im Schwarzwald | Heimat des Bollenhutes

"Urlaub in der zweiten Heimat"

Wilhelm und Margot Winkler kommen mehrere Male im Jahr nach Gutach und wurden am Dienstag, 01.09.2020 für ihre Treue geehrt. Beide hoben die hiesige "Menschlichkeit" hervor.

 

Nun schon zum 33. Mal machen Margot und Wilhelm Winkler aus Külsheim in der Nähe von Tauberbischofsheim Urlaub in Gutach. "In ihrer zweiten Heimat", wie beide bei der Ehrung am Dienstagvormittag im Gutacher Rathaus betonten.

Nachdem sie in den Anfangsjahren das Gebiet rund um den Schluchsee und das Münstertal bereisten, ließen sie sich Material aus Gutach kommen und blieben hier hängen. Sehr zur Freude von Bürgermeister Siegfried Eckert, der coronabedingt übrigens die erste Kurgastehrung in diesem Jahr vornahm. So wurde auch die der Winklers, die in der Regel zwei- bis dreimal im Jahr hierher kommen, im Frühjahr aufgeschoben.

Die erste Anlaufstelle sei einst der Wäldebauernhof gewesen, damals noch mit den Kindern. Weil dort dann aber belegt gewesen sei, stießen sie auf den Hansenchristenhof. 20 Mal hieß die Gastgeberin Maria Kech und nun schon das fünfte Mal kommen sie zu ihrer Tochter Stefanie Fink, die die Vermietungen von ihrer Mutter übernommen hat.

Meistens bleiben sie zehn Tage und zu den festen Anlaufstationen gehören der Vogtsbauernhof, wo sie als treue Gäste und durch die Nähe zu ihrem Urlaubszuhause, schon lange Jahreskarten haben.
Aber auch Freiburg, Gengenbach, Seelbach und jüngst St. Georgen gehören zu den erklärten Zielen. Letzteres wegen der bekannten Schokoladenmanufaktor. Übrigens fahren die beiden meistens mit der Bahn, weil sie im Urlaub "so wenig wie möglich Auto fahren möchten".

Doch auf Nachfrage des Bürgermeisters gefällt ihnen hier noch etwas besonders: "Die Menschlichkeit" und wie man bei Festen gleich mit den Einheimischen ins Gespräch komme. So etwas kennen sie aus ihrer Heimat eher nicht. "Das ist euer Verdienst", geht das zufriedene Lob an die Gastgeber und die Einwohner gleichermaßen. Auch etwaige Mängel kann Siegfried Eckert getrost abhaken. Denn die wären mittlerweile beseitigt.

Der begeisterte Holzschnitzer und seine Frau vermissten nämlich vor Jahren noch die Beschilderung der Waldwege, die dort gerade in der Mache gewesen seien. Überhaupt sind die beiden früher viel gewandert und haben auch immer die Försterführungen mitgemacht.
Weitere Touren wie den "Tälersteig" trauen sich die beiden aber wegen der Gesundheit und der damit verbundenen Unsicherheit nicht mehr zu.

Das Ehepaar ist an vielen Orten bekannt und fühlt sich gerade bei den Besuchen im Vogtsbauernhof, wo sie so ziemlich alle Mitarbeiter kennen, pudelwohl. Gründe genug, miteinander anzustoßen und sich auf den nächsten Besuch zu freuen, der schon im Dezember sein wird.

Petra Epting, Offenburger Tageblatt

Bürgermeister Siegfried Eckert und Vermieterin Stefanie Fink vom Hansenchristenhof ehrten Margot und Wilhelm Winkler für den 30. oder coronabedingt 33. Aufenthalt.