im Schwarzwald | Heimat des Bollenhutes

Winterausflug der LandFrauen Gutach „Christbäume im Wandel der Zeit“

Dieses Jahr startete nicht mit einer Winterwanderung im üblichen Stil. Bei dem regnerischen Wetter am Sonntag, den 8. Januar 2023 war darüber allerdings keiner traurig. Stattdessen trafen sich 36 Landfrauen und -männer der Gemeinde Gutach und besuchten gemeinsam das Heimathaus in Tennenbronn und dessen Sonderausstellung „Christbäume im Wandel der Zeit“.

Im Museum wurden wir herzlich empfangen und mit der Frage: „Wie ist der Weihnachtsbaum eigentlich in unsere Stube gekommen?“ begrüßt.

In einem Vortrag erfuhren wir, dass der heute geläufige Weihnachtsbaum Recherchen zufolge seinen Ursprung in der heidnischen Tradition hat. Zur Zeit der Wintersonnenwende holte man sich schon damals sogenannte „Wintermaien“ ins Haus. Diese grünen Zweige galten als Zeichen des Lebens und sollten Wintergeister ebenso vertreiben, wie sie Schutz und Fruchtbarkeit versprachen.

Im Anschluss wurden wir von dem Vorsitzenden des Tennenbronner Heimatvereins Robert Hermann und seinen beiden Vereinskollegen Karl-Heinz Moosmann und Fritz Wöhrle in zwei Gruppen durch das schön restaurierte Heimathaus geführt.

Neben der regulären Ausstellung zur Tennenbronner Geschichte und Heimatkultur konnten zahlreiche Varianten geschmückter Weihnachtsbäume bestaunt werden. Die Nadelbäume, geschmückt mit Lametta und bunten Glaskugeln, weckten so manche Kindheitserinnerungen. Aber auch ursprüngliche und einfache Beschmückung aus Naturmaterialien, wie roten Beeren, Nüssen und Zuckergebäck wurde bestaunt. Bewunderung erhielten ein Christbaum, mit kunstvoll gearbeiteten Strohsternen, sowie ein liebevoll von Kindern der Grundschule und Kindergärten dekorierter Baum.
Fichten, Tannen oder Kiefern wurden in verschiedensten Farbvarianten, mit oder ohne Schleifen verziert und in dem verwinkelten Haus drapiert.

Besonders beeindruckt waren wir Gutacher und Gutacherinnen von der Ausstellung im Dachgeschoss. Einer Spieluhr gleich, drehte sich dort ein Weihnachtsbaum, fest eingefasst in seinem Ständer zur Melodie von „Stille Nacht“. Aufwendig wurde dieser besondere Baumständer von Fritz Wöhrle eigens restauriert. Auch zu der ausgestellten, über 100 Jahre alten Krippe, hat das Heimathaus-Mitglied einen persönlichen Bezug. Sie stammt aus seinem Privatbesitz und wurde noch von seinem Großvater gebaut.
Eingeschränkter Platz brachte die Menschen schon früher zu genialen Ideen. Und so wurde über einen hängenden Baum „am Nagel“ oder sogar „auf dem Kopf“ gestaunt und herzlich gelacht. Wer weiß, ob diese Kuriositäten auch irgendwann ihr Comeback feiern dürfen.

Bei der abschließenden Einladung des Museumsteams zu einem leckeren Glühwein konnten Geschichten, Bräuche und Traditionen von früher ausgetauscht und neue Verbindungen zwischen Gutach und Tennenbronn im Heute geknüpft werden. Schließlich fand der informative und kurzweilige Nachmittag mit der Einkehr ins „Untere Wirtshäusle“ in Reichenbach einen schönen Ausklang.

Alisa Breithaupt