im Schwarzwald | Heimat des Bollenhutes

Wanderung mit "Weffe"

Tag 1:

Abfahrt in Gutach um fünf Uhr morgens mit sieben Teilnehmern und Ankunft in Zürs am Arlberg um 10 Uhr morgens im strömenden Regen. Nachdem alle kurz ihre Sachen gerichtet hatten liefen wir durch Zürs bis zur Seekopfbahn. Dort stiegen wir kurz zur Schröfli Alm auf und machten unsere Begrüßungseinkehr.
"Weffe" konnte den Wirt trotz Ruhetag überreden, eine Runde Kaffee für die Wanderer zu kochen. Ein willkommener Muntermacher, um dem immer noch anhaltenden Regen zu trotzen und die Wanderung trotzdem zu starten. Nach einer guten halben Stunde wagte sich die neunköpfige Gruppe auf die erste Etappe. Ziel war der oberhalb der Seilbahn gelegene Zürser See. Nach einer kurzen und feuchten Zwischenpause begannen wir mit dem Anstieg zum Madlochjoch auf 2420 Meter.

Bei guten Bedingungen hätten wir dort schon ein sehr schönes Panorama auf Zug, Lech und Zürs gehabt, jedoch wurde das Wetter anstatt besser nur noch schlechter.

Somit entschied man sich zur Verkürzung der Tour und den direkten Weg zur Ravensburger Hütte. Der Weg führte über ein Geröllfeld und drei Schneefelder zum Talrand, wo man dann über ziemlich schlammige Pfade zur auf 1948 Metern Höhe gelegenen Hütte abstieg. Dort schlüpften erst mal alle aus ihren tropfnassen Klamotten und freuten sich auf die kurze, aber heiße Dusche. Beim Essen und dem gemütlichen Beisammensein freuten sich alle auf den nächsten Tag und auf das prognostizierte bessere Wetter.


Tag 2:

Petrus hatte unser Flehen erhört und spendierte uns einen sonnigen Morgen. Kurz nach dem Frühstück brachen wir auf, um zum Spuller See abzusteigen. Nach einer kurzen Runde um den See stiegen wir etwa zwei Stunden steil auf, bis wir den Gehrengrat erreicht hatten – mit 2439 Metern der höchste Punkt der Tour. Dort oben bot sich allen ein gewaltiges 360-Grad- Alpenpanorama, das keine Wünsche offen ließ. Am Fuße des Berges konnte man einer Herde von 15 Gemsen beim Mittagsvesper zuschauen. Eine tolle Entschädigung für den verregneten ersten Tag und den anstrengenden Anstieg.

Es folgte der Abstieg hinab zum Steinernen Meer. Schon als wir näher kamen, bot sich oberhalb des Gesteinsfeldes ein atemberaubender Anblick. Die Variation der Felsformationen und die von der Natur gemachten Farben und Gesteinsgefüge boten eine einzigartige Kulisse für dieses Wanderhighlight.

Einfach spektakulär, was Mutter Natur in Jahrmillionen durch Gletscher und Wettereinflüsse dort geschaffen hat.

Noch unter dem Eindruck des Steinernen Meeres stehend, begann der Aufstieg zum Formaletsch-Gipfel (2292 Meter). Dort bot sich unseren tapferen Wanderfreunden nochmals ein toller Ausblick und es konnte auch schon das Tagesziel am Formarin-See ins Visier genommen werden. Beim anschließenden Abstieg zum See und zur Freiburger Hütte wurde die Gruppe wie schon über den gesamten Tag von zahlreichen Murmeltieren begleitet. Immer wieder zischten deren schrille Pfiffe durch die Täler und Wiesen.

Nach gut acht Stunden Fußmarsch kehrten alle gesund und sonnengebräunt in die 1918 Meter hoch gelegene Freiburger Hütte ein.

Bei Bier und leckerem Essen ließen alle gemeinsam den Tag Revue passieren. Annemarie Zwick nutzte die Gelegenheit, um dem Wanderführer Wolfgang „Weffe“ Blum im Namen des Schwarzwaldvereins Gutach für die Vorbereitung und die Durchführung der Tour zu danken. Unter Applaus der Teilnehmer erhielt Weffe ein kleines Präsent und bedankte sich anschließend bei seiner Gruppe für den Zusammenhalt und das disziplinierte Verhalten während der Touren. Nur so ist es möglich, dass alle Spass an der Tour haben und auch sicher wieder nach Gutach zurückkehren.


Tag 3:

Der Morgen fing mit traumhaftem Sommerwetter an. Nach einer erholsamen Nacht und einem reichhaltigen Hüttenfrühstück machten sich die Wanderer auf den Weg zur Schlussetappe zurück nach Zürs.

Schon nach der ersten Kurve eröffnete sich ein traumhafter Blick auf den Formarinsee, in dessen Hintergrund sich die Rote Wand (2704 Meter) spiegelte. Nachdem der See umrundet worden war, stieg man ins Lechtal ein. Es folgte ein Anstieg Richtung Göppinger Hütte, der oberhalb der Lechquelle in eine kurze, aber aussichtsreiche Rast mündete.

Anschließend ging es über den Lechweg entlang des rauschenden Wassers Richtung Zug und Lech. Unterwegs wurden immer wieder kleinere Pausen eingelegt, um die wunderschöne Natur längs des Lechs zu genießen. Das Wetter spielte mit und so gelangte die Wandergruppe immer noch dem Lechweg folgend über Zug nach Lech am Arlberg. Von dort führte Wolfgang Blum die Wanderer durch das wildromantische Tal Richtung Zürs am Arlberg. Am späten Nachmittag erreichten alle wieder gesund und glücklich den Ausgangspunkt der Wanderung. Nachdem sich noch einmal alle beim Tourenführer Wolfgang "Weffe" Blum bedankt hatten, machten sich die Gutacher Wanderer auf die Heimfahrt. Noch im Auto ließ man die Eindrücke der Tour Revue passieren und hofft auch im nächsten Jahr wieder auf eine tolle Alpenwanderung – dann hoffentlich ohne Corona.

Christian Ostgathe