im Schwarzwald | Heimat des Bollenhutes

Städter genießen die Ruhe in Gutach

Bürgermeister Eckert ehrt treue Kurgäste für 20. Und 40. Aufenthalt in der Gemeinde

An Gutach haben sie offensichtlich nichts auszusetzen, denn sonst würden sie nicht regelmäßig dort urlauben: Manfred und Karin Huth aus Viernheim und Uwe und Manon Pohl aus Berlin sind dafür von der Gemeinde Gutach geehrt worden.

Bei einer kleinen Feierstunde im Rathaus dankte Bürgermeister Siegfried Eckert den Kurgästen für ihren 20. beziehungsweise 40. Aufenthalt in der Bollenhutgemeinde und überreichte ihnen dafür Geschenke. Zudem würdigte Eckert auch das Engagement der Familie Dold vom Berntenbauerhof und der Familie Zwick, bei denen die Urlauber regelmäßig unterkommen.

Die Hessen Manfred und Karin Huth aus Viernheim (Kreis Bergstraße) besuchen Gutach bereits zum 40. Mal. Huths reisen regelmäßig mit dem Auto an. "In dem großen Kofferraum bringe ich alles mit", berichtete Manfred Huth. Gemeinsam mit seiner Frau Karin und gelegentlich auch mit seinen Kindern und Enkelkindern kommt er seit fünf Jahren bei seinen Aufenthalten in einer Ferienwohnung von Hans-Peter und Rosemarie Zwick unter. In Gutach kennen sie sich gut aus – haben sie doch schon bei verschiedenen Gastwirten ihren Urlaub verbracht.

Ausflüge unternehmen

Huth, ein leidenschaftlicher Briefmarken-Sammler, genießt vor allem die Ruhe im Gutachtal. Auch interessiert er sich sehr für Folklore und Trachten. "Früher haben wir oft Urlaub in Süd-Tirol gemacht, aber irgendwann wollten wir nicht mehr so weit fahren", erklärt der Hesse, weshalb sich seine Familie für das Gutachtal als Urlaubsziel entschieden hatte. "Wir wandern gerne", berichtet Karin Huth. Gutach sei ein guter Ausgangspunkt für Tagesausflüge und habe mit dem Supermarkt Norma beste Voraussetzungen, um sich auf eine längere Wanderung oder Tour vorzubereiten. Jedoch gebe es immer mehr Autofahrer, die auch innerorts zu schnell fahren würden.

"Meckern kann man nicht", fanden auch Uwe und Manon Pohl, die zum 20. Mal auf dem Berntenbauernhof von Ernst und Hilda Dold Urlaub machen. Das Ehepaar kommt aus Berlin und lebte vor der Wende im östlichen Teil der Hauptstadt. Die Pohls interessierten sich für Eisenbahn-Romantik und schnappten sich Anfang der 90er-Jahre eine Broschüre mit dem Thema "Urlaub auf dem Bauernhof". Darin stießen sie auf eine Anzeige der Familie Dold.

"Wenn man aus der Stadt kommt, genießt man hier vor allem die Ruhe", sagte Manon Pohl. Das Paar geht gerne wandern und unternimmt viele Ausflüge, beispielsweise zum Europa-Park in Rust. Sie genießen jeden Aufenthalt in Gutach. Auf die Frage von Bürgermeister Eckert, was sich in Gutach verbessern könnte, antwortete Uwe Pohl: "In den vergangenen Jahren war die Gastronomie etwas enttäuschend. Das hat sich aber gebessert."

Die vier Kurgäste zeigten sich interessiert, als Eckert ihnen berichtete, dass der Bahnsteig am Freilichtmuseum Vogtsbauernhof verlängert wird, damit dort zukünftig auch Züge der Schwarzwaldbahn halten könnten.

Info

"Wir sind immer noch an unserem Bauernmarkt dran", berichtete Bürgermeister Siegfried Eckert während der Kurgastehrung. Der Markt als solcher sei genehmigt worden, jetzt ist die Gemeinde auf der Suche nach einem Betreiber. Ziel sei es, dort regionale Produkte anzubieten, so Eckert. Als möglichen Standort für den Bauernmarkt habe die Gemeinde die Fläche vor dem Kindergarten "Unterm Regenbogen" ins Auge gefasst.

 
Text und Foto: Lena Stangenberg, Schwarzwälder Bote