aus eigener Produktion. Nach dem ausgiebigen Vesper ging’s frisch gestärkt entlang am plätschernden Bächle hoch zum Fohrenbühl und weiter zum Gedächtnishaus. Hier waren gut die Hälfte der Strecke und der Löwenanteil der Höhenmeter geschafft. Kurz danach beim längeren steinigen Abstieg schlüpfte der Gutacher Barfußwanderer erstmals an diesem Tag in seine bequemen Zehenschuhe.
Über den Kohlplatz führte die Route zum bekannten Kapfhäusle. Immer wieder genossen die Wanderer die Ausblicke über das weite Hochtal Sulzbach. Bei angeregten Gesprächen und bester Stimmung erreichte die Gruppe schließlich über den Kreuzfelsen die Ortsmitte von Lauterbach. In rund sieben Stunden reiner Gehzeit hatte man 25 Kilometer mit 700 Höhenmetern zurückgelegt. Bei der Einkehr dankte Vorstandsmitglied Jean-Philippe Naudet den Wanderführern für die mit großem Aufwand ausgetüftelte sehr attraktive Tour.

Annemarie Zwick