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Weltcup-Finale wird für Nattmann / Wurth zum Kunstrad-Krimi

am 30.11.19 in Erlenbach bei Heilbronn

Einen spannenden Samstagabend-Krimi boten die drei deutschen Kunstrad-Paare beim Weltcup-Finale in Erlenbach bei Heilbronn. Der Gutacher Zweier konnte sich aber ein zweites Mal durchsetzen und den Gesamtsieg für sich verbuchen. Auch in diesem Jahr gaben die beiden Deutschen Meisterinnen Sophie-Marie Nattmann und Caroline Wurth die Weltcup-Führung nicht aus der Hand, es war allerdings bis zuletzt eine Zitterpartie. Mit den höchsten eingereichten Punkten trat das Duo vom RSV Gutach als letztes Paar ins Scheinwerferlicht der Wettkampffläche. Davor präsentierten die momentanen Weltmeisterinnen Lisa und Lena Bringsken (RCV Böhl-Iggelheim) eine Kür, die mit 132,43 Punkten belohnt wurde. Helen Vordermeier und Selina Marquardt (RV Oberjesingen) lagen sehr knapp dahinter mit 131,91 Punkten. Wurth meinte: „Wir sind froh, dass wir das Finale erneut gewinnen konnten, ärgern uns aber über einen unnötigen Fehler der einen Doppelsturz und damit hohe Punktabzüge zur Folge hatte.“ Die Kür der beiden Gutacherinnen verlief anfangs eingespielt, kleine Unsicherheiten reduzierten die aufgestellten 153 Punkte minimal. Bis zum Wechsel auf ein Rad leuchteten auf der Anzeige noch 146 Punkte auf. Zu zweit auf dem Rad drehten beide gekonnt ihre Runden. Bei der zweifachen Lenkerstanddrehung mit Nattmann auf dem Hinterrad stehend, verlor Wurth auf dem Lenker allerdings die Balance, beide mussten abspringen und die Punkte purzelten ebenfalls. Schnell setzten sie die Kür fort, jedoch kürzten sie wegen dem Zeitverlust vom Sturz eine Übung ab, um noch rechtzeitig fertig zu werden. Am Ende wertete das internationale Kampfgericht die Kür auf 133,72 Punkte. Glücklich über den knappen Sieg schritten sie zur Siegerehrung, wo sie mit reichlich Wein aus den umliegenden württembergischen Hanglagen beschenkt wurden.

Einen gelungenen Saisonabschluss bescherte sich das zweite Gutacher RSV-Paar mit Lisa Schwendemann und Dénes Füssel, die den Auftritt innerhalb des internationalen Starterfelds sichtlich genossen. Füssel sagte: „Für uns war die Weltcup-Serie ein tolles Ereignis. Alleine, dass wir in diesem Jahr an drei von vier Weltcups und damit an unseren ersten internationalen Wettkämpfen teilnehmen durften, war für uns auf jeden Fall etwas Besonderes“. Mit ihrer schön stabil gefahrenen Kür erreichten die beiden 111,77 Punkte und den sechsten Rang. 

Dieser Weltcup war für viele Kunstradsportlerinnen und -sportler die Generalprobe für das kommende WM-Wochenende in der St. Jakobshalle in Basel. Die WM-Teilnehmer aus Macau, Hongkong und Japan waren bereits angereist, sodass sie am nächsten Wochenende ihren Europa-Aufenthalt mit der Weltmeisterschaft in der Schweiz beenden können. Das Gutacher Paar Nattmann / Wurth möchte vor allem am Sonntag, 8.12. ab 13.30 Uhr auf der Wettkampffläche stehen, aber dafür muss es sich erst noch am Samstagabend qualifizieren.

Karin Wurth
RSV Gutach


Weltmeisterschaft Hallenradsport vom 6.-8.12.2019 in der St. Jakobshalle in Basel

Freitag, 6.12.:
18.30 Uhr Eröffnungszeremonie, Einmarsch der Nationen

Samstag, 7.12
19.00 Uhr – Qualifikation Zweier Frauen

Sonntag, 8.12.:
13.30 Uhr – Finale Zweier Frauen
16.45 Uhr – Abschlusszeremonie

Eintrittskarten erhältlich: www.ticketcorner.ch.

Caroline Wurth (links) und Sophie-Marie Nattmann sind glücklich über ihren zweiten Weltcup-Erfolg.

Sophie-Marie Nattmann im Kopfstand mit Caroline Wurth in der Lenkerstützgrätsche.

Lisa Schwendemann und Dénes Füssel im Kehrlenkersitzsteiger.

Lisa Schwendemann und Dénes Füssel freuten sich über diesen schönen Saisonabschluss und zeigten eine prima Kür.

Sophie-Marie Nattmann im Lenkersitzsteiger mit Caroline Wurth auf den Schultern.